Hohenroda (cr). – Die 15. Internationalen Schwerlasttage (IST) haben am vergangenen Wochenende mehr als 320 Branchenvertreter, Politiker und Experten zusammengebracht. Das Programm umfasste Vorträge zu technischen Neuerungen, rechtlichen Fragen und verkehrspolitischen Entwicklungen..
In seinem Grußwort betonte Prof. Jochen Lüer vom Schwerlastteam die Bedeutung der Veranstaltung für die Branche. "Unsere Schwerlasttage sind ein Baustein auf dem Weg zur Veränderung, denn Sie finden bei uns alle mitwirkenden und betroffenen Player, ein Netzwerk, das zur Orientierung für Ihre eigene Strategie, für Ihre Planung und für Ihr weiteres Handeln beiträgt", so Prof. Lüer.
Er verwies auf politische Entwicklungen im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. Dort finden sich laut seinen Angaben Aussagen zur Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung mit dem Ziel, Verfahren zu flexibilisieren, Verfahrensstufen zu reduzieren und Doppelprüfungen abzubauen. Eine verbindliche Sichttagsregelung sei versprochen worden.
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Christian Hirte, unterstrich während der Veranstaltung die Bedeutung der Infrastruktur. "Wachstum und Wohlstand funktioniert nicht ohne Infrastruktur", sagte Hirte in seinem Vortrag. Er sprach sich für Bürokratieabbau aus, nicht nur in Deutschland, sondern auch innerhalb der EU, und erwähnte dabei die Möglichkeit, "gegebenenfalls Standards abzusenken".
Christian Vossler, Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen, machte die Bedeutung der Schwerlasttransporte für die Energiewende deutlich.
"Ohne Schwerlasttransporte wird das nicht funktionieren. Im Schnitt braucht man für eine Windkraftanlage 25 Schwerlasttransporte", sagte Vossler während seines Vortrages über Großraum- und Schwertransporte in der Windenergie. Eineinhalb Tage ging es um Neuigkeiten aus der und für die Branche von IST. Es folgten Vorträge zu Montagelösungen mittels Kraneinsatz, Transportplanung mit HeavyGoods.net und dem Austausch von Sattelzugmaschinen bei Schwertransporten.
Rechtliche Aspekte behandelte Dr. Saller von der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Rudolf Saller in zwei Teilen: Haftungsfragen in der Schwerlastbranche sowie vertieftes Wissen zu aktuellen Rechtsthemen. Weitere Themen waren Cybersecurity-Herausforderungen, multimodale Großprojekte und das Management von Großraum- und Schwertransporten im Hamburger Hafen durch die Hamburg Port Authority.
Die Autobahn GmbH stellte den aktuellen Stand der Transformation des GST-Anhörungsverfahrens vor. ESTA präsentierte europäische Initiativen zur Verbesserung von GST. Das Programm schloss mit Vorträgen zu neuen Antriebstechnologien bei AT-Kranen und Entwicklungstendenzen im Mobilkranmarkt aus europäischer Sicht. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung stand die "Branchen-Kontaktpflege" im Vordergrund.