Oslo/Norwegen (ABZ). – Benninghoven hat nach eigenen Angaben die weltweit ersten Brenner entwickelt, die zu 100 % mit grünem Wasserstoff betrieben werden können. In Norwegen wurde diese Technologie vom Bauunternehmen Veidekke Industri AS bereits in der Praxis erprobt und mehrere tausend Tonnen Asphalt mit Wasserstoff als Brennstoff produziert.
"Wir sehen den gesellschaftlichen und ökologischen Wandel als Chance, um unsere innovative Unternehmenskultur und ingenieurtechnische Kompetenz auszuspielen. Wasserstoffbrenner von Benninghoven helfen uns enorm dabei", wird Eddie Heggard Engebretsen, Senior Projektleiter bei Veidekke, vom Hersteller zitiert.
Das Wasserstoff-Trocknungssystem besteht laut Benninghoven aus einem MULTI JET-Brenner, einer Brennersteuerung, einem Zuführsystem mit patentierter Druckregelstrecke sowie speziell auf den Wasserstoffbetrieb abgestimmten Anlagenkomponenten. Die Komplettlösung könne direkt an verschiedene Wasserstoffquellen angebunden werden – etwa Trailer, Versorgungsnetze oder dezentrale Elektrolyseure.
Für den Einsatz von Wasserstoff wurde gemeinsam mit dem norwegischen Unternehmen ein Sicherheitskonzept erstellt. Neben der Reduzierung der CO2-Emissionen sei auch die Kontrolle der NOx-Emissionen wichtig. Das Benninghoven-System beinhaltet daher eine Abgasrückführung, die für niedrige NOx-Emissionen sorgen soll.
Die Möglichkeit, flexibel zwischen verschiedenen Energieträgern zu wechseln, ermöglicht es Betreibern laut Hersteller, auf Marktbedingungen und CO2-Bepreisungen zu reagieren. "In der Vergangenheit haben wir evaluiert, wo wir möglichst schnell in unseren Prozessen CO2-Emissionen reduzieren können. Beim Asphalt-Einbau selbst kamen wir zum Schluss, dass wir aktuell nur eine Reduzierung von 3 Prozent schaffen können – ganz anders in der Asphaltproduktion. Hier können wir mit Wasserstoff schon jetzt die CO2-Emissionen um ganze 40 Prozent reduzieren", erklärt Heggard Engebretsen.
Seit 2023 testete Veidekke die Technologie an einem Standort in Kristiansund. Seit 2024 läuft auch eine zweite Anlage in Ålesund. Im selben Jahr wurde der Betreiber für seine Arbeit an wasserstoffproduziertem Asphalt in Norwegen mit dem Klimapreis ausgezeichnet. In diesem Jahr plant Veidekke nach Herstellerangaben bereits die nächste wasserstoffbetriebene Anlage in Betrieb zu nehmen.
Nach aktuellen Berechnungen entfallen rund 45 % der CO2-Emissionen im Straßenbau auf den Betrieb der Asphaltmischanlagen, wobei 41 % direkt durch den Brennprozess entstehen. Der Einsatz des Wasserstoffbrenners adressiert somit die größte Stellschraube für Emissionseinsparungen. "Bei uns im hohen Norden gibt es viel durch Wasserkraft erzeugte grüne Energie. Aber insgesamt muss man leider sagen, dass trotz des enormen Potenzials die Verfügbarkeit aktuell noch hinterherhinkt", wird Engebretsen zitiert. Mit den Benninghoven-Brennertechnologien lassen sich laut Hersteller sowohl Neuanlagen als auch bestehende Asphaltmischanlagen – auch anderer Fabrikate – ausstatten. Der MULTI JET-Brenner kann bis zu vier verschiedene Brennstoffe gleichzeitig nutzen, unabhängig von ihrem Aggregatzustand. Weitere Merkmale sind die Mischfeuerung und der fliegende Brennstoffwechsel ohne Abschaltungen oder Ausfallzeiten.