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Deutsche Bahn in Schieflage geraten

Deutsche Bahn verzeichnet im ersten Halbjahr ein Minus an Fahrgästen und Pünktlichkeit im Fernverkehr. Verluste von 1,2 Milliarden Euro erfordern Sparmaßnahmen und Stellenabbau in der Verwaltung.

Von dpa
Konzern muss sparen
Im Fernverkehr verzeichnete der bundeseigene Konzern DB im ersten Halbjahr 2024 ein Minus an Fahrgästen von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. | Foto: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg

Berlin (dpa). – Streiks, Extremwetter, Baustellen, miese Pünktlichkeit – die Probleme der Deutschen Bahn haben sich im ersten Halbjahr auch in der Zahl der Reisenden widergespiegelt.

Im Fernverkehr verzeichnete der bundeseigene Konzern ein Minus an Fahrgästen von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus der Halbjahresbilanz hervorgeht. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr lag im ersten Halbjahr bei nur noch 62,7 Prozent – rund sieben Prozentpunkte weniger als im ersten Halbjahr 2023.

Auch finanziell lief das erste Halbjahr für den bundeseigenen Konzern nicht gut: Nach Zinsen und Ertragssteuern steht ein Verlust von 1,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen muss deshalb sparen.

Finanzvorstand Levin Holle betonte: "Wir müssen in Zukunft mehr Bahn mit weniger Menschen schaffen." Der Konzern werde daher insbesondere in der Verwaltung Tausende Stellen streichen. "Wir wollen in den nächsten fünf Jahren den Personalbedarf um etwa30.000 Vollzeitpersonale reduzieren", sagte Holle. Bahnchef Lutz betonte aber: Dort, wo Personal gebraucht werde, werde auch weiterhin in hohem Umfang eingestellt.

Spekulationen über eine Ausdünnung des Fernverkehrs erteilte Lutz eine Absage. "Es gibt weder konkrete noch andere Pläne, im Fernverkehr irgendwelche Verbindungen strukturell und nachhaltig auszudünnen", sagte er. Für das kommende Jahr habe der Konzern "alles angemeldet, was wir gerade auch fahren". Lutz sagte aber, dass derzeit aufgrund des hohen Baugeschehens der Verkehr an einigen Stellen reduziert worden sei.

Das kaputte Schienennetz ist wohl das größte Problem der Bahn. Die Infrastruktur sei "einfach zu alt, zu knapp, zu störanfällig", sagte Lutz. "Wir müssen die Infrastruktur wieder so herrichten, dass sie auf Wachstum und Verkehrsverlagerung ausgerichtet ist."

dpa

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