Zum Inhalt springen

"Layher-Gerüste sind die maßgebenden Systeme im Markt"

Layher präsentiert zur bauma innovative Gerüstlösungen, betont Partnerschaft und digitalen Fortschritt. Effizienz, Nachhaltigkeit und Service stehen im Fokus.

Von ABZ
Exklusiv-Interview mit Layher
Wolf Christian Behrbohm ist Geschäftsführer der Wilhelm Layher GmbH & Co KG. | Foto: Layher

Gerüsthersteller Layher hat zur bauma einige Neuheiten vorgestellt. Geschäftsführer Wolf Christian Behrbohm erläutert im Interview mit ABZ-Chefredakteur Kai-Werner Fajga neue Produkte, zeigt neue Geschäftsfelder für Kunden auf und erklärt, warum für Layher-Kunden "Mehr möglich" sein soll..

ABZ: Herr Behrbohm, nach der bauma ist vor der Bundesfachtagung. Was nehmen Sie aus München mit?

Behrbohm: Zuerst einmal möchte ich mich bei unseren zahlreichen Kunden und Interessenten bedanken – für ihren Besuch, für das große Interesse und das tolle Feedback. Wir konnten bei unseren Kunden nicht nur eine optimistische Stimmung feststellen, sondern es wurde uns auch bestätigt, dass das "Mehr", das Layher für seine Kunden möglich macht, weiterhin ein wichtiger Erfolgsfaktor im Gerüstbau ist.

ABZ: Sie hatten das "Mehr" in Ihrem Motto aufgegriffen. Was verbirgt sich dahinter?

Behrbohm: Mit dem Motto "Für Euch das Mehr. Von uns das Möglich." haben wir das Layher-Versprechen "Mehr möglich" aufgegriffen. Grundlage hierfür ist unser Partnerschaftsmodell. Wir setzen auf Teamarbeit. Unsere Gerüstbaukunden bieten für Handwerk, Baugewerbe und Industrie ein überzeugendes Komplettangebot aus Materialbereitstellung sowie Montage von sicheren und wirtschaftlichen Gerüstlösungen. Und wir unterstützen unsere Kunden dabei mit innovativen Lösungen, Produkten sowie Services und Beratungsangeboten. Der Erfolg unserer Kunden, das ist unser Ziel.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass erfolgreiche Gerüstprojekte von drei Faktoren maßgeblich abhängen. Da ist zum ersten das richtige Produkt, also das richtige Gerüstsystem. Die sorgfältige digitale Vorplanung beziehungsweise die Digitalisierung mit Layher SIM allgemein hat sich in den vergangenen Jahren zum zweiten Erfolgsfaktor entwickelt. Und der dritte Erfolgsfaktor ist das Know-how unserer Kunden. Es zeigt sich immer wieder, dass professionelle Gerüstbauer deutlich schneller und sicherer montieren als unerfahrene Monteure. Nicht umsonst ist der Gerüstbau ein anerkannter Ausbildungsberuf und ein meisterpflichtiges Vollhandwerk.

ABZ: Bei welchen dieser Punkte können Sie Ihre Kunden unterstützen?

Behrbohm: Wir unterstützen unsere Kunden in jeder Phase eines Gerüstprojekts. Von der Planung über die Logistik bis hin zur Montage. Und darüber hinaus.

ABZ: Was bedeutet das?

Behrbohm: Lassen Sie uns mit dem ersten Erfolgsfaktor beginnen – dem richtigen Produkt. Layher Gerüste sind die maßgebenden Systeme im Markt. Die Summe vieler einzelner Aspekte macht für unsere Kunden dabei den Unterschied – das beginnt bei der Auswahl der Rohmaterialien und einer durchgängig kontrollierten Fertigung in Deutschland – Voraussetzung für sicheres Arbeiten in großen Höhen und Investitionssicherheit dank langer Lebensdauer. Geht es um Effizienz bei Montage und Logistik, ist wiederum das Produktdesign ausschlaggebend. Hier müssen viele Faktoren zusammenspielen. Die durchdachte Bauteilform für ergonomisches Handling. Das leichte Bauteilgewicht bei hoher Tragfähigkeit als Basis für materialsparende Konstruktionen. Intuitive Aufbaufolgen aus wenigen Grundbauteilen. Schraubenlose Verbindungstechniken mit ausgeklügelten Anschlusselementen wie dem Blitz Knotenblech oder dem Allround-Kraftknoten für optimale Kraftübertragung. Eine hohe Passgenauigkeit mit dem richtigen Maß an Spiel, sodass nicht nur eine schnelle Montage, sondern auch eine schnelle Demontage sichergestellt ist. Dies alles trägt dazu bei, dass Gerüstbauer einfach, schnell und ermüdungsfrei arbeiten können. Bei jedem einzelnen Projekt. Und obwohl die Layher-Systeme all diese Anforderungen spielend erfüllen, entwickeln wir unsere Systeme trotzdem kontinuierlich weiter. Damit unsere Kunden immer auf dem neuesten Stand der Technik sind.

