Köln (ABZ). – Auf der DACH+HOLZ International präsentieren vom 24. bis 27. Februar 2026 rund 30 Start-ups und Unternehmen auf der "Start-up & Innovationen Area" ihre Neuheiten und weiterentwickelten Produkte, Dienstleistungen sowie Geschäftsmodelle.
In Halle 9 erhalten Fachbesucher Antworten auf zentrale Zukunftsfragen: Wie lassen sich Arbeitsprozesse effizienter gestalten? Wie können Dachdeckerbetriebe Verwaltung und Organisation vereinfachen? Welche Lösungen erhöhen die Sicherheit auf der Baustelle?
Gründer und Unternehmen stellen dort ihre Ansätze vor – von digitalen Tools über Verbindungstechniken bis hin zu Sicherheitslösungen. Eine Fachjury zeichnet am Donnerstag, 26. Februar, das überzeugendste Projekt mit dem "Start-up & Innovationen Award" aus.
Der Familienbetrieb X-fix wood connector GmbH aus Österreich ermöglicht mit Verarbeitungstechniken die wirtschaftliche Renaissance alter Zimmermannstechniken. Das selbstspannende Holz-Holz-Verbindungssystem funktioniert nach dem traditionellen Doppelschwalbenschwanz-Prinzip, das ohne metallische Verbindungsmittel auskommt.
Zwei konisch geschnittene Holzelemente werden auf der Baustelle in dafür vorgesehene Ausfräsungen der zu verbindenden Holzbauteile eingesetzt und mit einem Schonhammer eingeschlagen. Die Geometrie der X-fix-Verbinder zieht die Holzbauteile durch das Einschlagen zusammen, ohne zusätzliche Werkzeuge. "Auf der Baustelle braucht es nur noch den Hammer und man kommt auch ganz ohne Schrauben aus. Die innovative Verarbeitungstechnik gewährleistet Rückbaubarkeit und Kreislauffähigkeit. Außerdem werden durch die hohe Vorfertigung und einfache Anwendung bis zu 30 Prozent Montagezeit gespart sowie Werkzeug- und Materialkosten gesenkt", weist Markus Schilcher, Sohn des X-fix-Erfinders Josef Schilcher, auf die Vorteile hin.
Bastian Mayer und sein Team wollen mit ihrem Start-up "Handly" Dachdecker beim Start in die Selbständigkeit und kleinere Betriebe bei ihrer Entwicklung unterstützen. Inspiriert wurde Mayer dabei von seinem Vater: Obwohl dieser als Dachdeckermeister die Chance gehabt hätte, seinen Ausbildungsbetrieb zu übernehmen, scheute er den administrativen Aufwand neben dem Tagesgeschäft.
"Wir unterstützen selbstständige Dachdecker als Partner im Hintergrund. Zusätzlich zur Kombination aus menschlicher Dienstleistung und technischem Support entwickeln wir eine KI-gestützte Software, mit der jeder Dachdeckerbetrieb seine Effizienz außerhalb der Baustelle steigern kann – von der Kalkulation bis zur Nachunternehmererklärung. Durch die optimierte Organisation können sich Inhaber voll und ganz auf ihr Know-how und ihre Kompetenz rund ums Dach und die Unternehmensführung konzentrieren", erklärt das Team aus Berlin.
Dachdeckermeister Udo Heyl entwickelte nach seinem zweiten Sturz von der Leiter ein eigenes Sicherungssystem. Seine Leiterkopfsicherung – kurz "LeiKoSi" – ist so konzipiert, dass sie mit wenigen Handgriffen an der Leiter montiert und vom Boden aus in die Dachrinne, den Flachdachanschluss oder die Geländer.
"Es ist doch ein Unding für ein Sicherungssystem, wenn ich erst die Leiter hochsteigen muss, um sie zu sichern", kritisiert Heyl herkömmliche Systeme. Wenn die Leiter umgestellt werden muss, kann sie am Boden einfach weitergeschoben werden, ohne die Verankerung zu lösen. Die Leiterkopfsicherung ist DGUV geprüft.
Die Firma ILS-tech hat einen Automatikhaken mit Komfortschließ- und Komfortöffnungsmechanismus entwickelt. Der "GREIF" ist ein mechanisch eigenständiges, selbstschließendes und verriegelndes Lastaufnahmemittel mit vorgegebener Tragkraft. Es kann zum Heben, Tragen, Versetzen und sicheren Lösen von Bauteilen eingesetzt werden. Geöffnet wird mittels eines Zugseils aus sicherer Entfernung zum Haken. Ludger Körner, Dachdeckermeister aus Bonn, entwickelte seinen "Dachbahnengreifer" für die Flachdachsanierung. Mit dem kranbaren Greifer lassen sich Dachbahnen in Containergrößen von circa 150 x 300 bis 600 cm direkt vom Dach abtragen. Bis zu zehn Stunden Ersparnis können laut Hersteller mit nur ein bis zwei Mitarbeitern bei einer Dachfläche von rund 100 bis 120 m² erreicht werden. Der serienreife Greifer aus feuerverzinktem Stahl mit CE-Kennzeichnung hat 2026 auf der DACH+HOLZ seine Premiere.
Stexon hat den Prozess der Vorfertigung im Holzhausbau bis auf die Baustelle weitergedacht und seine Schnellsteckverbindungstechnik mit einem digitalen Workflow aus Mess- und Montagetechnik verknüpft. Benutzerfreundliche Balancer ermöglichen ein millimetergenaues und sicheres Versetzen der Baufertigteile. Beim Aufstellen der ausgerichteten Elemente rasten die Schnellsteckverbinder passgenau ein; Nachjustieren entfällt. Das Sortiment umfasst zwölf verschiedene Verbinder und bietet für jede typische Anwendung – vom Tafelbau über CLT bis zum mehrgeschossigen Wohnbau – eine Lösung.
Neue, ab Januar 2026 zugelassene Steckverbinder werden auf der DACH+HOLZ vorgestellt. Wacker Bauprodukte zeigt mit seinen Aluminium-Leichtbau Lasttraversen neue Möglichkeiten auf, wie sich vorgefertigte Holzbau-Wände und Module vereinfacht aufnehmen und montieren lassen. Die Traversen lassen sich auf verschiedene Längen einstellen. Die benötigte Breite klappt unter Last automatisch auf. Das geringere Eigengewicht gegenüber Stahl-Rahmentraversen macht die Produkte zu leichtgewichtigen Helfern für die Positionierung vorgefertigter Holzbauelemente.