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200000 Mitarbeiter fehlen

Deutschlands Handwerkern fehlen geschätzt 200.000 Fachkräfte. Ende Dezember waren bei der Bundesagentur für Arbeit 119565 offene Stellen im Handwerk gemeldet, wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf Anfrage mitteilte.

Von dpa

München (dpa). – Deutschlands Handwerkern fehlen geschätzt 200.000 Fachkräfte. Ende Dezember waren bei der Bundesagentur für Arbeit 119565 offene Stellen im Handwerk gemeldet, wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf Anfrage mitteilte.

Da etliche Betriebe freie Stellen nicht bei der Arbeitsagentur melden, schätzt der ZDH den tatsächlichen Fachkräftebedarf auf 200000 zusätzliche Mitarbeiter und damit geringfügig weniger als im vergangenen Jahr. ZDH-Präsident Jörg Dittrich fordert von der schwarz-roten Koalition ein höheres Reformtempo.

Spurlos geht die Flaute an den Handwerkern nicht vorüber: Für dieses Jahr erwartet der ZDH für die Branche lediglich ein schwaches Umsatzwachstum von einem Prozent. Anders als etliche große Industrieunternehmen bauen die Handwerksbetriebe jedoch nicht in großem Umfang Stellen ab.

In diesem Jahr könnte die Beschäftigung nach Schätzung des Zentralverbands zwar um 60000 Mitarbeiter sinken - doch ein Hauptgrund ist, dass viele Handwerker das Rentenalter erreichen. Auch Betriebsaufgaben spielen eine Rolle, weil Firmenchefs entweder in den Ruhestand gehen oder ihnen die Lust vergangen ist. Die
Nachwuchswerbung bleibt jedoch eines der größten Themen auf der
Handwerksmesse.

Die schwache Konjunktur hat den Lehrlingsmangel zwar etwas verringert. 2025 blieben deutschlandweit 16213 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt, knapp 2900 weniger als im Vorjahr. Nach wie vor blieb aber jeder neunte Ausbildungsplatz vakant. Auch diese Zahlen beinhalten nur die der Bundesagentur gemeldeten Lehrstellen.

„Noch immer haben zu viel junge Leute und nicht zuletzt auch deren Eltern nicht genau im Blick, welche vielfältigen und hervorragenden beruflichen Perspektiven es im Handwerk gibt“, wirbt der bayerische
Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl. „Der noch weit verbreitete Akademikerwahn verstellt den Blick auf die Realität.“

dpa

dpa

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