München (ABZ). – Im Rahmen der BAU Infogespräche, die jüngst im Vorfeld der Messe in München stattfanden, stellte Ludwig Dorffmeister, ifo-Branchenexperte für Bau und Immobilien, die aktuellen Zahlen zur Baukonjunktur vor. Demnach ist ein Ende der Negativentwicklung bei Bautätigkeit erkennbar.
Laut der Sommer-Prognose 2024 wird die europäische Bautätigkeit im Zeitraum 2023/24 um insgesamt 4 Prozent zurückgehen, danach bis 2026 aber nur um 3 Prozent zulegen. Das Tiefbausegment wird seine Expansion unbeirrt fortsetzen (+ 7,8 Prozent).
Aus Sicht des Branchenexperten Ludwig Dorffmeister liegt dies unter anderem daran, "dass für die umfangreichen Investitionsbedarfe der Verkehrs- und Energieinfrastruktur weiter genügend öffentliche und private Gelder mobilisiert werden können." In seinen Ausführungen erläuterte Dorffmeister außerdem: "Der Nichtwohnhochbau dürfte trotz der durchwachsenen wirtschaftlichen Aussichten immerhin moderat wachsen (+ 2,7 Prozent), wobei das Vor-Corona-Niveau außer Reichweite bleibt." Während die Corona-Pandemie den länger währenden Aufwärtstrend der europäischen Bauwirtschaft lediglich kurz unterbrach, verhinderten die Folgen des Ukrainekriegs mittelfristig weiteres Wachstum. 2026 soll das Bauvolumen den Wert von 2022 knapp verfehlen. Zu den Gründen zählten unter anderem die allgemeine Konjunkturabkühlung, der zwischenzeitliche Zinssprung, die erheblichen Kaufkraftverluste und die kräftigen Baukostenzuwächse. Daneben existierten vielfältige länderspezifische Faktoren, die die Einzelmärkte zusätzlich beeinflussten, wie zum Beispiel die staatliche Bauförderung.
Der Wohnungsbau, auf den fast die Hälfte aller Baumaßnahmen in Europa entfällt, ist in den Jahren 2023 und 2024 laut dem Experten um insgesamt ein Zehntel geschrumpft (Neubau: –18 Prozent). Die Chancen auf eine deutliche Erholung in den kommenden Jahren werden als gering eingeschätzt (–4,3 Prozent). Entsprechend zurückhaltend falle eine Genehmigungsprognose aus.