Riedholz/Schweiz (ABZ). – Beim Kraftwerk Flumenthal in der Schweiz wurde eine neue 480 m lange Fischaufstiegsanlage errichtet.
Für die Erneuerung der Fischtreppe musste die alte Ufermauer unter Wasser abgetragen werden – eine technische Herausforderung, die mit Speziallösungen bewältigt wurde. Nach 50 Jahren erfüllte der bisherige Beckenpass am Kraftwerk Flumenthal die heutigen Anforderungen an die Fischwanderung nicht mehr. Die Alpiq Hydro Aare AG ließ daher eine komplett neue Fischaufstiegsanlage in Form eines Umgehungsgewässers errichten. Im Zuge der Arbeiten musste auch die Fischtreppe erneuert werden, wofür die alte Ufermauer unterhalb der Kraftwerksmündung abgetragen und durch eine neue Betonmauer ersetzt wurde.
Den Zuschlag für die Rückbauarbeiten erhielt die Bohrex AG aus Subingen. Das Projekt erforderte zahlreiche Kernbohrungen sowie Horizontal- und Vertikalschnitte per Seilsäge, die mit Produkten von Tyrolit ausgeführt wurden. Dominique Haegele von Tyrolit unterstützte als Berater die Rückbauarbeiten.
Die TAF Taucharbeiten AG beaufsichtigte und unterstützte die Arbeiten unter Wasser. Der Taucher wurde mit Funk und Unterwasserkamera zur Schnittkontrolle ausgestattet und führte nach Anweisungen einen Teil der Schneidarbeiten selbst durch. Zunächst wurden Kernbohrungen mit unterschiedlichen Tyrolit-Bohrkronen durchgeführt, um das Sägeseil für die Vertikalschnitte hindurchzuführen und die Rückbauelemente zu sichern.
Die Bohrungen erfolgten zur Hälfte im Trockenen, anschließend wurde das Becken geflutet. Es folgten mehrere Vertikalschnitte zur Mauerteilung mit der Tyrolit-Seilsäge WCU17. Der finale, 25 m lange Horizontalschnitt war aufgrund der erforderlichen Maschinenleistung und der enormen Schnittlänge unter Wasser nicht mit Standardmaschinen möglich. Das Projektteam nutzte eine Sonderkonstruktion aus zwei in Serie geschalteten Tyrolit-SB-Seilsägen mit speziellen Umlenkrollen. Bruno Fale von der Bohrex AG, der die Rückbauarbeiten leitete, schätzte die Unterstützung durch Tyrolit: "Durch die Beratung von Tyrolit konnten wir die passende Lösung für dieses Spezialprojekt erarbeiten und die Rückbauarbeiten erfolgreich durchführen. Die Zusammenarbeit aller Parteien war wirklich sehr gut."
Der stark armierte Beton, loses Material und starke Wasserströmung durch ergiebige Regenfälle stellten laut Beteiligten besondere Herausforderungen dar. Auch die Tatsache, dass die Rückbauarbeiten größtenteils unter Wasser durchgeführt wurden, machte das Projekt außergewöhnlich.
Die Sicherheit stand bei den Schneidarbeiten im Vordergrund: Die Anwender waren jederzeit per Sicherungsleine gesichert und die geschnittenen Elemente zusätzlich gegen Abtreiben durch die Strömung gesichert.
Der Zeitfaktor spielte ebenfalls eine wichtige Rolle, da ein eigens gebuchter XXL-Pneumatikkran für den Abtransport der alten Mauer bereitstand.