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Ausbau von Gaskraftwerken gefordert

Von dpa

Hannover (dpa). – Deutschlands drittgrößte Gewerkschaft, die IG BCE, sieht die Energiewende in Gefahr, falls parallel zum Ausbau erneuerbarer Träger übergangsweise nicht auch deutlich mehr Gaskraftwerke ans Netz gehen. Ihr Chef Michael Vassiliadis sprach sich nun für eine Verdoppelung der entsprechenden Erzeugungskapazitäten bis zum Ende des Jahrzehnts aus – das sei in Ergänzung zum schwankenden Wind- und Solarstrom unerlässlich. "Aus meiner Sicht bleibt nur ein radikaler Ausbau von Gaskraftwerken." Deutschland könne sonst den steigenden Bedarf an Elektrizität – bei auslaufender Atom- und Kohleenergie – nicht selbst decken. "Die Gaskapazität, die notwendig ist, ist gigantisch", so der Gewerkschafter – zusätzlich bis zu 30 Gigawatt.

Insgesamt zeigte sich der IG-BCE-Chef zufrieden mit dem Vorhaben der Bundesregierung, das Ökostromangebot stark zu erweitern. Mit Blick auf die Gaskraft kritisierte er Klimaschutz- und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) jedoch – in dessen Eröffnungsbilanz sei dieser Bestandteil nicht genügend berücksichtigt. Gleichzeitig könne klassische Gasverstromung Kriterien, die die EU nun für klimagerechte Investitionen diskutiert, nicht erfüllen. Vassiliadis warnte davor, dass der Umbau des Energiesystems im Ergebnis ins Stocken gerät: "Damit gefährdet die EU die Energiewende, die Versorgungssicherheit und die energieintensiven Industriebranchen in Deutschland." Nach den Plänen der Ampelkoalition soll es schrittweise mehr Gaskraftwerke geben, die für den Betrieb mit Wasserstoff anstelle fossilen Erdgases geeignet sind. Zugleich soll laut dem Konzept von Habeck ein "Ausstieg aus der fossilen Gasnutzung folgen". Zu den bisherigen Vorstellungen in Berlin meinte Vassiliadis, er sehe kein Konzept zum Gasausbau: "Ehrlich gesagt, habe ich da ein bisschen mehr erwartet".

dpa

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