Zum Inhalt springen

Der City Tower One in Dubai wächst im Eiltempo

Der City Tower One in Dubai, ein 358 m hoher Wolkenkratzer mit 93 Etagen, wird mit Meva-Kletterschalungssystemen gebaut. Ein Stockwerk wird in einer Woche fertiggestellt.

Von ABZ
Eine Etage pro Woche
Das MGC-H klettert am Kern empor, darunter ist ein Sprung der Kernwand nach außen zu erkennen. Die mehrmals wechselnden Wandstärken erforderten eine Sonderlösung. | Foto: Meva

Dubai/Vereinigte Arabische Emirate (ABZ). – Die beeindruckende Skyline von Dubai ist bald um einen 358 m hohen Wolkenkratzer reicher. Beim Bau des City Tower One, mit Büroflächen und 600 Wohneinheiten auf 93 Etagen, wurde der zentrale Kern des Gebäudes mit Klettersystemen und Schalung von Meva pünktlich fertiggestellt. Dies war ein wichtiger Beitrag zur Einhaltung des engen Zeitplans.

Schon 2008 hatte sich Meva laut eigener Aussage in Dubai etabliert und mit der Deckenschalung MevaDec zum Bau des bis heute höchsten Gebäudes der Welt, des Burj Khalifa, beigetragen. Seither seien viele bedeutende Projekte im Emirat mit Lösungen des Schwarzwälder Unternehmens erfolgreich umgesetzt worden, so wie das bekannte Museum of the Future. Auf der anderen Seite der Sheikh Zayed Road wächst der City Tower One im Eiltempo in den blauen Himmel.

Das Bauunternehmen DCC (Dubai Contracting Company L.C.C.) ist auf Hochhausbauten mit Kletterschalung spezialisiert. Nach intensiven Gesprächen mit einem Meva-Team kam es zum Abschluss: DCC vertraute für die Errichtung des zentralen Kerns – gewissermaßen das Rückgrat des Bauwerks – erstmals auf die Technologie des deutschen Schalungsspezialisten. Der Kern auf einer Fläche von rund 30 x 20 m reicht bis in die oberste Etage und enthält zahlreiche weitere Wände für Treppenhäuser und Aufzüge.

Zwei Kombinationen von Schalung und hydraulischem Klettersystem wurden genutzt. Die inneren Kernwände wurden mit dem MAC (MEVA Automatic Climbing) und der leichten Wandschalung AluFix errichtet. Für die Außenwände des zentralen Kerns bildete das schienengeführte MGC-H (MEVA Guided Climbing) eine feste Einheit mit eingehausten Arbeitsplattformen und der Wandschalung Mammut 350. Das modular anwendbare Klettersystem kam in Komplettausstattung mit drei übereinander montierten Arbeitsebenen zum Einsatz. Auf Kundenwunsch nach hoher Flexibilität plante und unterteilte Meva laut eigener Aussage das gesamte Klettersystem in vier unabhängig voneinander kletterbare L-förmige Einheiten.

So konnte, so die Beteiligten, je nach Baufortschritt an jeder Ecke individuell geklettert und noch schnellerer Baufortschritt erzielt werden. Anfangs wurden alle Klettereinheiten sicher und komfortabel am Boden montiert, Ende April 2023 per Kran aufgerichtet und an den unteren Wänden eingehängt. Im Juli 2023 war bereits die 12. Etage des zentralen Kerns betoniert und exakt zwölf Monate später waren 70 Etagen geschaffen. In einem Jahr wurden also 58 Etagen fertig.

"Ein Stockwerk pro Woche war die Vorgabe", erklärt Meva-Ingenieur Stefan Kappler und freut sich, dass dieses Ziel bereits früh im Projekt erreicht und übererfüllt wurde. Kappler gehört dem Team der Zentralen Anwendungstechnik am Meva-Stammsitz Haiterbach an und verantwortet mit seinem Kollegen Jochen Stoß die Koordination dieses Projekts. Seit Oktober 2024 sind die Arbeiten am Kern pünktlich beendet, die Meva-Systeme wurden bereits demontiert.

Der City Tower One war dem Unternehmen zufolge für Meva ein interdisziplinäres Pilotprojekt. Der Faktor Zeit sei fordernd gewesen, daher wurden die Aufgaben auf drei Arbeitsgruppen verteilt: Kapplers Team war für die Anwendung des MGC-H zuständig, ein weiteres in Singapur kümmerte sich um den Einsatz des MAC, während Meva Gulf in Dubai die Schalungsplanung verantwortete. Schon die Zeitspanne vom Auftragseingang bis zur Lieferung an die Baustelle sei kurz, doch die Teams vernetzten sich schnell in zahlreichen Online-Sitzungen.

Die Kletterschalung wurde 24/7 auf der Baustelle zusammengebaut. Da DCC bis dato keine Erfahrung mit diesen Systemen hatte, wurden die Bautrupps vor Ort intensiv durch Meva-Monteure betreut und eingelernt. So konnten sie schon bald eigenverantwortlich arbeiten. Unterstützung leisteten auch eigens erstellte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur sicheren Anwendung.

Wechselnde Wandstärken und mehrere Sprünge des Klettersystems nach innen und außen sollen einen hohen technischen Anspruch beim Bau des zentralen Kerns bewirkten. Zugunsten der Statik weisen die Wände an drei Stellen über jeweils vier Etagen (Stockwerke 22 bis 25, 45 bis 48, 69 bis 72) einen dickeren Betongürtel auf. Die Schalung musste also abwechselnd viermal nach innen (um 5, 30, 35 und 40 cm) sowie dreimal nach außen (um 15, 25 und 30 cm) gesprungen werden. Der komplexeste Sprung, von 50 auf 80 cm Wandstärke, wurde in der 69. Etage bewältigt, berichtet Meva.

Diese Sprünge wirkten sich laut Unternehmen nicht nur auf die Abstände zwischen den Arbeitsbühnen aus, wo Lücken bis zu 40 cm flexibel mit Klappenlösungen überbrückt wurden. Komplex soll vor allem die Vorarbeit gewesen sein. Die Meva-Abteilung für Sonderkonstruktion entwickelte spezielle Gleitschuhe für die MGC-H-Schienen, die zum Einsatz kamen, wenn die Kletterschalung per Kranhilfe von der Wand weg- und nach oben gehoben wurde. Die Gleitschuhe zur Fixierung der senkrechten MGC-H-Träger ließen sich über einen Arm auf die gewünschte Entfernung von der fertig betonierten Wand wegschieben. Dabei blieb die Kletterschalung jederzeit mit dem Bauwerk verbunden und wurde dauerhaft geführt. Spezielle Anlenkstangen glitten ebenfalls mit hinauf und fädelten von selbst in den Schuh auf der nächsten Ebene ein, beschreiben die Beteiligten.

Auch für eine andere Schwierigkeit fand Meva laut eigener Einschätzung eine zuverlässige Lösung: Da zwischen der Wand des zentralen Kerns und einer Innenwand nicht ausreichend Platz für die MGC-H-Arbeitsbühnen bestand, lieferte Meva individuelle Galgen und schmalere Bühnen, die den Arbeitern eine komfortable und sichere Basis bot.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Marktentwicklung

Alle anzeigen

Weiter keine Trendwende in Sicht

Von dpa
/

Weitere von ABZ

Alle anzeigen