Zum Inhalt springen

Rödermark testet Pflaster mit EPDM-Fuge

Rödermark testet mit dem COMBICONNECT-Pflaster im Farbton Aurum Steel EPDM-Fugen für langlebige, wartungsfreie und klimaresiliente Flächen.

Von ABZ
Im Farbton Aurum Steel
Auch in der Bonhoefferstraße wirkt das helle Pflaster im Farbton Aurum Steel sehr wohnlich. | Foto: Beton-Pfenning

Rödermark (ABZ). – Asphaltstraßen leiden unter extremen Witterungsbedingungen und sehen nach Jahren der Nutzung durch häufige Aufgrabungen oft aus wie ein Flickenteppich.

Bei gepflasterten Flächen besteht die Gefahr, dass sich schon nach kurzer Nutzungsdauer Steine aus den Flächen lösen. Häufige Ursache hierfür sind die Fugen, die aufgrund unsachgemäßer Verlegung ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht mehr erfüllen können: Entweder die Fugen wurden von vorneherein zu gering dimensioniert oder das Fugenmaterial wurde falsch auf das Bettungsmaterial abgestimmt, so dass es in die Bettung rieselt und sich die Fuge quasi nach und nach auflöst. Die Folge sind massive Schäden an den Pflasterflächen, die oft sehr aufwendig saniert werden müssen.

Um diese Probleme zu umgehen, geht die Stadt Rödermark im südhessischen Landkreis Offenbach jetzt mit dem Pflastersystem COMBICONNECT des Betonsteinherstellers Pfenning aus Lampertheim bei der Sanierung zweier Wohnstraßen einen neuen Weg. In einem Wohngebiet im Stadtteil Ober-Roden wurden Anfang 2025 Pflastersteine eingebaut, die über einen werkseitig fixierten Fugenfüllstoff aus dem Material EPDM verfügen und somit systembedingt stets eine normgerechte Fuge garantieren. Schäden, die auf eine mangelhafte Fugenfüllung zurückzuführen sind, sollen damit auf lange Sicht vermieden werden. Genau in der Mitte zwischen den Städten Frankfurt, Darmstadt und Aschaffenburg liegt Rödermark. Ober-Roden ist einer von fünf Stadtteilen der knapp 30.000 Einwohner zählenden Stadt im Messeler Hügelland. Bereits 2023 beschlossen Verantwortliche der Stadt Rödermark eine Ausrichtung auf den Bearbeitungsschwerpunkt der Klima-Resilienz und der Erfordernis der Einbindung einer Klimaanpassungs-Strategie.

Ein grundlegender Bestandteil der Planung war laut Bürgermeister Jörg Rotter erstmalig die Integration möglicher WSSE-Elemente (Water-Sensitive Sustainable Elements) zur Speicherung nach dem Schwammstadt-Prinzip und die Nutzung der endlichen Wasserressourcen im Sinne der Nachhaltigkeit.

Auch bei der grundlegenden Sanierung der Mainstraße und der Bonhoefferstraße sollte diese Zielsetzung Berücksichtigung finden. Hier erfolgt die Versickerung über Mulden-Rigolen und insgesamt zwölf Baumrigolen. Ziel war unter anderem eine gezielte Bewässerung der Bäume über Rinnen, eine Verbesserung des Mikroklimas und eine Erhöhung der Grünflächenqualität.

Befestigt wurden die Flächen mit dem COMBICONNECT–Pflastersystem vom Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Für die Planung verantwortlich zeichnete das Ingenieurbüro Hampel GmbH & Co. KG aus Groß-Zimmern. Nach dessen Aussage bot sich der rund 3000 m² umfassende Straßenraum sehr gut als Testfläche an.

Dieses Pflaster wird weder mit Sand noch mit Splitt verfugt. Stattdessen sind die Fugen mit dem Hochleistungsfugenfüllstoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) ausgebildet. Auch gestalterisch machen die Flächen einiges her. Die Planer entschieden sich für eine besonders helle Oberfläche des Pflastermate-rials. Der Farbton Aurum Steel des kugelgestrahlten Pflastersystems soll wirkungsvoller die Sonneneinstrahlung reflektieren als dunklere Materialien und somit der Erhitzung der Stadt entgegenwirken.

Das Pflastermaterial verfügt noch über weitere besondere Eigenschaften. Damit es zu einem dynamischen Lastabtrag zwischen den Steinen kommt – die Fläche also Belastungen abfangen kann – ist bei diesem System die Fuge dank des EPDM stets richtig ausgeprägt. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich hierbei um ein dynamisches Material, welches sich sehr gut für einen maximalen Lastabtrag bis einschließlich Bk 3,2 eignet. Die Steine sind bereits werkseitig damit ausgestattet.

Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von circa 4 mm, was eine Verkehrsbelastung auch durch schwerere Fahrzeuge problemlos ermöglicht, ohne dass es zu Schäden kommt. Nach Angaben des Planungsbüros überzeugte dieses System aber auch deshalb, da der COMBICONNECT-Pflasterstein im Vergleich zu einem konventionellen Pflaster eine wartungsfreie Fuge hat. Hier kann kein Splitt oder Sand aus den Fugen gespült werden. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich. Der Belag im Format 30 x 18 x 10 cm wurde im Ellenbogenverband sehr einfach und schnell verlegt – auch Fehler beim Einsanden sind bei diesem System ausgeschlossen.

Ein weiterer Faktor: Mitarbeiter des Betonwerks Pfenning standen den Planern und dem Verarbeiter, der Firma Han Bau GmbH aus Frankfurt, bei diesem Pilotprojekt stets zur Seite und haben sowohl planerisch als auch auf der Baustelle wichtige Hilfestellung geleistet. Auch zukünftige Aufbrüche der Flächen durch Versorger sind kein Problem, da eine Bauteilentnahme und Wiederherstellung unproblematisch ist.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Baupolitik

Alle anzeigen

Auftragsbestand am Bau gewachsen

Von dpa
/

Weitere von ABZ

Alle anzeigen