Münchaurach (ABZ). – Die Frank Föckersperger GmbH mit Sitz im mittelfränkischen Münchaurach, spezialisiert auf Kabelpflugsysteme für die Verlegung von Kabeln und Rohren, feiert 2025 ihr 160-jähriges Jubiläum.
Die Spezialmaschinen des Unternehmens heißen Spider und Viper. Der Rohr- und Kabelpflug SPIDER besitzt die Physiognomie einer überdimensionierten Spinne auf Rädern. Gepaart mit dem vorausfahrenden Seilwindentruck verlegt das System Kabel und Rohre in einem Arbeitsgang.
Je nach Trassenverlauf und Untergrund pflügt sich das Maschinengespann Meter für Meter durch die Landschaft und hinterlässt dabei eine schmale Spur, die nach wenigen Tagen kaum mehr zu erkennen ist. Gleiches gilt für den zum Einpflügen von DSL-Kabeln, Kabelschutzrohren und Stromkabeln konzipierten Vibrationspflug VIPER.
Die Spezialmaschinen sind Bestandteile eines Konzepts im Leitungstiefbau, das im Vergleich zu vorher üblichen Verfahren wesentlich schneller sowie umwelt- und ressourcenschonend ist. Entwickelt wurde es ab 1970 von Frank Föckerspergers Vater Georg.
Aus dem Familienunternehmen ist die Föckersperger Firmengruppe entstanden. Sie umfasst die Bereiche Kabelpflugdienstleistungen und Leitungstiefbau sowie den Maschinenbau, in dem die Kabelpflugsysteme entwickelt, gefertigt und vertrieben werden. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
In der Kombination der beiden Geschäftsbereiche unter einem Dach besitzt die Unternehmensgruppe Frank Föckersperger nach eigenen Angaben ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche. Während sie ihre Tiefbauleistungen bundesweit und gelegentlich darüber hinaus anbietet, liefert sie Maschinen auf Bestellung weltweit.
Ursprünge im Mühlenbau
Die Unternehmensgeschichte begann 1865, als Johann Heinrich Müller in Münchaurach einen Betrieb zur Reparatur von Mühlen gründete. Der Name Föckersperger kam 100 Jahre später ins Spiel, als die Unternehmertochter Marlene Müller den aus Niederbayern zugezogenen Georg Föckersperger ehelichte und gemeinsam mit ihm den väterlichen Betrieb übernahm und umfirmierte.
Mehr als 80.000 Kilometer Kabel und Rohre wurden bisher verlegt. Derzeit liegt der Schwerpunkt im Einpflügen von Stromkabeln für Windkraft und Photovoltaikanlagen. Daneben werden mit der Föckersperger-Kabelpflugtechnik auch Glasfaserkabel, Kabelschutzrohre sowie Trinkwasser-, Abwasser- und Gasleitungen verlegt.
Ein besonderes laufendes Projekt besteht seit vergangenem Jahr. Auf der Trasse A-Nord pflügt Föckersperger Kabelschutzrohre für Höchstspannungsleitungen ein. Die Erdkabeltrasse soll auf einer Länge von ca. 300 Kilometern Windstrom von der Nordsee nach NRW bringen und gilt als eines der zentralen Projekte der Energiewende.
Für den Kabelpflugeinsatz im Norden Deutschlands rüstete Föckersperger aus Gründen des Bodenschutzes seine Spezialmaschinen teilweise mit Gummiketten aus.
"160 Jahre Unternehmensgeschichte – das ist schon etwas Besonderes. Zu sehen, wie sich das Unternehmen über Generationen hinweg entwickelt hat und wie es gewachsen ist, erfüllt mich mit Stolz. Ich schätze das Vertrauen unserer Kunden und freue mich, dass wir mit einem starken Team und innovativer Technik täglich etwas bewegen", so Geschäftsführer Frank Föckersperger.
Internationales Geschäft im Fokus
Zukünftig möchte Frank Föckersperger das internationale Geschäft weiter ausbauen. "Unsere Branche ist nie 'fertig'", sagt er. "Versorgungsleitungen kommen bei uns in Deutschland schon lange unter die Erde, werden ausgeweitet und ersetzt. Auch in anderen Märkten – gerade in den USA und Kanada – beginnt ein Umdenken, dass Überlandleitungen durch Erdleitungen ersetzt werden sollten."
Neue Projekte im Leitungsbau, besonders Stromleitungen, seien von vornherein als Erdverlegung geplant. "Kontinuität, Zukunftsorientierung und nachhaltiges Wachstum" heißen die Schlagworte, damit zukünftig noch mehr Maschinen "made in Münchaurach" weltweit im Einsatz sind.