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Gedämpfte Halbjahresbilanz im Wohnungsbau

Die Wohnungsbaugenehmigungen stiegen im ersten Halbjahr 2025 leicht an, bleiben aber auf niedrigem Niveau. Maßnahmen der Bundesregierung sind dringend nötig.

Von ABZ
Verbände fordern Maßnahmen von Bundesregierung
Bauarbeiter arbeiten an einem Rohbau für Eigentumswohnungen im Stadtteil Ehrenfeld. Die Zahl der Baugenehmigungen ist weiterhin auf einem niedrigen Niveau. (Archivbild) | Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Berlin (ABZ). – "Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres müssen wir eine gedämpfte Bilanz für den Wohnungsbau ziehen. Denn der enorme Wohnungsmangel in Ballungsgebieten und ihrem Umland hält trotz hohem Bedarf weiter an.

Die Zahlen sprechen hier eine deutliche Sprache", kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) die jüngst vom Statistischen Bundesamt (Destatis) bekanntgegebenen Genehmigungszahlen für den Juni.

"Auch wenn wir im Juni erfreulicherweise ein Plus von knapp 1400 genehmigten Wohneinheiten gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen, bleibt die Performance im ersten Halbjahr 2025 insgesamt schwach", fasst Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die Zahlen hzusammen. Im Juni 2025 wurde in Deutschland der Bau von 19.000 Wohnungen genehmigt.

Wie Destatis mitteilt, waren das 7,9 Prozent oder 1400 Baugenehmigungen mehr als im Juni 2024. Im gesamten 1. Halbjahr 2025 wurden demnach 110.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 2,9 Prozent oder 3100 Wohnungen mehr als im 1. Halbjahr 2024, als die Zahl genehmigter Wohnungen auf den niedrigsten Stand für eine erste Jahreshälfte seit 2010 gesunken war. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeige laut HDB, dass die Entwicklung in den Segmenten unterschiedlich ausfalle, der Der Aufwärtstrend beim Neubau wurde demach nahezu ausschließlich mit zusätzlich genehmigten Einfamilienhäusern erreicht.

Mit von Januar bis Juni genehmigten 109 760 Wohnungen liege das Plus zum Vorjahr nur bei knapp 3 Prozent, moniert auch der ZDB. Im Juni 2021 und 2022 seien zum Halbjahr jeweils noch über 185.000 Wohnungen genehmigt worden.

"Von diesem Niveau sind wir weit entfernt. Statt eines Aufschwungs erleben wir das alte Muster – ein leichtes Auf und Ab auf historisch niedrigem Niveau", sagt Pakleppa und ergänzt: "Es gibt derzeit keinen Impuls, der den Wohnungsbau aus der Krise holen könnte." Besonders deutlich werde das mit Blick auf den Mehrfamilienhausbau, dem Segment des Mietwohnungsbaus. Hier stagniere das Niveau bei gut 57 300 Wohnungen. Zum Halbjahr 2021 und 2022 waren es jeweils noch über 90.000 genehmigte Wohnungen.

Während Milliarden in Infrastrukturprojekte fließen – was laut ZDB zweifellos wichtig sei – bleibe der Wohnungsbau das Stiefkind der Investitionspolitik. Trotz akuter Wohnungsnot, vor allem in wachsenden Städten, trete er auf der Stelle.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden laut Destatis im Juni 2025 insgesamt 15 200 Wohnungen genehmigt. Das waren 9,5 Prozent oder 1300 Wohnungen mehr als im Vorjahresmonat. Im gesamten 1. Halbjahr 2025 wurden 4,3 Prozent oder 3700 mehr Neubauwohnungen in Wohngebäuden genehmigt als im Vorjahreszeitraum.

Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 14,1 Prozent (+ 2600) auf 21 300. Bei den Zweifamilienhäusern sank die Zahl um 8,3 Prozent (–500) auf 6000 genehmigte Wohnungen. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, wurden im 1. Halbjahr 2025 insgesamt 57 300 neue Wohnungen genehmigt. Damit blieb die Zahl genehmigter Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern nahezu unverändert (+ 0,1 Prozent oder 31 Wohnungen) gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die neue Bundesregierung unterstreiche mit dem "Bau-Turbo" zur beschleunigten Aufstellung von Bebauungsplänen in den Kommunen laut Müller ihren guten Willen, neuen Wohnraum zu schaffen.

"Doch allein der politische Wille baut noch keine Wohnung. Im zweiten Halbjahr muss die Bundesregierung deshalb dringend einen Maßnahmenplan zur Umsetzung der weiteren Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag vorlegen. Alles, was nicht 2025 angestoßen werde, habe für den Wohnungsbaumarkt "kaum noch einen Effekt in dieser Legislaturperiode".

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