Telfs/Österreich (ABZ). – In Telfs in Österreich liegt die Geburtsstätte von Planierraupen und Teleskopladern der Marke Liebherr. Das Unternehmen kann bei den Planierraupen auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken.
Im Segment der Erdbewegung vereint Liebherr heute ein breit gefächertes Portfolio an leistungsfähigen und qualitativ hochwertigen Produkten für vielfältige Anwendungs- und Einsatzmöglichkeiten. Spartenobergesellschaft ist die Liebherr-EMtec GmbH mit Sitz in Kirchdorf an der Iller (Deutschland), zur Sparte Erdbewegung zählen Mobil- und Raupenbagger, Planier- und Laderaupen, Rohrleger, Teleskoplader und Radlader.
Die Einsatzmöglichkeiten der Erdbewegungsmaschinen sind vielfältig. Neben klassischen Erdbewegungsarbeiten im Bereich des Tief-, Straßen- und Tunnelbaus werden die Maschinen in der Wasserwirtschaft, dem Garten- und Landschaftsbau sowie in der Forstwirtschaft eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete finden sich im Gleisbau sowie in der Abbruch- und Gewinnungsindustrie.
Sechs Standorte
An insgesamt sechs Standorten in Europa, Asien und Südamerika entwickelt und fertigt Liebherr seine Baumaschinen im Bereich Erdbewegung, Telfs in Österreich ist die Geburtsstätte von Planierraupen und Teleskopladern der Marke Liebherr. Mehr als sechs Jahrzehnte reicht die Historie der Planierraupen-Technologie bei Liebherr nun schon zurück.
Das Unternehmen selbst bezeichnet sich als führend bei der Innovation von Planierraupen, man setze "immer wieder neue Maßstäbe bei Leistung, Effizienz und Fahrerkomfort". Von der Einführung des hydrostatischen Antriebs im Jahr 1956 bis zur Markteinführung der Generation 8 im Jahr 2018 kann Liebherr auf einige Meilensteine der eigenen Entwicklung zurückschauen.
Davon, dass alle Liebherr-Planierraupen im Werk Telfs in Österreich mit größter Sorgfalt gefertigt werden, konnte sich auch die ABZ jüngst anlässlich eines Pressetermins überzeugen. Das hochmoderne Werk verkörpert nach Angaben des Herstellers das Engagement von Liebherr für Qualität und Präzision. Durch jüngste Investitionen wurden die Produktionskapazitäten erweitert und Technologien integriert, die sicherstellen sollen, "dass Liebherr weiterhin an der Spitze der Branche steht".
Bereits im Jahr 1956 startete der Hersteller mit der Einführung des hydrostatischen Antriebs in seinen Planierraupen, laut Liebherr eine Revolution in der Baumaschinenindustrie. Die Innovation machte herkömmliche Getriebe überflüssig und ermöglichte einen reibungsloseren Betrieb, geringeren Wartungsaufwand und eine verbesserte Kraftstoffeffizienz. Der hydrostatische Antrieb wurde zu einem Markenzeichen der Liebherr-Raupen und bietet dem Fahrer laut Hersteller eine unvergleichliche Kontrolle und Zuverlässigkeit.
Ein Blick zurück in die etwas jüngere Vergangenheit zeigt, dass der Hersteller viele weitere Innovationen vorangetrieben und in den Markt eingeführt hat. Im Jahr 1992 machte Liebherr beispielsweise mit der Einführung der elektronischen Steuerung Litronic einen bedeutenden Schritt nach vorn: Das Modell PR 732 Litronic war mit dem System ausgestattet, es verbesserte die Präzision und Reaktionsfähigkeit der Maschine und ermöglicht die Überwachung und Einstellung der Maschinenparameter in Echtzeit.
Das sollte Leistung und Kraftstoffverbrauch optimieren und gleichzeitig eine neue Ära des technischen Fortschritts in der Bedienung von Planierraupen einläuten.
Ein Leistungssprung
Im Jahr 2000 brachte Liebherr die Generation 4 (G4) auf den Markt, mit der Bedienerkomfort und Leistung der Maschinen deutlich verbessert wurden, so der Hersteller. Modelle wie die PR 744, PR 754 und PR 764 verzeichneten ein verbessertes Leistungsgewicht, das sie ideal für eine Vielzahl von Anwendungen machte, von schweren Erdbewegungsarbeiten bis hin zu Präzisionsplanierarbeiten. Die G4-Baureihe zeichnete sich auch durch eine verbesserte Wartungsfreundlichkeit aus, die die Ausfallzeiten reduzierte und die Produktivität auf den Baustellen erhöhte. Im Jahr 2016 stellte Liebherr die Baureihe Generation 6 (G6) vor, zu der auch das Modell PR 776 gehörte, die größte hydrostatische Planierraupe der Welt.
