Hamburg (ABZ). – Das Holzhochhaus roots in Hamburg war ein Großprojekt, bei dem sich die Balkonverglasungs-Spezialisten von Lumon nach eigener Aussage optimal einbringen konnten.
Lumon berechnete und produzierte hierbei das pfostenlose Glasgeländer sowie die Schiebeverglasung für die vorgelagerten Loggien und Galeriegänge. Es entstand eine Glasfassade, die den Baustoff Holz dank des minimalistischen Designs und der ausgefeilten Technik gut zur Geltung bringt – und gleichzeitig ein hohes Maß an Wohnkomfort gewährleistet. Das eingesetzte System soll dabei den anfallenden Windlasten problemlos standhalten.
Eine besondere Herausforderung stellte vor allem die termingerechte Montage dar: Aufmaß, Produktion und Montage der Glaselemente erfolgten während des laufenden Bauprozesses – Etage für Etage von den unteren Geschossen aufwärts. Eine wichtige Anmerkung ist dabei: Das Gebäude in der Hamburger Hafencity mit dem Namen roots besteht vorwiegend aus Holz. Summasummarum sind auf insgesamt 18 Etagen 181 Wohnungen sowie 1700 m² Büro- und 2000 m² Ausstellungsfläche entstanden. Bauherr und Eigentümer ist die Garbe Immobilien-Projekte GmbH.
Komfort erhöht
Die umlaufenden Loggien am Haus wurden mit Lumon-Verglasungen ausgestattet. Dies trage nicht nur zur Energieeffizienz des Gebäudes bei, sondern erhöhe auch den Komfort für die Bewohner und biete einzigartige Ausblicke auf den Hafen, die Hafencity und die Innenstadt, so das Unternehmen.
Das roots stelle für Lumon das erste Projekt dieser Art in Zentraleuropa dar. So belief sich nach Unternehmensangaben der Arbeitsumfang auf rund 130 m umlaufende Verglasung. Das Gebäude ist 65 m hoch. Deshalb soll, so Lumon, die Verglasung großen Windlasten ausgesetzt sein, die das System jedoch problemlos aushalten könne.
Die Basis dafür bildeten umfangreiche Tests und Bemessungen, welche die Belastungen des Systemgewichts in vertikaler Richtung sowie die Windlast einschließlich Winddruck und -sog in horizontaler Richtung berücksichtigten.
Danach richtete sich die im individuellen Fall geeignete Glasdicke. Lumon biete damit standardmäßig eine Bemessungs- und Produktkompetenz, durch die sich das Unternehmen von anderen Herstellern unterscheide. In Kombination mit stabilen Verankerungen, hochwertigen Materialien und einem sachgemäßen Einbau habe Lumon somit auch die Herausforderungen beim roots erfüllt.
Das Gebäude verfügt dabei über zwei Zonen: Die Etagen 6 bis 18 weisen besonders hohe Windlasten auf; die niedrigeren Etagen entsprechend geringere. Da die Ecken des roots Windlasten von 2,8 N/m² ausgesetzt sein sollen, fiel die Wahl auf ein 12 mm dickes Glas.
Flexible und witterungsunabhängige Nutzung
"In Hamburg weht natürlich immer Wind, besonders an der Elbe und auch vor typischem ,Schietwetter' ist niemand sicher. Für ein komfortables Wohngefühl und eine möglichst flexible und witterungsunabhängige Nutzung der Loggien haben wir uns für eine komplette Verglasung mit variablen Öffnungs- und Schließ-Optionen entschieden. Mit Lumon hatten wir hier einen kompetenten Partner für die Umsetzung an unserer Seite", erklärt Fabian von Köppen, Geschäftsführer der Garbe Immobilien-Projekte GmbH.
Im Anschluss an die erfolgreichen Berechnungen folgten die Produktion sowie die Montage der Verglasungen. Die Grundlage hierfür boten die Balkonplatten aus Beton, die bereits mit Entwässerungssystemen versehen waren. Der daran befestigte, schon vormontierte U-Winkel aus Stahl trägt das Gewicht der Fassade und der gläsernen Lumon-Außenkonstruktion.
Lumon nutzte die vorhandenen, am U-Profil befestigten Stahlpfosten und lieferte die Glaselemente passgenau für die Zwischenräume. Eine zentrale Aufgabe bestand darin, die genauen Maße für letztere zu bestimmen.
Die je nach Wohnungsart unterschiedlichen Glasbreiten waren zwar fest definiert, doch die Maße der Zwischenräume variierten oftmals um wenige mm. Es waren kleinste Variablen, die jedoch entscheidend für die Passgenauigkeit waren und von Lumon entsprechend sehr genau bemessen wurden. So produzierte das Unternehmen ein pfostenloses Glasgeländer mit einer 1260 mm hohen Brüstung. Zum Vergleich: Standardmäßig werden Brüstungen mit einer Höhe von 1100 mm verbaut. Aus Sicherheitsgründen entschied man sich beim roots jedoch für eine höhere Ausführung.
Dank Lumon verfüge das roots über eine optisch ansprechende Fassadenverglasung, die den Baustoff Holz als modernes Baumaterial in Gänze zur Geltung kommen lasse – und diesen gleichzeitig vor Witterungseinflüssen schütze, sagen die Lumon-Experten.
Kombination aus Technik und Design
"Bei diesem Projekt haben wir gezeigt, wo unsere Stärken liegen", betont Mariusz Mieszkowski, Technical Manager bei Lumon. "Wir verbinden ein minimalistisches Design, das sich durch wenig Profile und dezente Glashalteleisten auszeichnet, mit viel Glas, das die Fassade nicht verdeckt. Insbesondere in Anbetracht der hohen aufzunehmenden Windlasten ist so eine optimale Kombination aus Technik und Design entstanden."
Das Glas an den Ecken des Hauses sei mit einem speziellen Siebdruck beschichtet worden, der dem Vogelschutz diene. Der Rest sei mit Klarglas ausgeführt worden. Die beweglichen Glaselemente, die den Bereich zwischen Brüstung und nächster höherer Etage füllen, lassen sich je nach Tageszeit und Witterung flexibel öffnen und schließen. Damit biete, so Lumon, die Dreh-/Schiebeverglasung den Bewohnern einen erweiterten Wohnraum nach außen, der zudem vor Außenlärm geschützt sei.