London/Großbritannien (ABZ). – Mit dem "8 Bishopsgate" ist in der "City of London" ein 50-stöckiger, 204 m hoher Wolkenkratzer entstanden, der nach Aussage der Projektverantwortlichen durch seine Energieeffizienz und nachhaltige Bauweise überzeugt.
Das von Stanhope für Mitsubishi Estate London entwickelte und von Arup und Wilkinson Eyre entworfene Bürogebäude erreicht die Energieeffizienzklasse EPC A und wurde mit dem Zertifikat "BREEAM Outstanding" ausgezeichnet.
Eine wesentliche Komponente des Nachhaltigkeitskonzepts ist die doppelschalige Aktivfassade mit Verglasungen von AGC Interpane Architectural Glass, die den CO2-Fußabdruck des Gebäudes und den Klimatisierungsbedarf reduziert.
Das Gebäude an der Ecke von Bishopsgate und Leadenhall Street fällt durch sein abgestuftes Profil auf, das aus gestapelten Segmenten besteht. Diese Bauform maximiert die vermietbare Fläche und schützt gleichzeitig die Sichtachse auf die St. Paul's Kathedrale. Jeder Block der Westfassade kragt aus und ist leicht gedreht, wodurch das Gebäude bereits den Spitznamen "Jenga" erhalten hat.
Auf den entstehenden Zwischenebenen bieten begrünte Dachterrassen Erholungsflächen mit Blick auf die City. Die Bepflanzung trägt zur Biodiversität bei. Ein Regenwassermanagementsystem fängt Niederschläge auf, die nach Filterung für Bewässerung und Toilettenspülung genutzt werden.
Die Ingenieure von Arup optimierten das Stahlskelett durch analytische Simulationen, wodurch das Gewicht um 25 % reduziert werden konnte. Dies entspricht einer Einsparung von 5000 t CO2. Weitere 140 t CO2 wurden durch optimierte Trägerabstände in den höheren Stockwerken vermieden. Ein neuartiges Fundament benötigt laut Angaben des Unternehmens nur etwa ein Drittel der üblichen Pfähle, was zwei Monate Bauzeit und 3000 m³ Beton einsparte.
Regulierung der Sonneneinstrahlung
Der untere Baukörper wurde mit Naturstein verkleidet und besitzt große quadratische Fenster. Der mittlere und obere Block erhielten eine vollständig doppelschalige Verglasung. Für die Regulierung der Sonneneinstrahlung und Blendung entschieden sich die Planer für eine 200 mm tiefe Closed-Cavity-Fassade mit innenliegenden automatisierten Jalousien.
Dachsensoren ermitteln kontinuierlich die Intensität und Position der Sonne und passen die Verschattung entsprechend an, was die Kühllast des Gebäudes verringert. Die Glasfassaden wurden mit einer Projektbeschichtung (ipasol bright white LR) und iplus-Wärmedämmverglasungen von AGC Interpane Architectural Glass ausgestattet.
Bis zur mittleren Gebäudehöhe kommen hauptsächlich Wärmedämmverglasungen der Bezeichnung zum Einsatz, die für Tageslicht sorgen (TL = 78 %), vor dem Auskühlen des Gebäudes schützen (Ug = 1,0 W/(m²K)) und bei tiefstehender Sonne solare Energiegewinne ermöglichen.
20 unterschiedliche Produktkombinationen
Im oberen Segment bilden Prallscheiben mit der Designbeschichtung der Bezeichnung ipasol bright white LR die Außenhülle der Closed-Cavity-Fassade. Nach Herstellerangaben transmittiert die Funktionsbeschichtung viel sichtbares Tageslicht (TL= 83 % im mono-VSG Aufbau) und senkt die Reflexion um etwa ein Drittel gegenüber der Standardbeschichtung. Den inneren Teil der CCF bildet eine iplus 1.1-Wärmedämmverglasung im Zweifachaufbau.
Der oberste Block des Gebäudes, der die öffentliche Aussichtsgalerie "The Lookout" beherbergt, wurde mit der gleichen Kombination verglast, jedoch für höchste Farbneutralität in Verbindung mit eisenarmem Clearvision Basisglas. Insgesamt lieferte AGC Interpane Architectural Glass rund 20 unterschiedliche Produktkombinationen für dieses Gebäude. Alle Basisgläser der ipasol- und iplus-Familie sind mit dem Nachhaltigkeitszertifikat "Cradle to Cradle" in Bronze ausgezeichnet und ebenfalls im Rahmen der CO2-reduzierten Produktion der AGC-Gruppe auch als Low-Carbon-Varianten verfügbar, erläutert der Hersteller.