Dillingen (ABZ). – Im Auftrag der Rogesa realisiert das Bauunternehmen Wolff & Müller derzeit neue Wasserwirtschaftsanlagen auf dem Gelände des Stahlherstellers Dillinger. Die Anlagen sind Teil des Transformationsprojekts „Power4Steel“ und dienen der Aufbereitung von Prozesswasser für die künftige Produktion mittels Direktreduktion (DRI), bei der Wasserstoff statt Koks eingesetzt wird.
Auf einem rund 27.000 Quadratmeter großen Baufeld errichtet das Unternehmen insgesamt sieben Gebäude. Nach Herstellerangaben werden hierfür circa 25.000 Kubikmeter Beton verbaut. Ein zentrales Bauwerk des Vorhabens ist der sogenannte Rundeindicker. Das Projekt ist Teil einer großangelegten Strategie zur Dekarbonisierung der saarländischen Stahlindustrie, die bis Anfang der 2030er-Jahre eine Einsparung von bis zu 55 Prozent der CO2-Emissionen anstrebt.
„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das Rogesa in uns setzt“, sagt Dr. Albert Dürr, Geschäftsführender Gesellschafter bei Wolff & Müller. „Das Projekt zeigt, was anspruchsvolle Industriebauten brauchen: technische Kompetenz und effiziente Prozesse. Mit unseren Lean-Methoden halten wir diesen engen Zeitplan ein.“ Dr. Michael Bott, Direktor Dekarbonisierung bei den Unternehmen der saarländischen Stahlindustrie, erklärt: „Für uns ist klar: Wir wollen Stahl CO2-reduziert herstellen. Mit unserem Dekarbonisierungsprojekt Power4Steel übernehmen wir eine Vorreiterrolle in Europa und wollen bis Anfang der 2030er Jahre bis zu 55 Prozent CO2 einsparen. Wir freuen uns, mit Wolff & Müller einen erfahrenen Partner gefunden zu haben, der uns mit seiner Erfahrung im anspruchsvollen Industriebau bei der Realisierung dieses hochkomplexen Bauvorhabens unterstützt.“
Logistische Herausforderungen
Mit der Ausführung ist die Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH betraut, die das Projekt in einer Echt-Arge mit der Heberger GmbH umsetzt. Eine Besonderheit des Vorhabens ist nach Unternehmensangaben der Zeitplan: Zwischen der Projektzusage am 13. Februar und dem Baubeginn am 23. Februar 2026 lagen lediglich zehn Tage. Die geplante Bauzeit beträgt rund 15 Monate.
Um diese Vorgaben einzuhalten, erfolgt der Betrieb laut Niederlassungsleiter Andreas Gietl im Zweischichtmodell mit insgesamt 120 Mitarbeitenden. Parallel dazu sind sieben Hochbaukräne im Einsatz. „Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass wir auf einem aktiven Werksgelände bauen. Parallel finden also Stahlproduktion und weitere Baumaßnahmen anderer Unternehmen statt. Das verlangt eine präzise Abstimmung aller Abläufe“, so Gietl. Zur Optimierung der Transportwege wird derzeit der Aufbau einer mobilen Betonmischanlage vor Ort geprüft.
Hintergrund der Transformation
Die Rogesa, ein Gemeinschaftsunternehmen von Dillinger und Saarstahl, nutzt die neuen Wasserwirtschaftsanlagen, um den ökologischen Anforderungen der umgestellten Produktion gerecht zu werden. Das Gesamtprojekt Power4Steel umfasst ein Investitionsvolumen von sechs Milliarden Euro und wird durch öffentliche Mittel gefördert. Ab dem Zeitraum 2028/29 sollen jährlich bis zu 3,3 Millionen Tonnen CO2-reduzierter Stahl produziert werden.