ABZ: Wo sehen Sie in der Entwicklung noch Ansatzpunkte?

Behrbohm: Wir wollen den Gerüstbau durch innovative Systemlösungen immer noch einfacher, noch schneller und noch sicherer machen. Zum einen, indem wir unsere Systeme weiterentwickeln. Ein Beispiel ist hier die Layher Lightweight-Technologie, mit der wir das Gewicht und auch – wo sinnvoll – auch die Bauhöhe unserer Systembauteile reduzieren konnten. Und zwar bei gleichbleibend hoher Tragfähigkeit. Zum anderen entwickeln wir regelmäßig neue Ausbau- und Ergänzungsbauteile, die unseren Kunden die Arbeit erleichtern oder sogar neue Geschäftsfelder erschließen.

ABZ: Was hatten Sie dazu auf der bauma vorgestellt?

Behrbohm: Unsere Kunden konnten auf der bauma in jedem Themenbereich Neuheiten entdecken. Für die Fassade. Für Baulösungen. Und für die Industrie. In der Industrie gibt es beispielsweise überaus hohe Sicherheitsvorschriften. Auf der bauma haben wir unter anderem die neue Stahlbohle Xtra-Slim vorgestellt, eine baupraktische Lösung mit nur 20 Millimetern Bauhöhe für vollausgedeckte Belagsflächen im Eckbereich oder bei Überbrückungen. Einsetzbar ist diese bis Lastklasse 6 für Stützweiten bis 80 Zentimeter. Damit können unsere Kunden ihren Kunden maximal trittsicheres und effizientes Arbeiten bieten.

ABZ: Sie sprachen vorhin auch von neuen Geschäftsfeldern, können Sie dazu ein Beispiel nennen?

Behrbohm: Natürlich. Unser Anspruch ist es, dass die Layher-Systeme vielseitig im Einsatz sind. Damit können Gerüstbauunternehmen für Baustellen ein breites Leistungspaket bieten, das weit über das klassische Fassadengerüst hinausreicht – Treppentürme, Trag- und Bewehrungsgerüste oder auch temporäre Überdachungen und Einhausungen. Ein konkretes Beispiel sind Überbrückungen – seien es Überbrückungen von Baugruben, temporäre Fußgängerbrücken oder auch die Abfangung großer Lasten. Neben den klassischen Gitterträgern gibt es von Layher weitere erfolgreich am Markt etablierte Trägerlösungen mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Für den Aluminium-Träger FlexBeam haben wir zum Beispiel jetzt auch eine O-Version vorgestellt. Neben den bekannten Einsatzmöglichkeiten des FlexBeams wie Flächengerüste oder Brückenunterkonstruktionen – montierbar auch im Freivorbau – lässt sich die Neuheit auch als Fahrschiene für fahrbare Wetterschutzdächer nutzen. Je breiter das Anwendungsspektrum, umso robuster das Geschäft unserer Kunden bei konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Baufeldern. Umso höher der Materialumschlag. Und umso schneller die Amortisation von Investitionen.

ABZ: Das Thema Nachhaltigkeit war eines der zentralen Themen auf der bauma. Was ist Ihre Antwort darauf?

Behrbohm: Wir haben den Vorteil, dass Layher-Gerüste durch die vielseitigen und generationsübergreifenden Einsatzmöglichkeiten bereits überaus nachhaltig im Einsatz sind. Dies sorgt bei unseren Kunden für Investitionssicherheit und spart Ressourcen. Anlässlich der bauma haben wir zudem erstmals eine CO2-reduzierte Variante unseres leistungsstarken Stahlbodens LW präsentiert. Dieser besitzt einen um 40 Prozent reduzierten CO2-Ausstoß. Wenn man sich überlegt, dass Gerüstböden rund ein Drittel von Gerüstkonstruktionen ausmachen, ist die CO2-Einsparung deutlich messbar. Ein weiterer Baustein, mit dem unsere Kunden künftig ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können.

ABZ: Ist hier im Gerüstbau schon ein Bedarf vorhanden?

Behrbohm: Wir haben auf den Layher Stammtischen auch das Thema Nachhaltigkeit diskutiert und waren überrascht, wie intensiv sich Unternehmen teilweise schon damit befassen. Einmal, weil sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen möchten. Aber auch, weil sie für sich einen Wettbewerbsvorteil erkennen können. Über kurz oder lang wird Nachhaltigkeit vermutlich bei der Vergabe von Aufträgen eine größere Rolle spielen. Und bei Finanzierungen werden manche unserer Kunden bereits heute danach gefragt. Mit dem CO2-reduzierten Stahlboden steht unseren Kunden jetzt eine konkrete Lösung zur Verfügung, mit der sie CO2 einsparen können. Ein Thema insbesondere in der Industrie.

