Frankfurt am Main (dpa). - Gestiegene Zinsen lassen Immobilienkäufer und Bauherren vor neuen Krediten zurückschrecken. Hatten Verbraucher Anfang 2025 noch deutlich mehr Immobilienkredite aufgenommen, ebbt die Erholung inzwischen ab.
Das zeigen Zahlen der Analysefirma Barkow Consulting, die auf Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) beruhen. Demnach vergaben deutsche Banken im vierten Quartal 2025 neue Kredite in Höhe von 59,2 Milliarden Euro an Privathaushalte und Selbstständige.
Das sei das schwächste Quartal im vergangenen Jahr. Die sich schon im Frühjahr abzeichnende Abschwächung habe sich fortgesetzt und das Neugeschäft das dritte Quartal in Folge stagniert, schrieb Geschäftsführer Peter Barkow. Aus seiner Sicht finden sich Verbraucher in einer Zange: Einerseits haben die Bauzinsen angezogen. Sie hätten Ende 2025 mit im Schnitt 3,9 Prozent für Kredite mit zehn Jahren Laufzeit den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren erreicht.
Zugleich seien die Immobilienpreise stabil bis leicht steigend. Die Frankfurter FMH-Finanzberatung sieht die Bauzinsen derzeit in einer Spanne zwischen 3,75 und 4 Prozent - im Sommer 2025 waren es demnach 3,6 Prozent. Da Immobilienkäufer und Bauherren oft Hunderttausende Euro Kredit aufnehmen, werden schon kleine Zinsbewegungen teuer. Aktuell sei nicht von großen Änderungen auszugehen, schrieb FMH-Experte Max Herbst.