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Die Ästhetik der Simplizität nutzen

Die Halle S//46 in Altenkirchen, geplant von Aretz Dürr und ausgeführt von Schumann Project GmbH, kombiniert Polycarbonat-Fassade, Holzbauweise, Nachhaltigkeit und Flexibilität.

Von ABZ
Energieeffiziente Polycarbonat-Fassade
Die Halle S//46 im Gewerbepark Graf-Zeppelin-Straße in Altenkirchen weist eine klare und präzise Architektur auf. | Foto: Ben Schumann

Altenkirchen (ABZ). – Die Halle S//46 in Altenkirchen steht, so Rodeca, sinnbildlich für klare Funktionalität, Ästhetik und Nachhaltigkeit. Geplant und ausgeführt wurde das Lager- und Produktionszentrum der Schumann Project GmbH vom Architekturbüro Aretz Dürr.

Dabei erhielt der Holzneubau für die Möbelwerkstätten eine moderne Fassade aus Polycarbonat-Paneelen von Rodeca. Neben einer makellosen Oberfläche punkten diese laut eigener Aussage insbesondere in Hinblick auf Langlebigkeit und Energieeinsparung.

Im Industrie- und Gewerbegebiet Graf-Zeppelin-Straße von Altenkirchen im Westerwald ist ein laut Errichter zukunftsweisendes Gebäude entstanden: das neue Lager- und Fertigungszentrum der Schumann Project GmbH. Historischer Kern ist die 1890 gegründete Möbelwerkstätte. Ergänzt wird das Unternehmen seit 2005 durch eine zweite Firma, die sich auf Innenausbauten spezialisiert hat.

Im Jahr 2021 erhielt diese Tochterfirma ein eigenes Gebäude, das von Schumann selbst entworfen und realisiert wurde – unmittelbar neben dem Hauptsitz. Knapp drei Jahre später vergrößerte sich die Unternehmensgruppe erneut: Mit der Halle S//46 wurde in einer sechsmonatigen Bauzeit im Januar 2024 ein weiterer Baustein der Entwicklung des Gewerbeensembles Graf-Zeppelin-Hallen fertiggestellt. Ressourcenschonende Materialien, Flexibilität sowie ein naturverbundener, reduzierter Stil stehen im Fokus des Gebäudes, so das Unternehmen.

Klare Linienführung aus

Die Planung der Halle berücksichtigte insbesondere die Schaffung einer nachhaltigen Nutzung der Fläche sowie die Möglichkeit für zukünftige Erweiterungen, heißt es. Diese Anforderungen wurden in ein architektonisches Konzept integriert, das sowohl Funktionalität als auch Ästhetik präsentiere. Federführend war dabei das 2019 gegründete Architekturbüro Aretz Dürr aus Köln. Die Halle S//46 erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über eine Länge von 60 m. Mit einer möglichen, zukünftigen Erweiterung um weitere 60 m wird sie eine Gesamtfläche von knapp 3000 m² erreichen. Zudem ist sie in mehrere Einheiten flexibel teilbar. Das Gewerbe- und Industriegebiet Graf-Zeppelin-Straße in Altenkirchen biete aufgrund seiner zentralen Lage in Deutschland und der guten Infrastrukturanbindung einen geeigneten Standort.

Der Neubau zeichne sich durch seine klare und präzise Linienführung in der architektonischen Gestaltung aus. "Die 40 Meter langen Leimholzbinder im Achsabstand von 6 Metern spannen 24 Meter frei und kragen gen Osten und Westen weitere 8 Meter aus. Durch Koppel- und horizontale Druckstäbe verbunden, und mit Trapezblech eingedeckt, wird das fein austarierte und weit auskragende Tragwerk durch die gezielte Verteilung der Dachlasten in Kombination mit der strukturellen Ordnung optimiert. Es entstehen Trägerquerschnitte von 24 auf 120 Zentimetern. Die Stützen sind in Querrichtung teileingespannt und durch je drei außenliegende Druckstäbe in Längsrichtung gehalten", erläutert das federführende Architekturbüro Aretz Dürr zur Konstruktion der Lager- und Produktionshalle.

Mit Holz als Hauptbaumaterial setzen die Architekten auf einen nachwachsenden Rohstoff. Die verwendete Menge Holz entspreche einer Speicherung von rund 219 t Kohlenstoffdioxid als Kohlenstoff in der Holzsubstanz. Zu dem nachhaltigen Gesamtkonzept zähle auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, welche den gesamten Strombedarf inklusive der anfallenden Heizlast deckt.

Qualität über Jahre hinweg

Für die Fassade des Holzbaus fiel die Wahl auf die Polycarbonat-Mehrkammerpaneele von Rodeca – speziell auf das PC-Lichtbauelement 2560-12. Seine 12-schalige Nut- und Federkonstruktion ermöglicht laut Hersteller sprossenlose Oberflächen, die sowohl ästhetisch als auch funktional überzeugen. Ein co-extrudierter UV-Schutz soll dafür sorgen, dass die Paneele ihre Qualität über Jahre hinweg behalten.

Gefertigt aus hochwertigem Polycarbonat, zeichnen sie sich durch ihr geringes Gewicht sowie eine hohe Bruch- und Hagelsicherheit aus, versichert das Unternehmen. Im Inneren der Lagerhalle wurde ein durchgehender Anprallschutz aus Stahlgittermatten umgesetzt, um die Fassade zusätzlich zu schützen, ohne dabei, so heißt es, Abstriche bei der Transluzenz der Polycarbonat-Paneele machen zu müssen. Das Rodeca-Paneel-System ist zudem als schwer entflammbar mit der Baustoffklasse B-s1, d0 nach EN 13501 klassifiziert. Mit einem U-Wert von 0,75 W/m²K biete es überdies gute Wärmedämmeigenschaften. Die Paneele haben eine Stärke von 60 mm und eine Breite von 500 mm.

Ausschlaggebend für die Verwendung der Polycarbonat-Elemente 2560-12 bei der Halle S//46 war unter anderem ihre hohe Lichtdurchlässigkeit aufgrund ihrer natürlichen Transluzenz, berichten die Beteiligten. Diese schaffe einen lichtdurchfluteten Innenraum, wodurch die künstliche Belichtung zur Lagerlogistik minimiert werde.

Zeitgleich ist der Einblick in die Halle durch die transluzente Wirkung begrenzt. Darüber hinaus biete die thermisch getrennte Konstruktion des Rodeca-Paneel-Systems eine geeignete Wärmedämmung, die zur Energieeffizienz des Gebäudes beitragen soll. Durch die weitauskragenden Vordächer wird eine konstruktive Verschattung der Fassade im Sommer ermöglicht.

Im Winter kann die tief stehende Sonne dazu beitragen, den Heizbedarf des Gebäudes zu senken. Weiter wurden in die Fassade vier Sektionaltore der BeluTec Vertriebsgesellschaft mbH eingesetzt. Dabei bot sich die Rodeca-Ausführung PC 2560-12 besonders an, da diese auch für die Beplankung von Toren geeignet ist, betont der Hersteller. Dies wurde als Sonderkonstruktion und in enger Zusammenarbeit zwischen BeluTec, dem Architekturbüro und der Rodeca GmbH umgesetzt.

Mit der Halle S hat das Gewerbegebiet Altenkirchen nicht nur ein architektonisch ansprechendes neues Gebäude erhalten, sondern auch die Schumann Project GmbH eine nachhaltige, funktionale sowie flexible Lager- und Produktionsfläche, betonen alle Beteiligten.

ABZ

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