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Der "Bau-Turbo ist gut, aber es braucht mehr"

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen stark an: Im dritten Quartal um 3,8 Prozent, besonders in Metropolen. "Der Bau-Turbo ist gut, aber es braucht mehr", sagt Jens Tolckmitt. Mieten klettern ebenfalls.

Von ABZ
Zunehmende Wohnkosten in Großstädten
Die Immobilienpreise in Deutschland stiegen zuletzt wieder deutlich. | Foto: picture alliance/dpa | Markus Scholz

Frankfurt am Main (ABZ). – Häuser und Wohnungen in Deutschland verteuern sich wieder deutlich – vor allem in den größten Städten.

Im dritten Quartal stiegen die Immobilienpreise um 3,8 Prozent zum Vorjahresquartal, zeigen neue Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Ein- und Mehrfamilienhäusern ging es demnach nach oben.

Besonders stark kletterten demnach die Preise in den großen Metropolen mit einem Plus von im Schnitt 4,6 Prozent, berichtet der Verband, der unter anderem die Deutsche Bank, Commerzbank, große Sparkassen und Landesbanken vertrete. In München, Düsseldorf, Hamburg und Köln stiegen die Wohnimmobilienpreise um mehr als 5 Prozent binnen Jahresfrist.

Auch für Mieter gebe es keine Entwarnung in der andauernden Wohnungsknappheit: Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern kletterten laut den Angaben binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent im Bundesschnitt und um 3,8 Prozent in den Metropolen. Am stärksten ging es in Düsseldorf und Frankfurt mit rund 5 Prozent aufwärts. Der Wohnungsmangel in den Metropolen werde wohl noch mehrere Jahre anhalten, sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. "Der Bau-Turbo ist gut und begrüßenswert, aber es braucht mehr".

Die Bundesregierung wolle mit dem Instrument schnellere und einfachere Genehmigungen am Bau erreichen. Doch der Erfolg hänge stark davon ab, dass die Kommunen die neu geschaffenen Möglichkeiten pragmatisch nutzten, meinte Tolckmitt. Vorschläge für weitere Maßnahmen lägen auf dem Tisch – etwa staatliche Bürgschaften in Höhe von 80 Prozent für Immobiliendarlehen, die Wohnungsneubau in großem Umfang ermöglichten. Der VDP lege seit 2010 regelmäßig Immobilienzahlen vor.

Sie beruhten im Gegensatz zu vielen anderen Analysen auf echten Transaktionen von über 700 Banken und würden daher als belastbar gelten. Die Zahlen zeigen demnach, dass die Krise am Immobilienmarkt vorbei sei, Käufer müssen wieder tiefer in die Tasche greifen. Besonders groß fiel im Bundesschnitt der Preisanstieg bei Mehrfamilienhäusern aus mit einem Plus von über fünf Prozent - ein Zeichen, dass Investoren wieder stärker engagiert sind.

Immobilien hätten sich nach jahrelangem Boom seit dem Höhepunkt 2022 spürbar verbilligt. Auslöser war ein starker Zinsanstieg, der Kredite teurer machte. Zuletzt zeichnete sich aber ab, dass sich Käufer und Hausbauer an die gestiegenen Zinsen gewöhnt hätten.

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