Heidelberg (ABZ) | Heidelberg Materials hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und Ergebnis gesteigert. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 6,413 Milliarden Euro. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) stieg um 9 Prozent auf 1,281 Milliarden Euro. Als wesentliche Treiber nennt das Unternehmen die Geschäftsentwicklung in Europa, das Wachstum in Nordamerika sowie ein aktives Kosten- und Preismanagement. Der positive Ausblick für das Gesamtjahr 2026 wurde bestätigt.
Die Transformation Accelerator Initiative soll über das laufende Jahr hinaus fortgesetzt werden. Das ursprünglich angestrebte Einsparziel von 500 Millionen Euro bis Ende 2026 will Heidelberg Materials nach eigenen Angaben übertreffen. Bis Ende 2028 sollen weitere 300 Millionen Euro eingespart werden. Im Mittelpunkt stehen technische Effizienzsteigerungen und strukturelle Veränderungen, insbesondere in Europa. Auch das europäische Klinker- und Zementnetzwerk wird angesichts der schwachen Marktentwicklung in einzelnen Regionen überprüft.
Mit mehreren Übernahmen baut der Konzern seine Marktposition aus. Am 7. Oktober 2026 unterzeichnete Heidelberg Materials eine Vereinbarung zur Übernahme der Zuschlagstoff- und Asphaltaktivitäten der Industriesparte von NCC AB in Schweden und Norwegen. Das Geschäft umfasst 106 Zuschlagstoffstandorte und 44 Heißasphaltwerke.
Bereits zum 1. Oktober wurde die Übernahme des Baustoffgeschäfts der australischen Maas Group abgeschlossen. Dazu gehören 43 Steinbrüche mit Reserven von mehr als 350 Millionen Tonnen, 22 Transportbetonwerke, fünf Asphaltanlagen und eine Recyclinganlage. Ebenfalls abgeschlossen wurde die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent am peruanischen Unternehmen Cementos Inka.
Auch die Dekarbonisierung der Produktion wurde fortgesetzt. Beim CO2-Abscheideprojekt im britischen Padeswood haben die Arbeiten am Hauptfundament begonnen. Dort sollen künftig rund 95 Prozent der CO2-Emissionen des bestehenden Zementwerks abgeschieden werden. Das entspricht laut Unternehmen etwa 800.000 Tonnen jährlich.
In Mergelstetten wurde zudem im Juli 2026 gemeinsam mit drei weiteren europäischen Zementherstellern eine Forschungs- und Entwicklungsanlage zur CO2-Abscheidung mit dem Pure-Oxyfuel-Verfahren eröffnet. Dort wurde bereits Klinker produziert und hochreines CO2 in Form von Trockeneis abgeschieden.
Für das Gesamtjahr erwartet Heidelberg Materials weiterhin ein RCO zwischen 3,40 und 3,65 Milliarden Euro. Der ROIC soll leicht über 10 Prozent liegen. Bei den spezifischen Netto-CO2-Emissionen je Tonne zementartigem Material rechnet der Konzern infolge der Erstkonsolidierung von Akçansa mit einem Wert etwa auf Vorjahresniveau.