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"Die Unternehmen wollen vor allem eines – bauen"

Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen und notwendige Maßnahmen im Sektor nach Einschätzung des HDB.

Von ABZ
Bauaussichten 2026
Foto: HDB//Bollhorst

Eine Nachricht jagte die andere: 2025 war ein knackiges Jahr mit hohem wirtschaftspolitischem Tempo. Es war geprägt von vorgezogenen Neuwahlen, der Einführung eines milliardenschweren Finanzpakets für die marode deutsche Infrastruktur und den Klimaschutz sowie öffentlich hart geführten Debatten. Innerhalb weniger Monate wurden zwei Bundeshaushalte entworfen, debattiert, kritisiert und beschlossen.

Nun muss das Tempo auch bei der Bauindustrie ankommen, die immerhin für 12 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steht. Der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung der Branche abbildet, hat sich zwar im Jahresverlauf leicht gebessert. Das ist aber vorrangig auf optimistischere Erwartungen nach Ankündigung des Sondervermögens zurückzuführen. Die aktuelle Geschäftslage war zum Jahresende weiter eingetrübt. Denn die vorläufige Haushaltsführung galt noch bis in den September hinein. Zudem fehlten trotz 500 Milliarden Euro schwerem Sondervermögen zwischenzeitlich drei Milliarden Euro für die Autobahn GmbH. Die Ankündigung des Bundeskanzlers, dass alle baureifen Projekte gebaut werden sollen, brachte allerdings in diesem Punkt etwas Entspannung.

Viel schlechter sieht es bei der Wasserstraße aus, sie erhält keine neuen Investitionsmittel, obwohl sie die größte Kapazitätsreserve für die Logistik in Deutschland bietet. Sie wird gern vergessen, aber wenn eine Schleuse nicht funktioniert, gibt es keine Umleitung. Ein Schiff kann nicht einfach abfahren und eine Alternativroute nehmen. Die Wirtschaft müsste eigentlich viel lauter protestieren, denn eine intakte Verkehrsinfrastruktur ist Grundlage für die Attraktivität unseres Standortes und jede verschobene Sanierung und Instandsetzung wird nach hinten hinaus teurer. Jede schwäbische Hausfrau wüsste es besser.

Trotz aller Tiefschläge haben wir das vergangene Jahr zumindest von der Statistik mit etwas mehr Luft abgeschlossen. Nach Monaten des Abwärtstrends gab es erstmals positive Nachrichten. Ein reales Auftragsplus wurde für alle Bausparten – sogar für den Straßenbau – verzeichnet. Dieses Ergebnis ist aber insbesondere auf einen Basiseffekt, also auf einen Rückgang im Vorjahresmonat, zurückzuführen.

Auch der Wohnungsbau vermeldet erste zaghafte positive Zeichen. Nach jahrelang zweistelligen Einbrüchen nahm die Zahl der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Trotzdem rechnen wir damit, dass die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im vergangenen Jahr nur bei rund 225.000 liegen dürfte.

Dass die Bundesbauministerin Verena Hubertz KfW-Förderprogramme fortführt und sogar noch leicht aufstockt sowie verbesserte Zinskonditionen ermöglicht, dürfte 2026 zu einer Stabilisierung im Wohnungsneubau führen. Dazu könnte auch die einmalige Förderung des EH55-Standards in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro beitragen. Allerdings kann dies nur ein Anfang sein, um die Wohnungsnotlage aufzulösen. Neben einer verlässlichen staatlichen Förderung müssen kostentreibende Gebäudeanforderungen weiter reduziert werden. Erste Eckpunkte für den Gebäudetyp E und die Novellierung des BauGB gehen in die richtige Richtung.

Die Unternehmen tun unterdessen das, was sie am besten können: Sie starten mit Optimismus ins neue Jahr. Unterm Strich gehen wir davon aus, dass sich die realen Umsätze im deutschen Bauhauptgewerbe im Gesamtjahr 2025 auf Vorjahresniveau stabilisierten. Für 2026 erwarten wir sogar ein leichtes Umsatzplus. Die Wirtschaftsforschungsinstitute gehen für die Bauinvestitionen von einem Wachstum um 1,7 Prozent aus. Dieses laue Lüftchen wird wohl dazu führen, dass die Unternehmen im kommenden Jahr ihr Personal halten, sehr wahrscheinlich sogar leicht aufstocken werden. Ein irrer Kraftakt – nach den letzten Jahren der Rezession.

Wie geht es jetzt weiter?

Egal ob Straßen, Brücken, Schienen, Schleusen oder Wohnungsbau. Die Prognosen müssen sich bewahrheiten, 2026 muss einfach mehr gebaut werden. Politik und Auftraggeber müssen Verlässlichkeit und Klarheit über Bauprogramme schaffen, Transparenz über Bauprojekte. Nur so können sich Bauunternehmen wirtschaftlich auf das einstellen, was kommt. Wichtige Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit sollten nicht außer Acht lassen, denn sie wirken produktivitätssteigernd. Kommunen müssen unterstützt werden, denn sie haben hohe Haushaltsdefizite, die Kassen sind klamm.

Wichtig ist nun aber erst einmal, dass künftige Ausgaben des Bundes sowie der Länder und Kommunen für Investitionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität so schnell wie möglich in konkrete Aufträge fließen und Bauprojekte umgesetzt werden. Tempo ist hier das A und O: Anstatt starre, kleinteilige Vorgaben bei Mittelverwendung oder öffentlicher Auftragsvergabe braucht es einen durch die Politik vorgegeben Zielkorridor, der in seiner Erreichung frei gestaltbar sein muss. Die Unternehmen stehen parat und wollen 2026 vor allem eines: bauen.

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