Düsseldorf (jb) | Die erhoffte Trendwende am nordrhein-westfälischen Wohnungsmarkt ist vorerst gestoppt. Darum und um weitere Branchenthemen ging es heute, am 7. Juli, in der Online-Jahrespressekonferenz des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen. Die ABZ hat sich hinzu geschaltet, um sich einen Überblick über die aktuelle Lage zu verschaffen.
Nach einer leichten Erholung bei den Baugenehmigungen im Jahr 2025 verschärfen die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs seit Ende Februar 2026 die Lage im Wohnungsbau erneut drastisch, hieß es im Zuge der Konferenz, durch die Vorstand und Verbandsdirektor Alexander Rychter führte.
Laut einer aktuellen Branchenbefragung VdW Rheinland Westfalen führen volatile Zinsen, Lieferengpässe sowie steigende Energie- und Materialkosten zu massiven Verzögerungen und Projektstopps. Die anhaltend hohen Bau- und Finanzierungskosten belasten die sozial orientierte Wohnungswirtschaft stark und schlagen sich deutlich in den aktuellen Fertigstellungszahlen nieder:
- Gesamtmarkt NRW: Im Jahr 2025 wurden landesweit nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt (2024: 41.025). Damit bleibt der Neubau mit rund 9.000 Einheiten deutlich hinter dem prognostizierten Jahresbedarf von etwa 46.000 Wohnungen zurück.
- VdW-Mitglieder: Bei den Mitgliedsunternehmen brach die Zahl der fertiggestellten Wohnungen trotz gestiegener Investitionssummen (knapp 4 Milliarden Euro in 2025) um mehr als 30 Prozent auf 3.607 Einheiten ein.
Aufgrund der aktuellen Baukostenkrise gibt laut Verbandsumfrage mehr als ein Viertel der Unternehmen an, Neubauvorhaben und Modernisierungen vorerst zurückzustellen. Trotz des enormen Kostendrucks halten die VdW-Mitglieder das Mietniveau stabil. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag 2025 bei 6,82 Euro pro Quadratmeter und damit weiterhin unter dem Landesdurchschnitt. Um den Spagat zwischen bezahlbarem Wohnraum und notwendigen Investitionen in den Klimapfad – mehr als 80 Prozent der Unternehmen setzen weiterhin auf CO2-arme Technologien wie Wärmepumpen – zu bewältigen, fordert der VdW eine dauerhaft verlässliche Wohnraumförderung. Im Jahr 2025 floss in NRW bereits die Rekordsumme von mehr als 2,1 Milliarden Euro in die Wohnraumförderung.
Als strategischen Hebel zur Senkung der Baukosten verprobt bereits mehr als ein Drittel der Mitgliedsunternehmen serielle und modulare Bauweisen. Verbandsdirektor Alexander Rychter betont jedoch, dass hierfür Planungs- und Genehmigungsprozesse dringend stärker standardisiert und beschleunigt werden müssen.
*Hinweis zur Datenbasis: Die Ergebnisse basieren auf einer Konjunkturumfrage des VdW Rheinland Westfalen unter 82 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften im Zeitraum vom 26. Mai bis 16. Juni 2026.
In unserer monatlichen Print-Ausgabe der ABZ können Sie im August weitere Details zu dieser Thematik erfahren.