Mit einem Betriebsgewicht von bis zu 73 Tonnen und einem 565-Kilowatt-Motor wurde die PR 776 für anspruchsvollste Bergbauanwendungen konzipiert. "Sein fortschrittliches hydrostatisches Antriebssystem sorgt für konstante Leistung und gewährleistet Effizienz und Zuverlässigkeit unter schwierigen Bedingungen", versprach Liebherr seither. Mit der G6-Baureihe wurden auch optimierte Fahrerassistenzsysteme eingeführt, die die Planiergenauigkeit verbessern und die Ermüdung des Fahrers verringern sollen.
Generation 8
Die Einführung der Generation 8 (G8) im Jahr 2018 stellt nach Angaben des Herstellers nun den Höhepunkt der jahrzehntelangen Innovationstätigkeit von Liebherr dar. Modelle wie die PR 716 G8 bis PR 776 G8 kombinierten technische Fortschritte mit robuster Zuverlässigkeit und böten leistungsstarke Lösungen für Bauprojekte in aller Welt.
Auch die Baureihe G8 verfügt über einen hydrostatischen Fahrantrieb, der eine gleichmäßige, präzise Bewegung sicherstellen und die Effizienz unter allen Einsatzbedingungen maximieren soll. Die Kabinen der Maschinen wurden mit Blick auf den Fahrerkomfort entwickelt und verfügen über voll verstellbare, gefederte Sitze, eine Klimatisierung, große Fenster für optimale Sicht und Touchscreen-Displays zur Steuerung der Funktionen.
Darüber hinaus bieten die Planierraupen der Generation 8 eine optimierte Kraftstoffeffizienz und niedrige Emissionen und sollen so hohe Leistung mit nachhaltigem Betrieb verbinden.
Die Planierraupe PR 776 G8 verfügt zudem über fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (OAS), die bisher nur bei kleineren Planierraupenmodellen verfügbar waren. Für Mining-Planierraupen sind zwei zusätzliche Pakete erhältlich: das Paket "Blade Control Assistance", das die Steuerung des Schildes ermöglicht, um die Leistung zu steigern und gleichzeitig die Ermüdung des Fahrers zu verringern, und das Paket "Ripper Control Assistance", das sich wiederholende Ripper-Aufgaben automatisiert, um ebenfalls die Ermüdung des Fahrers zu verringern.
Für die PR 776 kann OAS als Erstausstattung konfiguriert werden oder nachträglich in bereits in Betrieb befindliche Maschinen eingebaut werden. Liebherr-Assistenzsysteme für alle Mining-Maschinen sind im IoMine Technologieportfolio von Liebherr Mining verfügbar. Die automatische Steuerung der Schaufelpositionierung soll nicht nur für eine präzise Planierung sorgen, auch die Ermüdung des Fahrers werde dadurch verringert und die Produktivität bei langen Schichten verbessert.
Um die Produktion der Generation 8 zu unterstützen, hat Liebherr nach eigenen Angaben erhebliche Investitionen in das Werk Telfs getätigt. Diese Modernisierungen umfassen die Erweiterung der Fertigungskapazitäten, die Verkürzung der Lieferzeiten, moderne Montagelinien und die Einführung energieeffizienter Produktionstechnologien. Insbesondere wurden ein neues Logistikzentrum mit einem Kostenaufwand von rund 35 Millionen Euro, ein neues Verwaltungsgebäude mit einem neuen Kundenbereich und erhebliche Investitionen in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Betrieb genommen.
Bei der Weiterentwicklung von Liebherr liege der Schwerpunkt weiterhin auf der Bereitstellung von Maschinen, die eine "unvergleichliche Leistung, Effizienz und einen hohen Bedienkomfort bieten. Die Baureihe Generation 8 ist ein Beispiel für dieses Engagement und bietet Lösungen für eine breite Palette von Anwendungen, vom städtischen Bauwesen bis hin zum schweren Bergbau", so das Unternehmen.
Mit einer langen Geschichte von Innovationen und einem zukunftsorientierten Ansatz sei man bei Liebherr bereit, den Markt für Planierraupen auch in den kommenden Jahren anzuführen.