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Verbausysteme sichern Ausbau

Beim Ausbau der Wiener U-Bahn-Linien U 2 und U 5 werden komplexe Verbaulösungen von Vp Groundforce genutzt, um Schächte und Baugruben abzusichern.

Von ABZ
Geometrien der Schächte
Durch die Verwendung von Hydrauliksteifen zur Absicherung der Baustelle wird der Bedarf an nicht-wiederverwendbaren, provisorischen Beton- und Stahlkonstruktionen reduziert. | Foto: Vp GmbH – Groundforce

Wien/Österreich (ABZ). – Beim aktuellen Ausbau der Wiener U-Bahn-Linien U 2 und U 5 kommen umfangreiche Verbaulösungen von Vp Groundforce zum Einsatz.

Die Bauarbeiten, die von der Swietelsky AG seit 2018 durchgeführt werden, umfassen mehrere Stationen und Bauabschnitte mit teils komplexen Tiefbauarbeiten. Bei den Arbeiten an der Triester Straße wurde in mehreren Etappen bis in eine Tiefe von rund 32 m gegraben. Jede Etage wurde dabei mit einer Stahlbetondecke ausgesteift. Für einen Notfallschacht mit etwa 20 m Länge, 15 m Breite und 30 m Tiefe war eine robuste Aussteifung erforderlich.

Da der Einbau von Stahlbetonträgern aufgrund der Stationsröhren nicht möglich war, entschied sich das Bauunternehmen für das hydraulische Aussteifungs- und Gurtungssystem von Vp Groundforce. Dieses konnte nach Angaben des Herstellers unkompliziert montiert und nach dem Einbringen der Betondecke wieder entfernt werden. Für die Absicherung der 34 x 64 m großen Baugrube wurden insgesamt zwölf MP 750 Aussteifungen geliefert.

An der Rathaus-Station stellten die unterschiedlichen Geometrien der Schächte laut Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Laut Peter Richardson, bei Vp Groundforce zuständig für Major Projects Europe, weist jeder Teil des Schachts eine andere Geometrie auf. Einige erfordern eine Abstützung nahe der Oberfläche, während andere nur in der Tunnelachse abgestützt werden können.

Insgesamt 531 Meter lang

Das Unternehmen ersetzte im westlichen Teil des Schachtes die waagerechten Stützen durch schräg nach unten zum Mittelteil hin verlaufende Stützen. Die Lasten werden so von der westlichen Stützmauer direkt in die Bodenplatte übertragen. In diesem Bauabschnitt kommen insgesamt 69 Steifen mit einer Gesamtlänge von 591 m zum Einsatz.

Auch beim Schachtausbau an der neuen Station "Pilgramgasse", wo die neue Linie U 2 und die bestehende U 4 aufeinandertreffen, werden Verbaulösungen von Vp Groundforce eingesetzt. Für die Aushubarbeiten war die Abstützung der Baugrube durch das hydraulische System notwendig, da der Abstand zwischen der letzten Betonebene und der Bodenplatte für den Erddruck zu groß ist, heißt es seitens des Unternehmens.

9 Meter hohe Baugrube ausgehoben

Um den Tunnelbohrmaschinen genug Raum zu geben, musste eine 9 m hohe Baugrube ausgehoben werden. Da die Betonwände nicht für diese Höhe ausgelegt sind, müssen sie auf etwa 6 m abgestützt werden. An zwei Baustellenabschnitten der "Pilgramgasse" werden derzeit insgesamt 28 Steifen genutzt. Am Stationszugang "Rechte Wienzeile" sind 20 Steifen mit einer Gesamtlänge von 293 m verbaut, am Eingang "Hofmühlgasse" acht Steifen mit 76,5 m Gesamtlänge. Im Rahmen des Wiener U-Bahn-Ausbaus setzt Vp Groundforce verschiedene Gurtungen wie den Mega Gurt und den Super Mega Gurt sowie die Steifen MP150, MP375 und MP750 ein. Mit der MP750 kommt die nach Herstellerangaben derzeit größte Hydrauliksteife auf dem Markt zum Einsatz – mit einem Bemessungswiderstand von 11.000 kN. Mit Zwischenunterstützung sollen dabei Spannweiten bis mehr als 50 m möglich sein. Der hydraulische Verstellweg liegt bei 500 mm.

Lastenverteilung auf kluges System

Ein integrierter Hydraulikzylinder sorge in Kombination mit zwei mechanischen Schraubgewinden für die Verteilung der Last auf das System. Die mechanische Verriegelung mit 100 % der axialen Lastaufnahme soll ausfallsicher sein. Bei den MP750 Steifen wird eine Hydraulikmutter-Technologie eingesetzt. Die hinter den Befestigungsschrauben sitzenden Hydraulikmuttern werden über ein Hochdruck-Hydrauliksystem betätigt, sodass die Vorspannung der Steifen im eingebauten Zustand vor Ort angepasst werden könne. Die MP375 Steifen sollen sich für Projekte mit hohen Belastungen und einem Bemessungswiderstand von bis zu 5147 kN eignen. Ohne Zwischenunterstützung sind Spannweiten von 7,1 bis 16 m möglich, heißt es seitens des Unternehmens.

Die Steifen verfügen über ein optionales Sicherheitssystem durch eine integrierte mechanische Verriegelung. Schwenkbare Endelemente ermöglichen Verstrebungen innerhalb der Baugrube mit und ohne Gurtung. Da die Geologie in dem Gebiet aus Schotter und Schlamm besteht, ist der Boden instabil. Allein an der Triester Straße wurden fast 1000 t Material und Ausrüstung über einen Zeitraum von rund drei Wochen angeliefert. Vp Groundforce stellte ein Supportteam vor Ort bereit, das den Ein- und Ausbau unterstützte sowie die Mitarbeiter schulte.

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