Stuttgart (ABZ) | Nach dem Bau einer Lärmschutzeinhausung auf der Autobahn A81 bei Stuttgart erfolgt der nächste Schritt mit den einzigartigen Tunnelportalen. Sie entstehen mithilfe von kombinierten Sonderschalungs- und Standardlösungen von Meva sowie flexibler alkus-Schalhaut.
Die 850 m lange Einhausung zum Schutz lärmgeplagter Böblinger und Sindelfinger Anwohner ist mit Tunnelschalwagen, robusten Stützböcken und Wandschalungssystemen von Meva errichtet worden. Für Einbuchtungen zum Einbau der technischen Einrichtung entwickelten die Schalungsexperten aus Haiterbach im Schwarzwald passende Elemente aus Holz – geplant und umgesetzt für vielfachen und somit wirtschaftlichen Einsatz.
Die Nischenschalung für die Deckenlüfter beispielsweise wurde nur ein einziges Mal hergestellt und mit ihr dann alle 14 Nischen über die mehrmonatige Bauzeit hinweg geschalt. Im nächsten Schritt werden nun auch die Tunnelportale durch die Arge A 81 Tunnel Baulos 3.2.1 errichtet, ein Konsortium der Wayss + Freytag Ingenieurbau AG, Hochtief Infrastructure sowie Storz Verkehrswegebau.
Die Deges und der Architekt haben sich für diesen Bereich etwas Besonderes ausgedacht: Die Verkehrsteilnehmer rollen künftig durch futuristisch anmutende Portale in die Tunnelröhren – gewissermaßen Beton gewordene Kombinationen von Rundungen, Geraden und Schrägen. Insbesondere die konkaven Vertiefungen, nach innen gewölbte Rundungen, fallen auf.
Verschneidungen durch das Kreuzen und Durchdringen geometrischer Formen erforderten anspruchsvolle Planung und Ausführung, die von der MEVA-Abteilung für Sonderschalungsbau souverän umgesetzt wurde. Weit herausragende Trennwände zwischen den Fahrbahnen münden in abgerundeten Stirnseiten mit Einkerbungen, in die später Leuchteinheiten integriert werden.
Der Bau der Portale erfolgt in vier Abschnitten. Zwei davon – die östliche Ein- und westliche Ausfahrt in Fahrtrichtung von Stuttgart nach Singen – sind bereits planmäßig abgeschlossen. Die sichtbaren Resultate lassen erahnen, dass die Sonderschalungsexperten erfolgreich getüftelt haben. Einmal mehr gelang es ihnen, komplexe individuelle Schalung so zu entwickeln, dass sie nur einmal hergestellt werden musste und so den Budgetplan einhielt. Denn auch die zwei noch ausstehenden Abschnitte werden mit derselben Schalung betoniert. Sie muss dafür lediglich um die eigene Achse gedreht bzw. gekippt werden – ein wirtschaftlich wichtiger Aspekt.
Schon aufgrund des markanten Schalungsaufbaus steht die Herstellung der konkaven »Kugelpfannen« im Blickpunkt. Die exakt zusammengeführten Holz-Einzelelemente sind mit der biegsamen, 3 mm starken alkus Vollkunststoff-Schalhaut SF 3 Flex belegt. Ehe die Schließschalung montiert wird, wölbt sich die Stellschalung wie die Kuppel einer Sternwarte etwa 9 m in die Höhe. Konen mit beidseitigem Dywidag-Gewinde nehmen die Anker von beiden Seiten der Schalung auf. Über mehrere Einfüllstutzen wird der Beton eingegossen. Das Konstrukt von Schalung und Arbeitsbühnen wird durch die modularen Meva-Traggerüstsysteme MT 60 und MEP getragen und mit Elementen aus dem neuen Ingenieurbaukasten MEKit sowie Triplex-Schrägstützen fixiert.
Normalerweise ist es bei solch komplexen Bauprozessen nicht damit getan, die individuelle Schalung an die Baustelle zu liefern, heißt es seients des Herstellers. Bei diesem Projekt aber sei zusätzliche On-Site-Unterstützung durch Meva-Schalmeister oder -Monteure nicht notwendig. Aufgrund optimaler Vorbereitung und Planung hatte das Baupersonal der Arge von Beginn an alles im Griff, so Meva.