ABZ: Sie sprachen vorhin von weiteren Erfolgsfaktoren im Gerüstbau wie der Digitalisierung mit Layher SIM. Gibt es hier ebenfalls Neuigkeiten?

Behrbohm: Auf jeden Fall. Wir haben für den Prozess Layher SIM verschiedene digitale Services vorgestellt. Layher SIM zeigt ja über den gesamten Lebenszyklus eines Gerüstprojekts einfach umzusetzende Möglichkeiten zur Digitalisierung von Arbeitsschritten auf – von der Planung über die Logistik bis hin zur Ausführung. Gerade beim letzten Punkt gab es oftmals einen digitalen Bruch. Damit meine ich, dass Gerüstkonstruktionen zuerst digital in 3D geplant und vom 3D-Gerüstmodell dann 2D-Pläne für die Baustelle aufwendig abgeleitet wurden. Mit zwei neuen Services können unsere Kunden die 3D-Gerüstmodelle jetzt auch bei der Montage direkt nutzen. Erster Schritt – Einmessen der Gerüstunterkonstruktion. Das sogenannte "Anlegen" erfolgte bislang meist konventionell mit Messmitteln wie Maßband oder Schnur. Mit dem neuen Service SIM2Field – übrigens ein Finalist beim bauma-Innovationspreis – kann das Einmessen jetzt mittels Totalstation auf Basis des digitalen Gerüstzwillings erfolgen. Das ist schneller, präziser. Und mit der SIM2Field XR App profitieren unsere Kunden auch im weiteren Montageverlauf vom 3D-Gerüstmodell.

ABZ: Wie geschieht das?

Behrbohm: Das 3D-Gerüstmodell lässt sich mithilfe von Augmented Reality über die SIM2Field XR App in der realen Umgebung darstellen. Als Gesamtmodell. Im Explosions-Modus zur Darstellung von Details des Zusammenbaus. Mit interaktiver Stücklisten-Funktion inklusive Artikelbezeichnung, Artikelnummer und Bauteilgewicht. Davon profitieren dann bei der Montage speziell auch unerfahrene Monteure. Außerdem können in der App weitere Informationen bereitgestellt werden, etwa Aufbau- und Verwendungsanleitungen als PDF. Damit haben Gerüstbauer alles Wichtige immer dabei. Kunden und Interessenten waren gleichermaßen begeistert. Und nicht nur begeistert, die neuen Möglichkeiten werden in der Praxis bereits von etlichen Kunden regelmäßig erfolgreich genutzt.

ABZ: Das ist dann also die Unterstützung bei der Montage, von der Sie zu Beginn sprachen?

Behrbohm: Das ist ein Baustein, mit dem wir unsere Kunden beim dritten Erfolgsfaktor, dem Montage-Know-how, unterstützen. Genau. Hinzukommen aber auch bekannte Services wie das umfangreiche Seminar- und Schulungsprogramm von Layher sowie die Unterstützung auf Baustellung durch unsere erfahrenen Richtmeister. Dafür steht "Mehr möglich". Innovative Produkte. Und ein Mehr an Service.

ABZ: Was verbirgt sich noch hinter dem Schlagwort Service bei Layher?

Behrbohm: Wir unterstützen unsere Kunden über den gesamten Verlauf eines Gerüstprojekts. Angefangen von einer umfassenden Technischen Dokumentation inklusive Bauaufsichtlicher Zulassungen und Typenprüfungen über die Unterstützung durch unsere Anwendungsingenieure mit Anwendungs- und Baustellenberatung sowie Ausführungsplanung und Projektbegleitung bis hin zur hohen Layher-Lieferbereitschaft. Die Saison geht gerade wieder richtig los und unsere Kunden können ihr benötigtes Material entweder direkt aus dem Layher-Zentrallager abrufen oder bei kurzfristigem Bedarf auch bei einem unserer bundesweit 30 Service-Stützpunkte abholen. Außerdem steht ein gut sortierter Mietpark zur Verfügung. Etwa für Bedarfsspitzen und auch darüber hinaus. Ich lade Kunden und Interessenten herzlich ein, uns auch beim Thema Miete einfach anzusprechen. Wir finden für jeden immer die richtige Lösung.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Praxisberichte

Alle anzeigen
Wolleabfälle können Ersatz sein

Größen der Branche forschen gemeinsam

Von ABZ
/
Betoninstandsetzung

Sanierung unter Denkmal- und Artenschutz

Von ABZ
/
Fachausstellung BeBoSa 2026

Treffen der Betonbohr- und -sägebranche

Von ABZ
/

Weitere von ABZ

Alle anzeigen