Wiesbaden (ABZ). – In Wiesbaden wird ein leerstehendes Bürogebäude aus dem Jahr 1966 entkernt, saniert und von der Firma The Flag unter dem Namen Senior Living Wiesbaden einer neuen Nutzung zugeführt. Nach Fertigstellung sollen 65 barrierefreie Apartments für Senioren zur Verfügung stehen – mit großzügigen Balkonen, deren nachträglicher Anschluss mit dem Schöck Isokorb T Typ S realisiert wird.
Das Konzept sieht vor, das Bestandsgebäudes über den vorhandenen Baukörper hinaus zu nutzen. Das mit dem Entwurf beauftragte Wiesbadener Büro Willen Associates Architekten hat unter anderem die beiden Staffelgeschosse im achten und neunten Obergeschoss auf die Grundfläche der darunter liegenden Geschosse erweitert. Außerdem wurden dem Gebäude zwei Stockwerke hinzugefügt. Auf diese Weise konnte mehr Wohnraum geschaffen werden, ohne neue Flächen zu versiegeln. Jede Wohnung erhält einen Balkon, der mit einer integrierten, üppigen Bepflanzung zur Fassadenbegrünung beiträgt.
Die weit auskragenden Freisitze sind nach allen vier Seiten über alle Stockwerke hinweg versetzt angeordnet. Ein Schritt vor die Glastür genügt und die Bewohner sitzen mitten im Grünen. Für den nachträglichen Anschluss der Balkone bot sich laut dem Hersteller der Schöck Isokorb T Typ S als effiziente und wirtschaftliche Lösung an.
Das speziell für frei auskragende Stahlkonstruktionen mit Anschluss an Stahlbauteile entwickelte, tragende Wärmedämmelement ist Schöck zufolge rasch und einfach montiert. Die Ausführung kann zudem flexibel in den Bauablauf integriert werden. Das Bauteil besteht aus den Modulen S-N und S-V und überträgt, je nach Modulanordnung, Momente, Querkräfte und Normalkräfte.
Um den hohen Lasteintrag durch die Balkone zu bewältigen, wurde die vorhandene Bausubstanz zunächst durch eine Stahlkonstruktion mit Stützen und Quertrassen zur Aussteifung und Verstärkung ertüchtigt. Die frei auskragenden Stahlstreben der Balkonplatten konnten so über die horizontalen Trägerplatten mit dem Gebäude verbunden werden. Die Ausführung aller Stahlarbeiten, einschließlich der mit Ankerplatten versehenen Stahlstreben, lag in den Händen der bei Fulda ansässigen Firma Hahner. "Das Projekt war statisch anspruchsvoll", sagt Alexandru Savencu, zuständiger Bauleiter des für die Bauausführung verantwortlichen Wiesbadener Bauunternehmens Brömer & Sohn. "Bei den Balkonwannen werden die Pflanztröge auf die Spitze gestellt. Das führt zu sehr hohen Traglasten. Mit den Bäumen summieren sich diese auf teils bis zu zwei Tonnen. Dazu kommt noch die Windlast."
Schöck Isokorb T Typ S verbindet die Streben mit dem Gebäude und trägt die Lasten sicher ab. Zugleich werden Wärmebrücken auf ein Minimum reduziert, sagt Schöck. Die Streben wurden entsprechend dem Baufortschritt an die Baustelle geliefert. Der Isokorb wurde dann vor Ort auf bereitgestellten Montagetischen an die Ankerplatten geschraubt. "Die Montage mit dem Drehmomentschlüssel hat super geklappt. Es ging alles sehr schnell und problemlos voran", berichtet der Bauleiter.
Aus seiner Sicht war auch die anfängliche Einweisung durch den Einbaumeister von Schöck eine große Hilfe: "Wir hatten mit Schöck einen Werkstermin und einen Baustellentermin. Danach lief es optimal durch. Die Produkte waren außerdem gut beschriftet, sodass alles klar zugeordnet werden konnte." Auch die anschließende Montage der Einzelstreben beziehungsweise der teils bereits komplett vormontierten Rahmen gelang leicht. Die Bauteile wurden vom Kran nach oben gehoben und über das tragende Wärmedämmelement Schöck Isokorb mit den Trägerplatten verschraubt.
Stahlbalkone stehen allgemein für schnellen Baufortschritt: Es fallen weder Aushärtungszeiten an noch sind temporäre Stützen notwendig, die aufgrund des Kollisions-Risikos das Anbringen der Stahlkonstruktion am Gebäude erschweren würden. Der Einsatz von Schöck Isokorb T Typ S trägt laut Hersteller zur weiteren Optimierung der Abläufe bei. Die Bauzeit für das Projekt läuft von 2023 bis 2026. Die Bruttogeschossfläche beträgt 7991 m².