Kaarst (ABZ). – Das Sportforum Kaarst-Büttgen steht vor einem Neustart. Die traditionsreiche Radsportanlage im Rheinland wird unter der Generalplanung von Ledwig Spinnen Architekten aus Mönchengladbach saniert und erweitert.
Das Projekt geht laut Angaben der Planer weit über eine klassische Sanierung hinaus. Ziel sei es, die Bedingungen für Leistungs-, Schul- und Breitensport erheblich zu verbessern und zugleich durch eine energetische Modernisierung den Primärenergiebedarf zu reduzieren, so das Architekturbüro.
Als Ergänzung soll ein zweigeschossiger Neubau auf der Nordostseite errichtet werden. Dort entstehen Trainings- und Athletikräume, neue Umkleiden sowie Verwaltungszonen für den Radsportverband, wie Ledwig Spinnen Architekten mitteilen. Eine innen- und außenliegende Rampenanlage mit Tunnel gewährleistet künftig barrierefreien Zugang zum Innenbereich, ohne die Bahn zu kreuzen. Architektonisch orientiert sich das Projekt an der markanten Großform der bestehenden Halle: Segmentierte Aluminiumpaneele, horizontale Lamellen und ein durchlaufendes Vordach strukturieren das Volumen und schaffen eine klare Präsenz im Stadtraum.
Die technische Ausstattung des Sportforums wird vollständig erneuert. Bei der Wärmeversorgung ersetzen die Planer die bisherigen Dunkelstrahler und Gasthermen durch eine Großwärmepumpe ohne fossile Spitzenlast. Die Wärmeverteilung soll über Deckenstrahlplatten und ein ovales Heizsegel über der Bahn erfolgen.
Die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik wird gleichfalls erneuert und erhält eine witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung, Nachtabsenkung sowie eine flexible Anlagensteuerung. Eine Photovoltaikanlage mit circa 140-Kilowatt-Peak-Leistung soll für regenerative Eigenstromversorgung sorgen.
Sportfachlich wird die Radrennbahn saniert und nach Vorgaben des Weltradsportverbands UCI angepasst. Dazu gehört unter anderem die Erhöhung der Bande auf 1,40 m sowie die Einrichtung neuer Sicherheitszonen. Im Infield wird ein neuer elastisch gelagerter Vinyl-Sportboden eingebaut, der für Rollsport, Trainingsgeräte und Veranstaltungen geeignet ist.
Das Projekt ist förderfähig durch Programme zur energetischen Sanierung mit einer prognostizierten Reduktion des Primärenergiebedarfs um mindestens 50 %. Die Leistungsphase 3 wurde 2025 abgeschlossen. Bei Förderungszusagen ist der Baubeginn für 2027 geplant, die Fertigstellung für Ende 2029.
Bauherr ist die Stadt Kaarst zusammen mit dem Trägerverein Sportforum Kaarst-Büttgen e. V. mit Unterstützung durch den Rhein-Kreis-Neuss, der laut den Planern 50 % der Kosten übernimmt. Die Bruttogrundfläche von Bestand und Neubau beträgt circa 9000 m², die Gesamtkosten liegen bei circa 27,9 Millionen Euro.