Berlin (ABZ). – In den nächsten Jahren soll ein Besucher-Informations-Zentrum (BIZ) am Reichstag entstehen und auf diese Weise langfristig die temporären Container-Lösungen ersetzen, die derzeit den Besucherstrom rund um das Regierungsviertel lenken.
Betroffen von den geplanten Baumaßnahmen sind nicht nur der derzeitige Mischwasserkanal des Regierungsviertels, sondern auch die Trinkwasserversorgung des Reichstagsgebäudes.
Die Firma Echterhoff Bau aus dem westfälischen Westerkappeln übernimmt hier wichtige Vorarbeiten für das spätere Bauvorhaben und begegnet nach eigenen Angaben schon jetzt einer Vielzahl an Herausforderungen und besonderen Sicherheitsmaßnahmen, da sich die Baustelle in einem hochfrequentierten und sensiblen Gebiet befindet. Hinzu komme, dass für den Bau des Besucherzentrums eine umfangreiche Umleitung der bestehenden Mischwasser- und Trinkwasserleitungen notwendig sein soll, heißt es von Echterhoff Bau.
Das zentrale Element des Projekts ist die Verlegung eines neuen, fast 500 m langen Mischwasserkanals in 3 m Tiefe aus robustem Polymerbeton. Im Gegensatz zu klassischen Betonrohren sollen Rohre aus Polymerbeton den besonderen Belastungen, wie zum Beispiel der Bildung von Schwefelsäure, die durch das geringere Gefälle und die lange Laufzeit des Abwassers entstehen, standhalten.
Der Kanal führt von der Ecke Paul-Löbe-Allee/Konrad-Adenauer-Straße quer über den Platz der Republik und endet in der Nähe des Simsonwegs. Das Gesamtvolumen der Bauarbeiten beläuft sich auf etwa 4,2 Millionen Euro, wovon allein 3 Millionen Euro für den Mischwasserkanal vorgesehen sind.
Da die Baustelle sich in unmittelbarer Nähe des Reichstags befindet, gelten laut Echterhoff Bau strenge Sicherheitsvorkehrungen.
Nur autorisiertes und zuvor angemeldetes Personal darf in bestimmten Bereichen arbeiten. Dies ist unter anderem eine Konsequenz aus dem Sturm auf den Reichstag im Jahr 2020. Die Baustelle muss daher jederzeit überwacht werden und Zugänge werden durch spezielle Ausweiskontrollen abgesichert.
Der Baustart verzögerte sich um sechs Monate aufgrund paralleler Bauprojekte und verschiedener Veranstaltungen, unter anderem wegen des Public Viewing während der Fußball-Europameisterschaft und des Berlin-Marathons.
Aber auch die starke Präsenz von Polizeibeamten, das dort stationierte Sicherheitspersonal und die Sicherheits-Granitblöcke und vielen Touristen am Platz der Republik seien Gründe für die Verzögerung gewesen, heißt es von Echterhoff Bau.