Hamburg (ABZ). – Für das neue Wohngebäude "Eleven Decks" in der HafenCity Hamburg hat Heidelberg Materials einen speziellen Zement für monolithische Betonelemente geliefert. Das Terrassenhaus mit 306 Wohnungen wurde von Carsten Roth Architekt entworfen und zeichnet sich durch seine roten Sichtbetonelemente aus.
Das U-förmige Gebäude im Überseequartier treppt sich nach Süden ab und erreicht an den Straßenseiten bis zu elf Geschosse. Balkone und Loggien aus durchgefärbtem Sichtbeton verleihen den Fassaden Tiefe und beleben sie durch Licht- und Schattenspiele.
Die Anforderungen an die Betonelemente waren hoch: Der Rotton sollte homogen sein, die Kanten präzise und die glatte, einheitliche Oberfläche gleichzeitig die natürliche Optik des Betons erhalten. Zudem sollten die Balkone sowohl zur Straße als auch auf der Innenseite die gleiche Sichtbetonqualität aufweisen, was nur mit monolithischen, durchgefärbten Bauteilen möglich war.
Die Hemmerlein Ingenieurbau GmbH aus Bodenwöhr fertigte insgesamt 540 Betonelemente in einem Zeitraum von zwölf Monaten. Unterstützt durch die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg entwickelte das Unternehmen die geeignete Betonrezeptur.
Der Zement von Heidelberg Materials aus dem Werk Burglengenfeld spielte dabei eine entscheidende Rolle für die Farbtongleichmäßigkeit und Verarbeitbarkeit, so der Hersteller. Die Besonderheit des Zements sei seine Kalkhaltigkeit, so dass er als einziger Zement die Anforderungen erfüllt habe. Der gewählte Rotton sollte der Ziegelfarbe der Speicherstadt ähneln und sich gut in die Umgebung einfügen. Er besteht aus gelben, braunen und roten Eisenoxidpigmenten und wurde durch den Einsatz farbiger Sande unterstützt, informiert Heidelberg Materials.
Im Werk in Bodenwöhr wurden Probemuster verschiedener Größen hergestellt und im weiteren Verlauf eine ganze Einheit als Fassadenmuster im Maßstab 1:1 in der HafenCity aufgestellt. Zu den drei Grundtypen – der Balkon als L-förmiges Element, die Deckenplatte sowie die Deckenplatte mit Brüstung – kamen zahlreiche Sonderteile an den Gebäudeecken hinzu.
Die bis zu 8,5 t schweren Elemente wurden im Werk für einen besseren Witterungsschutz hydrophobiert und nach Hamburg transportiert. Die Montage erfolgte mittels Mobilkran, Turmdrehkran und Hebebühnen. Befestigt wurden die Elemente an den bereits im Rohbau integrierten Konsolen, ähnlich einer vorgehängten Fassade. Die ersten Mieter werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2025 einziehen, informiert Heidelberg Materials.