Landsberg am Lech (ABZ). – Der Industrieverband Hartschaum (IVH) hat denCSU-Abgeordneten zu einer Gesprächsrunde ins Landsberger Dämmstoffwerk der Karl Bachl Kunststoffverarbeitung eingeladen. Die Runde wardem IVH zufolge der erste Teil der Politik-Dialog-Reihe, mit der der Verband den direkten Kontakt zur Politik intensivieren will.
Kießling wurde im Rahmen der Neuaufstellung der CSU im Bundestag zum fachpolitischen Sprecher für Infrastruktur und Mobilität ernannt und ist Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen.
Weitere Gesprächsteilnehmer waren IVH-Vorstandssprecher und Bachl-Geschäftsführer Michael Küblbeck, die Sprecherin der IVH-Geschäftsführung Serena Klein und Ulrich Meier, der Geschäftsführer Technik des Verbandes. Hauptthema war der Ausbau der energetischen Modernisierung, vor allem im Bestandsbau und damit einhergehend die wachsende Bedeutung der Themen Nachhaltigkeit, Recycling und Kreislaufwirtschaft in diesem Segment. "Wir brauchen eine ganzheitliche Herangehensweise an diese Thematik und müssen insbesondere den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes im Blick haben, um zu einer sachgerechten Beurteilung zu kommen", betont der gelernte Bauingenieur Kießling.
Klein und Meier erläuterten dem Bundestagsabgeordneten zunächst einige Eckdaten zum Verband und die wichtigsten Schritte zur EPS-Dämmstoff-Produktion. Kernpunkt der Präsentation war dann die vom IVH ins Leben gerufen Marke "EPS Cycle". "Damit setzen wir den Kreislaufgedanken und das Recycling bei allen unseren Mitgliedsunternehmen und im Markt konsequent um", erklärte Serena Klein, "und integrieren hier wiederverwertbare EPS-Produktionsabschnitte ebenso wie das Restmaterial, welches beim Do-it-yourself-Kunden anfällt."
Michael Küblbeck skizzierte, wie der EPS-Recyclingprozess am Standort Landsberg realisiert wird und dass die Recyclingquote generell höher sein könnte, wenn mehr Ausgangsmaterial zur Verfügung stünde. "Andererseits wird daran auch die Langlebigkeit der EPS-Dämmstoffe deutlich, die mit ihrer jahrzehntelangen Nutzungsdauer beispielswiese an der Fassade einen ganz wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduzierung und Nachhaltigkeit leisten", fügt Meier hinzu.
Weiteres Thema der Gesprächsrunde waren drastisch gestiegenen Material- und Baukosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Industrie bis zum Endkunden. Kostensicheres Bauen sieht Kießling eigenen Angaben nach als den Punkt, auf den sich die Politik fokussieren muss und regte bei extremen Materialkostensteigerungen auch eine Diskussion über eine Senkung der Mehrwertsteuer an. Es gelte einerseits, die Wirkungsweise genau zu prüfen, andererseits aber auch ein positives Signal in Richtung bezahlbaren Wohnraums zu setzen. Keine Option ist für ihn eine Absenkung der Qualitätsstandards: "Unsere hohen Qualitätsstandards und die aufwendigen Herstellungsprozesse auch in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit zahlen sich bei der Lebenszyklusbetrachtung aus. Davon profitiert letztlich auch der Häuslebauer, der in stabile Sachwerte investiert."
Michael Küblbeck appellierte in diesem Zusammenhang an die Politik, eher die ausufernde Regulierung abzubauen und die langen Genehmigungsprozesse zu verkürzen: "Das würde uns und unseren Kunden das Leben leichter machen."
Den Abschluss des Treffens bildete ein Betriebsrundgang, bei dem neben den Produktionsphasen der EPS-Dämmstoffe insbesondere die Recycling-Schritte im Mittelpunkt standen. Serena Klein zog ein positives Fazit des Dialog-Treffens: "Im persönlichen Kontakt mit den Fachpolitikern und Entscheidungsträgern in Berlin lässt sich eine hohe Intensität auch für sensible Themen erreichen. Wir werden die über dieses Format gefundenen Kontakte pflegen und den Dialog in den nächsten Wochen auch mit Experten anderer Bundestagsparteien fortsetzen."