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Speichertechnologie erstmals vor hochrangigen Gästen vorgestellt

Neustark AG und Recular testen in Karlsruhe erfolgreich CO2-Speichertechnik in recyceltem Beton. Das Projekt schafft Synergien und unterstützt die Kreislaufwirtschaft.

Von ABZ
Kohlendioxid durch Mineralisierung binden
Valentin Gutknecht (Mitgründer und Co-CEO von Neustark, l.) bei seiner Ansprache. | Foto: neustark

Bern/Schweiz (ABZ). – Der Schweizer Climate-Tech-Pionier Neustark AG setzt nach eigenen Angaben mit dem Joint-Venture-Partner Recular auf eine weitere Kooperation. Gemeinsam haben die beiden Firmen in den vergangenen Monaten mithilfe einer Pilotanlage die Anreicherung von CO2 in rezyklierte Gesteinskörnung erstmalig in der Region Karlsruhe getestet.

Danach stellten Recular und Neustark die Technologie vor rund 85 geladenen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung vor. Der Speichervorgang laufe wie folgt ab: Biogenes CO2 werde von Biogasanlagen aus der Umgebung abgeschieden und zum Baustoffrecycler gebracht. Auf dem Recyclingplatz befindet sich die CO2-Speicheranlage, welche in die bestehenden Prozesse des Recyclers integriert ist. In der Reaktionskammer – dem Herzstück der Anlage – wird Abbruchbeton mit dem hochreinen CO2 in Kontakt gebracht.

Die Technologie beschleunigt den natürlichen Mineralisierungsprozess: Der Kohlenstoff reagiert mit dem Restzement im Material und wird innerhalb von wenigen Stunden zu Kalkstein. So bindet sich das CO2 permanent in den Poren und an der Oberfläche des Granulates. Durch den Prozess werden für das Erreichen der Klimaziele unabdingbare Negativemissionen geschaffen. Das karbonatisierte, rezyklierte Granulat kann danach wie üblich für die Produktion von Recycling-Beton eingesetzt werden.

Die Expertise der Partner spielt bei dem Projekt auf dem Gelände des Joint Ventures Recular eine entscheidende Rolle. Dabei übernimmt die Oettinger-Gruppe die Beschaffung und Aufbereitung des Abbruchbetons, während peterbeton mit mehreren Werkstandorten für die Verarbeitung und Verbreitung des CO2-angereicherten Recycling-Betons sorgt.

Mit dem Gemeinschaftsprojekt Recular schaffen die Unternehmen nach eigenen Worten Synergien, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile für die Region bieten sollen. Indem die Partner Abbruchmaterialien in Recycling-Beton umwandeln und die dauerhafte und lokale Speicherung von CO2 vorantreiben, unterstützt die Anlage die Kreislaufwirtschaft und reduziert den Bedarf an neuem Baumaterial. Thomas Karcher, Geschäftsführer von peterbeton, sagt hierzu: "Wir haben in den vergangenen Monaten unser Abbruchmaterial intensiv mit CO2 beaufschlagt. Wir können durchschnittlich 10 kg CO2 pro Tonne Abbruchmaterial speichern und machen es damit zu einer CO2-Senke. Die umfangreichen Erfahrungen der vergangenen Monate haben uns in unserer Investition bestärkt."

Diverse Ansätze zur Weiterentwicklung des Projektes wurden darüber hinaus mit Prof. Dr.-Ing. Frank Dehn vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erarbeitet. "Nun liegt es an der öffentlichen Hand, diese ressourcenschonenden Baumaterialien in Ausschreibungen zu verankern. Nur so schaffen wir die Transformation," ergänzt Robert Oettinger, Geschäftsführer der Oettinger-Gruppe.

Für die Firma Neustark sei dieses Projekt ein weiterer Schritt ihrer Expansion in Deutschland, nachdem der Markteintritt im Herbst 2023 erfolgte. "Wir schätzen es sehr, mit unseren Partnern Oettinger und peterbeton zusammenzuarbeiten, um die erste CO2-Speicheranlage dieser Art in Karlsruhe und die dritte in Deutschland zu eröffnen", sagt Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von Neustark. "Dieses Projekt zeigt auf, wie innovative Technologien und lokale Zusammenarbeit die Zukunft gestalten können."

Zurzeit befinden sich, laut Aussage des Unternehmens, 29 CO2-Abscheidungs- und Speicheranlagen in Europa in Betrieb.

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