Lübeck (ABZ). – Die Lübecker Bürgerschaft hat den Überlegungen zur Wiedereinführung der Straßenbahn eine Absage erteilt.
Mit großer Mehrheit beschlossen die 44 anwesenden Bürgerschaftsmitglieder vor Kurzem, keine Tram im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt zu berücksichtigen. Eine Straßenbahn leiste zwar langfristig einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende, sagten Vertreter der CDU in der Sitzung. Doch angesichts der desaströsen Haushaltslage könne sich die Stadt so etwas nicht leisten.
"Jetzt nicht und auch in 20 Jahren nicht", sagte Fraktionsmitglied Ulrich Brock. "Neben einem Investitionsvolumen in Milliardenhöhe wären langjährige Baustellen, komplexe Leitungsarbeiten sowie erhebliche Eingriffe in den bestehenden Verkehr notwendig", sagte er. Die SPD sprach sich dafür aus, statt auf eine Straßenbahn auf eine Regio-S-Bahn zu setzen.
Nach Angaben der Bauverwaltung wären Investitionskosten von rund 640 Millionen Euro erforderlich - auf Basis von Preisen des Jahres 2022. Dazu kämen 171 Millionen Euro für Fahrzeuge und 95 Millionen Euro für den Bau eines Betriebshofes.