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Corona-Krise beschleunigt Umbruch in der Bauwirtschaft

Von ABZ

Washington/Düsseldorf (ABZ). – Die Corona-Pandemie wird weltweit einen dramatischen Umbruch in der Bauwirtschaft beschleunigen: Die Digitalisierung, neue Fertigungsverfahren und Materialien sowie vermehrte Zusammenschlüsse von Unternehmen werden die Baubranche grundlegend verändern. Im Ökosystem Bauen, das neben den Bau-unternehmen auch Bauherren, Projektentwickler, Materialanbieter und Verleiher von Baumaschinen umfasst, werden aktuell weltweit 11 Billionen US-Dollar Wertschöpfung generiert, bei einem Gesamtgewinn von rund 1,5 Billionen Dollar.

In den kommenden 15 Jahren sind zusätzliche Gewinne von jährlich bis zu 265 Milliarden Dollar möglich. In den am stärksten umgewälzten Segmenten wie dem Wohnungs- oder Hotelbau werden bis zu 45 Prozent der Bruttowertschöpfung neu verteilt werden. Dies geht aus einer neuen Studie von McKinsey & Company mit dem Titel "The next normal in construction – how disruption is re-shaping the world's largest ecosystem" hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Die Analyse beruht auf Interviews mit mehr als 100 Entscheidern in der Industrie und einer Umfrage unter 400 Branchenexperten. "Gebaut wird heute oft ähnlich wie vor 100 Jahren", stellt Jan Mischke fest, McKinsey-Partner in Zürich und Autor der Studie. Während viele andere Sektoren vor allem durch die Digitalisierung deutlich produktiver geworden seien, hinke die Bauwirtschaft mit jährlich nur rund 1 Prozent Produktivitätszuwachs in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich hinterher. Die Studie zeige: Die Corona-Pandemie kann nun zu einem wirklichen Umbruch in der gesamten Branche führen und bestehende Trends wie Digitalisierung, neue Produktionsverfahren und Konsolidierung weiter beschleunigen.

Dies hat Auswirkungen über die Branche hinaus: Mit einem Anteil von 13 Prozent am Welt-Bruttoinlandsprodukt – in Deutschland sind es rund 10 Prozent – ist das Ökosystem Bauen einer der größten Wirtschaftsfaktoren. Eine produktivere Bauwirtschaft ist deshalb auch gesamtgesellschaftlich wünschenswert – ein wesentlicher Anteil aus den aktuell diskutierten Konjunkturpaketen wird voraussichtlich in den Infrastrukturausbau fließen, während der Wohnungsbau schon länger oben auf der politischen Agenda steht. Die geringe Produktivität der Baubranche spiegelt sich auch in den Renditen wider: Die durchschnittlichen Vorsteuermargen (Ebit) der Unternehmen lagen bei rund 5 Prozent. Mischke: "Angesichts des hohen Risikos vieler Bauprojekte ist das zu wenig."

Dies wird sich mittelfristig aber deutlich ändern, so ein Ergebnis der Studie. Drei Faktoren seien dafür ausschlaggebend:

"Die Unternehmen, die den anstehenden Wandel aktiv annehmen und gestalten, werden die Gewinner sein", sagt Mischke. "Die Branche wird in 15 Jahren viel mehr 'Silicon Valley' in sich tragen, als viele heute vermuten."

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