Das Baujahr 2026 startet unter Bedingungen, die weiterhin herausfordernd sind, aber erstmals seit längerer Zeit wieder Anlass zu verhaltenem Optimismus geben.
Die anhaltende Schwäche der Gesamtwirtschaft, die Auswirkungen des verzögerten Haushaltsbeschlusses und die Unsicherheiten im Zuge der Regierungsbildung haben ihre Spuren hinterlassen.
Entsprechend zeigt sich das Ende des Jahres 2025 statistisch von einer schwächeren Seite, als es die Branche gehofft hatte.
Doch trotz dieser schwierigen Ausgangslage gibt es Entwicklungen, die Hoffnung machen.
Die politischen Strukturen stabilisieren sich langsam, erste Entscheidungen schaffen wieder Orientierung und zentrale Programme – insbesondere das Sondervermögen für Infrastruktur – kommen in Bewegung. Noch ist vieles im Aufbau, noch sind nicht alle Prozesse eingespielt, aber die ersten Ausschreibungen zeigen, dass die öffentliche Hand wieder beginnt zu agieren.
Das ist ein wichtiges Signal für unsere Mitglieder, die in den vergangenen Jahren besonders unter Unsicherheiten und planungshemmenden Verzögerungen gelitten haben. Rückgänge im Hallenbau, bei öffentlichen Gebäuden oder im Brückenbau waren häufig direkte Folgen von fehlender Planbarkeit.
Umso bedeutender ist es, dass mit dem Sondervermögen nicht nur Mittel bereitstehen, sondern auch eine klare Umsetzungsstrategie entsteht, Projekte schneller und effizienter umzusetzen.
Das kann – richtig begleitet – zu einem schrittweisen Wiederanziehen der Nachfrage führen.
Im Verband macht sich eine vorsichtig optimistischere Stimmung bemerkbar. Die Gesamtlage bleibt fragil, doch erstmals seit einiger Zeit überwiegt der Blick nach vorn. Besonders der öffentliche Sektor gewinnt an Bedeutung, denn Brückenmodernisierungen, Ersatzneubauten, Logistik- und Bahnprojekte stehen weiterhin auf der Agenda, auch wenn ihre Umsetzung nicht überall im gewünschten Tempo erfolgt.
Wichtig für die gesamte Branche ist, dass die Erholung kommt.
Leider sicherlich nicht als sprunghafter Umschwung, aber zumindest als stetige Bewegung.
Genau das zeigen auch die volkswirtschaftlichen Prognosen. Das Wachstum in Deutschland und der Eurozone bleibt 2026 moderat, aber positiv genug, um eine leichte Belebung der Bautätigkeit zu unterstützen, ohne die bestehenden Herausforderungen auszuräumen.
Ein Baustein, der 2026 an Gewicht gewinnen dürfte, ist der modulare Stahlbau. Die Vorteile sind bekannt: kurze Bauzeiten, industrielle Präzision, hohe Flexibilität und klare Kostentransparenz.
Angesichts begrenzter Budgets und steigenden Zeitdrucks beginnen Kommunen und Unternehmen zunehmend, diese Qualitäten strategisch zu nutzen.
Die Verbindung aus modularer Bauweise, Wiederverwendbarkeit von Bauteilen und dem Ausbau von grünem Stahl eröffnet neue Perspektiven für Projekte, die wirtschaftlich wie ökologisch überzeugen können.
Auch wenn der Markt noch nicht überall durchstartet, deutet vieles darauf hin, dass genau in diesem Bereich wichtige Wachstumsimpulse entstehen.
Damit 2026 zum Jahr des Aufbruchs wird, braucht es klare politische Leitplanken. Dazu gehören verbindliche Ausschreibungen, realistische Umsetzungsfristen und eine Beschleunigung der Verfahren. Die Industrie ist bereit, ihren Beitrag zu leisten, doch Planbarkeit ist dabei unverzichtbar. Wenn das Sondervermögen seine Wirkung entfalten soll, müssen Bund und Länder konsequent dafür sorgen, dass die Mittel nicht in Bürokratie stecken bleiben, sondern auf den Baustellen ankommen.
Unsere Branche hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie widerstandsfähig ist. Jetzt ist der Moment, diese Resilienz in Wachstum und Innovation umzuwandeln. Mit dem modularen Stahlbau, mit der Wiederverwendung von Bauteilen, mit grünem Stahl und einer klaren politischen Agenda können wir zeigen, wie modernes und nachhaltiges Bauen funktioniert.
Das Jahr 2026 hat damit das Potenzial, ein Wendepunkt zu werden. Ein Jahr, in dem Investitionen fließen, Infrastrukturprojekte Fahrt aufnehmen und der Stahlbau seine zentrale Rolle wieder stärkt.
Der Weg liegt vor uns und wir sind bereit, ihn zu gehen.