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"Eine stabile Basis für die kommenden Jahre"

Die Baukonjunktur zeigt Anzeichen der Stabilisierung, doch politische Unsicherheiten und Rohstoffengpässe bleiben Herausforderungen. Innovative Technologien und präventive Wartung könnten entscheidend sein.

Von ABZ
Bauaussichten 2026
Holger Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen GmbH |

Die Erwartungen an das Geschäftsjahr 2026 sind durchwachsen: Es gibt Anzeichen für eine Erholung der Baukonjunktur, getragen vor allem vom Tiefbau.

Funktionierende Straßen, Brücken und Schienen sind unverzichtbar, aber Infrastruktur umfasst mehr: Strom-, Wasser-, Gas- und Fernwärmeleitungen sowie ein Breitbandnetz sind ebenso Grundvoraussetzung für eine leistungsfähige Volkswirtschaft. Auch hier schlummert Potenzial – der Leitungsbau wird weiter an Bedeutung gewinnen. Prognosen der wichtigsten Verbände gehen aktuell von einem Marktwachstum um rund 15 Prozent bis 2030 aus.

Neue Chancen verspricht die Energiewende in Form von Windkraftanlagen und Solarparks. Künstliche Intelligenz treibt den Ausbau von Rechenzentren voran. Das sind positive Signale, die auf eine Stabilisierung der Baukonjunktur hinwirken. Als Händler und Servicepartner von Cat Baumaschinen nehmen wir wahr, dass gut aufgestellte Bauunternehmen bereits jetzt von der Dynamik im Segment Tiefbau profitieren.

Nach wie vor besteht jedoch politische Unsicherheit: Handelskonflikte, insbesondere mit den USA und China, trüben die Aussichten. Die aktuelle Chipkrise ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal für die gesamte Wirtschaft und zeigt, wie abhängig wir inzwischen von Seltenen Erden sind. Ob Akkus, Halbleiter oder Magnete: Sie alle stecken in Smartphones, Windkraftanlagen, Autos und eben auch in Baumaschinen. Die Rohstoffversorgung wird damit zu einem kritischen Faktor – nicht nur bei Seltenen Erden, sondern auch bei Sand und Kies. Ihre Förderung steht unter massivem Druck, was die Erweiterung und Erschließung von Gewinnungsstätten betrifft.

Was den Wohnungsbau anbelangt, wird sich die Krise, wenn man den Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft glaubt, zuspitzen. Weiterhin besteht Unsicherheit, wie stark Sondervermögen, Investitionsbooster und Bau-Turbo ihre Wirkung entfalten und die Baukonjunktur ankurbeln. Es wäre fatal, wenn die genehmigten Mittel nicht zweckgebunden eingesetzt werden, was viele Experten befürchten.

Ob es nächstes Jahr zu einem Wendepunkt kommt, wird stark davon abhängen, ob sich Genehmigungsverfahren beschleunigen. Wir müssen beim Bürokratieabbau schneller vorankommen und uns vom viel zu engen Korsett aus Verordnungen befreien. Nur: strukturelle Probleme haben sich über viele Jahre aufgestaut – wir werden wohl noch etwas Geduld brauchen, bis sich Fortschritte bemerkbar machen und dann die dringend benötigen Infrastrukturmaßnahmen endlich umgesetzt werden.

Falsch wäre es jedoch, diese Situation auszusitzen. Auch wenn die Wirtschaft feststeckt, so gehen viele Unternehmen bald von einer Erholung aus – das zeigt beispielsweise der Zukunftsmonitor 2025 der Messe München, der 128.000 Befragungen aus mehr als zehn Branchen umfasst. Entscheidend ist, wettbewerbsfähig zu bleiben und sich in solchen Übergangsphasen auf die Zeit danach vorzubereiten, wenn der Bau-Turbo zündet. Das bedeutet, an digitalen Strukturen zu feilen und Prozessen zu optimieren, um Abläufe auf der Baustelle, für die in Zukunft weniger Fachpersonal zur Verfügung stehen wird, effizienter zu gestalten.

Ein großer Hebel dafür ist moderne Technik kombiniert mit innovativen Technologien. Investitionen in die Flotte sollten zielgerichtet erfolgen, was ohnehin verstärkt zu beobachten ist. Unternehmen investieren bewusster, vergleichen genauer und achten stärker auf Gesamtkosten über den Lebenszyklus einer Maschine hinweg, was uns in die Hände spielt.

Immer mehr Betriebe fassen dabei Assistenzsysteme wie Maschinensteuerungen ins Auge, die immer wichtiger werden, um bestehende Bauaufgaben produktiver, effizienter und sparsamer im Verbrauch zu bewältigen. Einer der kosteneffizientesten Faktoren für einen langfristig zuverlässigen und produktiven Maschinenbetrieb wird jedoch gerne unterschätzt: die Planung von Wartungen und Instandhaltungen, um einen Stillstand einer Baumaschine zu vermeiden.

Hier wird viel Potenzial verschenkt. Durch frühzeitige, vorbeugende Maßnahmen können Kosten gesenkt und die Maschinenverfügbarkeit deutlich erhöht werden. Schon heute lässt sich per Auswertung von Fehlercodes und kontinuierlichem Zustandsmonitoring proaktiv sicherstellen, das Ausfallrisiko zu minimieren. Hier haben wir bei Zeppelin im Service von Baumaschinen ein neues Niveau erreicht. Das ist bislang in der Branche noch einzigartig.

2026 wollen wir hier die Kommunikation mit unseren Kunden weiter ausbauen, wenn eine Baumaschine einen Eventcode für einen Fehler generiert und dann mit einer konkreten Handlungsempfehlung verknüpft. Kurze Reaktionszeiten und Verfügbarkeit tragen zur Prozessoptimierung im Einsatz von Baumaschinen bei und sind ein Trend, der sich weiter verstärken wird. Wer solche Möglichkeiten nutzt, schafft eine stabile Basis für die kommenden Jahre.

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