Hamburg I Persönlich und echt statt perfekter Inszenierung: Unternehmerin Barbara Hagedorn hat am Mittwochabend ihr erstes Buch »Schotterblume« in der Hamburger Nissis Kunstkantine vorgestellt. Rund 75 handverlesene Gäste aus familiärem Umfeld, privatem Freundeskreis und langjährigen beruflichen Kontakten waren der Einladung gefolgt.
»Führung ist Präsenz«, sagte Hagedorn bereits früh am Abend während der Lesung. Inhaltlich kreist diese sehr private »Schotterblume« um Verantwortung, Veränderung, persönliche Umbruchphasen und die Frage, was Menschen trägt, wenn vertraute Strukturen plötzlich wegbrechen. Während Hagedorn aus einzelnen Passagen las, saßen die Gäste zwischen Kunstwerken verteilt auf frei zusammengestellten Stühlen oder mit Sitzkissen auf den Treppenaufgängen der Galerie. Schnell entstand eine beinahe wohnzimmerartige Atmosphäre, die eher an einen offenen Gesprächsabend erinnerte als an eine klassische Buchpremiere.
Begleitet wurde die Lesung von Moderatorin und Kommunikationsexpertin Sandra Scherzer, die den Abend dialogorientiert führte. Zu Beginn wirkte Hagedorn durchaus angespannt. Sie gestand offen, es falle ihr schwerer, das Buch nun erstmals vor Publikum zu präsentieren, als es geschrieben zu haben. Im Verlauf des Abends gewann sie jedoch zunehmend Sicherheit und Freude an der Situation. Spätestens nach der Lesung war von der anfänglichen Nervosität kaum noch etwas zu spüren – Hagedorn wirkte gelöst, nahbar und strahlte sichtbar über die Resonanz der Gäste.
»Haltung schlägt Status«, formulierte Hagedorn an anderer Stelle des Gesprächs. Immer wieder ging es um Führung, Loyalität, Druck und darum, wie sehr berufliche Rollen das eigene Leben prägen können. Gleichzeitig bekannte sie sich trotz aller Veränderungen klar zu ihren vergangenen Jahren: »Ich liebe nach wie vor die Baustellensprache.« Gerade diese Mischung aus Unternehmerin, Branchenfrau und sehr persönlicher Erzählerin prägte den Abend.
Immer wieder wurde es still in der Galerie, während Hagedorn über Identität, Neuanfang und den Umgang mit Krisen sprach.
Dabei vermied sie bewusst die Rolle der großen Ratgeberin. Auf die Frage Scherzers, ob sie den Gästen einen Tipp mitgeben wolle, distanzierte sich Hagedorn von einfachen Antworten und sagte stattdessen schlicht: »Lebt euer Leben.« Zudem erklärte sie, gute Führung bedeute auch, Verantwortung abzugeben.
Mit FutureWE arbeitet Hagedorn heute an Themen wie werteorientierter Unternehmensführung, Diversität, Female Leadership und Nachwuchsförderung in der Bauwirtschaft. Die Unternehmerin, die über viele Jahre die Hagedorn-Unternehmensgruppe mitprägte und inzwischen mit FutureWE ein Unternehmen für Beratung, Mentoring und Netzwerkaufbau in der modernen Bauwirtschaft aufgebaut hat, will dabei nach eigenen Angaben »Brücken zwischen Theorie, Baustelle, Büro – und zwischen den Generationen« bauen.
Das Buch »Schotterblume« ist über die Homepage von FutureWE erhältlich.