Lehrte (ABZ) | Beim Ersatzneubau der 380-Kilovolt-Freileitung zwischen Stade und Landesbergen kommen für die Baustellenlogistik temporäre Baustraßen aus Stahlplatten zum Einsatz.
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany ersetzt auf einer Gesamtlänge von 155 km eine bestehende 220-Kilovolt-Leitung durch eine neue 380-Kilovolt-Trasse. Nach Angaben von Vp TPA Mobile Straßen werden dafür rund 3500 unternehmenseigene Stahlplatten sowie weitere 1800 Stahlplatten von Spie Germany Switzerland Austria eingesetzt. Sie dienen als temporäre Zufahrten und Baustraßen für die Bauarbeiten. Mit dem Leitungsneubau soll nach Angaben des Netzbetreibers die Übertragungskapazität für erneuerbare Energien erhöht werden. Die neue Leitung soll künftig größere Strommengen aufnehmen und Lastflüsse im Übertragungsnetz flexibler steuern. Der Ersatzneubau ist in sieben Projektabschnitte gegliedert. Einige Abschnitte sind bereits fertiggestellt, die vollständige Inbetriebnahme der Freileitung ist nach Angaben des Unternehmens im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen. Vp TPA ist seit Februar 2023 im Abschnitt zwischen Steyerberg und Landesbergen tätig. Seit 2024 wurde der Einsatz auf den benachbarten Abschnitt zwischen Hoya und Steyerberg ausgeweitet.
Die Stahlplatten werden entsprechend dem Baufortschritt umgesetzt. Für die Koordination der Logistik wurde nach Unternehmensangaben ein Baulager von Spie SAG in Leese eingerichtet. Mit speziellen Transport- und Verlegefahrzeugen werden die temporären Zufahrten an den jeweiligen Einsatzorten aufgebaut und nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückgebaut. Die eingesetzten Stahlplatten besitzen laut Hersteller Standardabmessungen von 1,8 x 6 m bei einer Materialstärke von 14 mm. Jede Platte wiegt rund 1200 kg und kann nach Herstellerangaben ohne zusätzliche Verschraubung verlegt werden. Durch eine überlappende Verlegeweise wird die Stabilität der Baustraßen erhöht.
Nach Angaben des Unternehmens eignen sich die mobilen Fahrbahnen auch für schwere Kettenfahrzeuge und Lasten von mehr als 1500 t. Gleichzeitig soll die Lastverteilung den Baugrund vor punktueller Verdichtung schützen. Nach Abschluss der Bauarbeiten können die Stahlplatten rückstandsfrei entfernt werden. Da keine Schottertragschichten eingebaut werden müssen, entfällt laut Hersteller ein zusätzlicher Eingriff in den Untergrund. Für die Montage der mobilen Straßensysteme setzt Vp TPA nach eigenen Angaben geschulte Servicemonteure ein.
Ergänzend zu einem internen Ausbildungsprogramm erhalten die Mitarbeitenden für Einsätze im Bereich von Hochspannungsleitungen eine Schulung zur elektrotechnisch unterwiesenen Person (EuP). Darüber hinaus verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über eine SCC-Zertifizierung für Lieferung, Auf- und Abbau seiner Systeme. Die Vp GmbH - TPA Mobile Straßen mit Hauptsitz in Lehrte und bundesweiten Niederlassungen sowie Depots zählt zu den führenden Anbietern für mobile Straßensysteme, temporäre Stellflächen und Bodenschutzsysteme in Europa.