Hamburg (ABZ). | Zwischen 2020 und 2023 wurde die denkmalgeschützte Alsterschwimmhalle in Hamburg umfassend saniert und modernisiert. Im Mittelpunkt der Maßnahme stand der Erhalt der ikonischen Dachkonstruktion – ein doppeltes hyperbolisches Paraboloid, das lediglich auf drei Punkten aufliegt.
Um den heutigen Standards an Energieeffizienz gerecht zu werden und die filigrane Betonschale zu schützen, kamen Dämmstoffplatten der Typen Foamglas T3+ und Foamglas T4+ zum Einsatz. Die 1970 errichtete Dachkonstruktion verfügt über eine nur 8 cm starke Betonschale mit einer Neigung von bis zu 37°. Aufgrund dieser Struktur kam laut Hersteller eine herkömmliche mechanische Befestigung der Dämmung nicht infrage.
In der Planungsphase durch gmp Architekten wurden daher umfangreiche Tests und Workshops an einem 1:1-Modell durchgeführt. Die Wahl fiel schließlich auf eine vollflächige Verklebung der Dämmplatten mit dem Bitumenkaltkleber Derbigum DMS. Durch diese rein klebegebundene Konstruktion konnte vollständig auf Verschraubungen verzichtet werden.
Insgesamt wurden 6.175 m² Foamglas-Dämmplatten verbaut. Auf dem Hauptdach kamen 4.400 m² Foamglas T3+ zum Einsatz. Laut Unternehmensaussage verfügt dieser Dämmstoff über eine geringe Wärmeleitfähigkeit von 0,036 W/(m·K) (Nennwert 0,035 W/(m·K)), was zur Reduzierung des Heizbedarfs beitragen soll.
Unter dem 50-Meter-Schwimmbecken wurde Foamglas T4+ auf einer Fläche von 635 m² als lastabtragende Wärmedämmung installiert. Das Material weist eine hohe Druckfestigkeit auf, was laut Unternehmen eine dauerhafte Tragfähigkeit ohne Setzungen gewährleistet.
Die geschlossene Zellstruktur des Materials macht Foamglas laut Angaben des Herstellers vollständig wasser- und dampfdicht. Dies sei insbesondere in Nassbereichen wie den Saunaterrassen und bei den Beckenuntergründen von Bedeutung, um die Konstruktion vor Feuchtigkeitsschäden zu schützen. Zudem ist der Dämmstoff als nicht brennbar eingestuft und erfüllt die Anforderungen der Baustoffklasse A1 für den vorbeugenden Brandschutz.
Nach Angaben von Owens Corning enthalten die Dämmstoffe im Durchschnitt rund 50 % recyceltes Glas. Mit der Sanierung wurde das Ziel verfolgt, das architektonische Wahrzeichen unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer und energetischer Anforderungen für kommende Generationen zu bewahren.