Zum Inhalt springen

SBH Verbausysteme optimieren Kanalbau bei beengten Platzverhältnissen

Im Berliner Grunewald wurden durch Max Bögl und SBH Tiefbautechnik 4895 m Rohrleitungen unter beengten Bedingungen mit maßgeschneiderten Verbausystemen erfolgreich verlegt.

Von ABZ
Herausforderungen im Berliner Grunewald
Herausforderung zwischen Asphalt und Baumwurzeln: Unter extremen Bedingungen wurde in Berlin-Steglitz- Zehlendorf zwischen einem vielbefahrenen Radweg und einem geschützten Waldgebiet eine 110 Jahre alte Trinkwasserleitung durch eine DN 800 GGG Leitung ersetzt. Die Herausforderung war, die tägliche Verlegeleistung zu erhöhen, die Bauzeit zu verkürzen (geplant 06/2023 bis 12/2026, tatsächlich 06/2023 bis 07/2025) und den Arbeitsschutz zu optimieren. Dies gelang der Max Bögl Stiftung & Co. KG durch ein hoch mechanisiertes Arbeitsverfahren mit SBH Verbausystemen und cleveren Zusatzgeräten. | Foto: SBH

Berlin (ABZ). – Es war keine Baustelle wie jede andere. Zwischen einem vielbefahrenen Radweg und dichtem Waldbestand, ohne Lager-flächen, unter strengen verkehrsrechtlichen Auflagen und mit äußerst beengtem Raum wurden neue Rohrleitungen verlegt.

Ein 110 Jahre altes Trinkwassersystem musste im Auftrag der Berliner Wasserbetriebe auf einer Länge von 4895 m komplett erneuert werden. Ein schwieriges Unterfangen, das nur durch eine mechanisierte Baustelle mit maßgeschneiderter Verbautechnik und innovativen Gerätelösungen effizient umgesetzt werden konnte. Christian Kuchenbecker, Projektleiter der ausführenden Max Bögl Stiftung & Co. KG, vertraute dabei auf Systeme der SBH Tiefbautechnik GmbH aus Heinsberg – mit durchschlagendem Erfolg.

Im Berliner Grunewald war entlang des Kronprinzessinnenwegs, direkt auf dem Asphalt eines stark frequentierten 6 m breiten Fahrradwegs, ein 2 m schmaler Rohrgraben herzustellen. Das Waldgebiet rechts und links der Trasse durfte nicht betreten oder beansprucht werden, Lagerflächen waren nicht vorhanden. Eine nachträglich erlassene verkehrsrechtliche Anordnung verlangte außerdem, dass die Tiefbauarbeiten werktags zwischen 7 und 18 Uhr stattzufinden haben und der Geh- und Radweg zwischen 18 und 7 Uhr mit einer Mindestbreite von 2,5 m befahrbar ist. Dies stellte einen erheblichen Eingriff in die ursprünglich geplante Bauabwicklung dar.

Den Akteuren stellte sich die zentrale Frage: Wie lässt sich unter diesen Rahmenbedingungen ein sicherer, effizienter und vor allem platzsparender Grabenverbau realisieren? Gunnar Kramer von SBH Tiefbautechnik erläutert: "Wir antworteten mit einer individuell konfigurierten Sonderanfertigung für dieses Vorhaben, bestehend aus einem Einfachgleitschienen-Verbausystem mit vier Feldern, einer schmalen Rollenschlitten-Sonderkonstruktion mit einer Grabenbreite von nur 2 Meter bei gleichzeitig 1,56 Metern lichter Arbeitsbreite und Verbauplatten im Sondermaß von 6 Meter Länge und 2,6 Meter Höhe."

So konnte bei einer Verbautiefe von 2,5 m ohne zusätzliche Aufstockplatten gearbeitet werden. Diese hochpräzise auf die Gegebenheiten abgestimmte Lösung verschaffte Max Bögl wertvollen Spielraum bei der täglichen Organisation der Baustelle. Dies insbesondere unter den strengen Zeitfenstern und Transportwegen, die die Behörden vorgaben.

Das schmale Trassenprofil verlangte nicht nur ein angepasstes Verbausystem, sondern auch höchste Effizienz beim Handling. Denn sämtliches Verbaumaterial und die Rohrleitungen mussten wie in einer Einbahnstraße teils mehrfach am Tag über hunderte Meter über den Radweg zur und von der Baustelle bewegt sowie umgesetzt werden. Hier kamen die Zusatzgeräte von SBH und deren Partner Schmölz SchachtFix & Baugeräte zum Einsatz.

Der SBH Plattengreifer ermöglichte das direkte Heben, Versetzen und exakte Positionieren der Verbauplatten und der Gleitschienenrahmen ohne manuelles Anschlagen von Ketten. Alle Funktionen wurden kabinengesteuert vom Baggerfahrer ausgeführt. Das sparte nicht nur Zeit, sondern minimierte auch das Unfallrisiko durch Wegfall gefährlicher Handgriffe im Verbaubereich. Als wahres Multitalent erwies sich der hydraulische Rohrgreifer HydroFix.

Mit wechselbaren Greifarmen für Rohrdurchmesser von DN 150 bis DN 1300 ist er vollhydraulisch drehbar und für präzises Platzieren und Einschieben der Rohre konzipiert. Auch diese Arbeitsschritte erledigt ein Maschinist allein. Der mechanische Rohrschiebeadapter schiebt die Rohre sicher und schnell zusammen. Ebenso wie der anschließend zum Einsatz kommende Rohrzonenverdichter erfolgen diese Arbeiten ohne manuelle Unterstützung im Gefahrenbereich.

Das Zusammenspiel der SBH-Verbautechnik mit den hydraulischen Zusatzgeräten machte die Baustelle zu einem Paradebeispiel für intelligente Mechanisierung im Kanalbau. Die Reduktion manueller Tätigkeiten, der hohe Automatisierungsgrad beim Handling sowie die werkzeugspezifisch hohe Präzision führten nicht nur zu einem schnelleren Baufortschritt, sondern auch zu einem deutlich verbesserten Arbeitsschutz.

Ein zentraler Anspruch der Firma Bögl, die höchsten Wert auf Sicherheit legt. SBH stellte in diesem Projekt nach eigenen Angaben einmal mehr die Fähigkeit unter Beweis, kurzfristig maßgeschneiderte Systemlösungen zu realisieren und mit praxisnahen Geräten eine vollintegrierte Baustellenlösung zu bieten. "Statt Anpassung der Baustelle an das Material, wurde das Material an die Baustelle angepasst," betont Gunnar Kramer. Eine hochmechanisierte Maßnahme mit reduziertem Personalaufwand, maximalem Arbeitsschutz und optimalem Ressourceneinsatz – mitten im Berliner Wald.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Marktentwicklung

Alle anzeigen

Weiter keine Trendwende in Sicht

Von dpa
/

Weitere von ABZ

Alle anzeigen