Hannover (ABZ). – Baggerschäden an Kommunikationsleitungen ist die Häufigste Schadenart im Hochbau, informiert der neue Bauschadenbericht der Versicherung VHV für Hochbau.
Nach Angaben des Dienstleisters sind 85 Prozent aller aufgetretenen Schäden Leitungsschäden, fast 60 Prozent davon seien auf Kommunikationsleitungen entfallen, etwa Glasfaserkabel. Letzteres sei vor allem der Vielzahl der Arbeiten in diesem Bereich geschuldet.
Diese und andere Ergebnisse listet der VHV-Bauschadenbericht Hochbau 2024/ 25, der laut dem Dienstleitser jüngst erschienen ist. Auf knapp 400 Seiten werden neben den aktuellen Schadendaten und -fakten eine Vielzahl von Innovationen, Erkenntnissen, Entwicklungen und Trends rund um das Thema Schadenprävention in Tiefbau und Infrastruktur gebündelt. Neben den Ergebnissen der IFB-Bauforscher teilen laut VHV zahlreiche namhafte Experten aus Wissenschaft, Forschung, Politik und Praxis ihr Wissen zu schaden und mangelfreiem Planen und Bauen sowie zu den Anforderungen einer zukunftsfähigen Infrastruktur.
Die Entwicklung der Schadenkosten und der Anstieg der gemeldeten Schadenzahlen offenbaren laut VHV ein deutliches Potenzial zur Verbesserung der Bauqualität. Dafür sei die Analyse zur Schadenentstehung von größter Bedeutung.
Die Erkenntnisse der IFB-Bauforscher: Schäden und Mängel entstehen vor allem durch mangelhafte Arbeitssorgfalt und unzureichende Kontrollen. Häufig sind die Fehlerquellen aber auch in der Planung, Bauvorbereitung und im Bauprozess zu finden, wie zum Beispiel in fehlender Information, unterbrochener Kommunikation, unklarer Verantwortlichkeit, fehlender Fachkompetenz sowie in Zeit- und Kostendruck. Hier müssen laut dem Dienstleister Präventionsmaßnahmen und -strategien ansetzen.
"Zukunftsfähige Infrastruktur" laute das Fokusthema des sechsten Bandes der Bauschadenbericht-Reihe. Die Analysen sind demnach das Ergebnis umfassender Datenauswertungen gemeldeter Versicherungsschäden der VHV-Versicherungen aus dem Bereich der Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherungen. Die zweijährliche Analyse der Schadendaten zeige im Zusammenhang mit der Einordnung in die Planungs – und Baupraxis unverändert deutliches Potenzial zur Verbesserung der Bauqualität, was sich insbesondere im Bereich der Entwicklung der Schadenkosten, sowie in einem Anstieg der gemeldeten Schadenzahlen widerspiegele.
Ein Trend setzt laut VHV sich fort: Leitungsschäden durch Bagger sind weiterhin die häufigste Schadenart. Betroffen sind dabei hauptsächlich Kommunikationsleitungen. Für die Analysen wurden mehr als 27.000 anonymisierte Datensätze aus den Jahren 2019 bis 2023 ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen die Entwicklung der Bauschadenzahlen, des Schadenaufwands (der Kosten) im Rahmen des Regulierungsprozesses, der Schadenarten und der Schadenursachen.
Die Ergebnisse zeigten zudem, dass hauptsächlich mangelhafte Arbeitssorgfalt bei parallel steigenden (technischen) Anforderungen an Tiefbauarbeiten sowie unzureichende Kontrollen während und nach der Fertigstellung von Bauleistungen ursächlich für Mängel und Schäden sind.
Das Buch in die drei Teile "Status des Planens und Bauens", "Ergebnisse der wissenschaftlichen Analysen" und "Wege, Infrastrukturen fit für die Zukunft zu machen" gegliedert.