Nach einem herausfordernden Jahr 2024 blieb auch 2025 zunächst deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Besonders das erste Halbjahr war von einer spürbaren Investitionszurückhaltung geprägt.
Die Nachfrage war schwächer als geplant und globale Unsicherheiten belasteten zusätzlich unser Geschäft. Deutlich positive Impulse hat uns jedoch die bauma gebracht und wir konnten im weiteren Jahresverlauf wichtige Verbesserungen erzielen. Hilfreich war sicherlich, dass operative Maßnahmen griffen und Lieferketten sich weiter stabilisierten.
Gerade in dieser Phase zeigte sich zudem ein wesentlicher Vorteil unseres Direktvertriebs: Wir konnten unseren Kunden mit flexiblen Servicelösungen wie Miete, Finanzierungsmöglichkeiten oder hochwertigen Gebrauchtmaschinen auch dann verlässliche Alternativen bieten, wenn die Investition in eine Neumaschine keine Option war.
Die bauma war für uns einer der emotionalen Höhepunkte 2025. Die zahlreichen Gespräche auf der Messe haben wieder gezeigt, wie groß das Interesse an zukunftsorientierten Lösungen bleibt. Der Markt sucht Fortschritt – trotz oder gerade aufgrund des herausfordernden Umfelds.
Unsere Neuheiten im zero emission-Bereich, digitale Lösungen rund um Konnektivität und Effizienzsteigerung, sowie zahlreiche Neuheiten in allen Produktsegmenten – von Stampfer über Platten bis hin zu Ladern, Baggern und Dumpern: die Besucher haben uns darin bestärkt, unseren Kurs konsequent weiterzugehen.
Auch wenn der Markt noch nicht in dem Maße auf E-Maschinen umsteigt, wie wir uns das wünschen würden, sind wir davon überzeugt: Die Baustelle der Zukunft ist sicherer, leiser und frei von Abgasemissionen – und wir gestalten diesen Wandel aktiv mit. Seit 2014 treiben wir die Elektrifizierung voran und haben als einer der ersten in der Branche akkubetriebene Produkte am Markt eingeführt.
Heute bieten wir unseren Kunden mehr als 40 batterieelektrische Baumaschinen und -geräte an, viele davon bereits in der dritten Generation und somit in der Praxis erprobt und bewährt. Wir sind vielen in unseren Branchen einen Schritt voraus – und wir sind bereit, unsere Erfahrungswerte zu teilen. Im Sinne unserer Kunden setzen wir auf eine hersteller- und markenübergreifende Zusammenarbeit, um die Komplexität auf den Baustellen zu verringern. Bestes Beispiel ist hier der BatteryOne-Akku, der auch in weiteren Baugeräten eingesetzt werden kann.
Für 2026 haben wir viel vor. Bereits im Frühjahr stellen wir eine Reihe an Neuprodukten vor – darunter unsere komplett überarbeitete Minibagger-Generation in der 2 bis 2,5-Tonnen-Klasse und die neue Grabenwalze RT, die als einzige am Markt die Vorgaben der Norm EN474 erfüllt.
Gleichzeitig ist Digitalisierung für uns ein zentraler Wachstumstreiber 2026. Die Wacker Neuson App für Anwender ist dabei ein wichtiger Schritt und in 2026 stehen mehrere Updates an. Wir setzen auch hier auf offene Schnittstellen wie den Anbaugerätestandard MiC 4.0 und moderne Softwarearchitektur, die Maschinen, Daten und Serviceprozesse intelligent verbindet.
Gerade in unsicheren Zeiten ist Vertrauen entscheidend. Investitionen in Baumaschinen und -geräte müssen über viele Jahre tragfähig sein – dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Stabilität und Partner, die langfristig denken. Deshalb richten wir unser Geschäft konsequent auf das aktuelle Marktumfeld aus und behalten gleichzeitig unsere strategische Ausrichtung fest im Blick.
Ein zentraler Baustein ist unser Ansatz, in den Regionen zu produzieren, für die wir auch liefern – ein Prinzip, das in Zeiten geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten an Bedeutung gewinnt. Was viele gar nicht wissen: Ein Großteil unserer Produkte entsteht in Zentraleuropa; von der Verdichtungstechnik über Rad- und Teleskoplader aus Deutschland, bis hin zu Baggern und Dumpern, die in Linz, Österreich produziert werden. Parallel fertigen wir lokal in den USA, um Kundennähe sicherzustellen und die Auswirkungen globaler Handelsspannungen abzufedern.
Insgesamt gehen wir mit Motivation und Zuversicht in das kommende Jahr. 2026 wird geprägt sein vom weiteren Ausbau unseres zero emission-Portfolios, neuen digitalen Lösungen und der Präsenz auf Messen wie der GaLaBau in Nürnberg, die für Wacker Neuson und Kramer gleichermaßen ein zentraler Treffpunkt ist. Gerade im Garten- und Landschaftsbau zeigt sich, wie vielfältig unser gesamtes Portfolio eingesetzt werden kann. Viele GaLaBauer arbeiten bereits seit Jahren mit vollelektrischen Produkten und gehören zu den Anwendergruppen, die besonders sensibel für Umwelt- und Emissionsthemen sind – eine "grüne Branche", die emissionsfreie Lösungen längst einsetzt.
Zudem werden wir unsere Direktvertriebsmärkte wie Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen oder Tschechien künftig strategisch noch enger verzahnen. So können wir Kunden mit grenzüberschreitenden Projekten ein konsistentes Portfolio aus einer Hand bieten.
Ich bin gespannt zu sehen, wie sich unsere Baubranche in 2026 weiterentwickelt. Gemeinsam mit unseren Kunden, Partnern und Mitarbeitenden wollen wir diese Dynamik nutzen, um die Zukunft des Bauens sicherer, effizienter und nachhaltiger zu gestalten.