Die deutsche Industrie hat in den vergangenen Jahren hohe Belastungen erlebt: steigende Energiepreise, hohe Zinsen, eine schwache Baukonjunktur und zurückhaltende Investitionen in Industrieprojekte haben Spuren hinterlassen.
Für 2026 gibt es jedoch Hoffnung auf Stabilisierung – besonders in der Bau-, Chemie- und Kraftwerksindustrie. Altrad hat frühzeitig reagiert: Restrukturierungen und organisatorische Anpassungen sollen das Unternehmen flexibel für kommende Marktanforderungen machen.
Die Bauwirtschaft bleibt auch 2025 angespannt. Besonders im privaten Wohnungsbau stagnieren viele Projekte oder werden auf unbestimmte Zeit verschoben, da hohe Finanzierungskosten die Investitionsbereitschaft deutlich bremsen. Gleichzeitig entstehen jedoch erste positive Impulse in anderen Bereichen.
Öffentliche Bauprogramme gewinnen dynamisch an Bedeutung: Investitionen in Brücken, Straßen, Bahnprojekte sowie Energie- und Netzinfrastruktur sorgen bei Bund, Ländern und Kommunen für neue Bautätigkeit. Auch große Unternehmen treiben weiterhin Großprojekte voran, insbesondere im industriellen Umfeld, etwa bei der Modernisierung von Produktionsanlagen, der Entwicklung neuer Energieinfrastruktur und größeren Quartiersentwicklungen. Diese gemischte Entwicklung spiegelt sich direkt im Fassadengerüstbau wider, einem zentralen Geschäftsfeld von Altrad.
Der starke Rückgang im Wohnungsneubau hat in den vergangenen Monaten zu Überkapazitäten im Gerüstmaterial geführt und die Auslastung in vielen Regionen reduziert. Gleichzeitig zeichnet sich aber eine allmähliche Erholung ab: Der "Wohnungsbau-Turbo" der Bundesregierung, steigende Zahlen bei Baugenehmigungen sowie die ersten Finanzierungsimpulse lassen auf eine Wiederbelebung der Nachfrage im privaten Segment hoffen.
Im öffentlichen Sektor und bei industriellen Großprojekten ist der Trend bereits sichtbarer – hier nimmt der Bedarf an Fassaden- und Spezialgerüsten wieder zu und könnte mittelfristig für stabile Auslastung sorgen.
Ein zusätzlicher, wichtiger Impuls ergibt sich aus der degressiven Abschreibung für Gerüstmaterial bis 2027, die Investitionen in Materialbestände attraktiver macht und die Marktaktivität stimulieren kann. Insgesamt bleibt die Lage herausfordernd, aber die Wachstumsaussichten verbessern sich schrittweise – getragen vor allem von öffentlichen Infrastrukturmaßnahmen und industriellen Großprojekten, während der private Wohnungsbau voraussichtlich mit zeitlicher Verzögerung nachzieht.
Die Chemiebranche zeigt einen verhaltenen Aufwärtstrend. Neubauten sind selten, doch Modernisierung, Energieeffizienz und Sicherheitsmaßnahmen in bestehenden Anlagen sorgen für kontinuierliche Aufträge – klassische Einsatzfelder für industriellen Gerüstbau. Altrad punktet hier mit langjähriger Erfahrung bei Anlagenstillständen und komplexen Zugangslösungen.
Die Energiebranche befindet sich im Umbruch. Alte Kohlekraftwerke werden stillgelegt, während Gas-, Hybrid- und Wasserstoffanlagen entstehen. Projektumsetzungen erfolgen zeitlich gestaffelt, politische Entscheidungen verzögern teilweise die Prozesse. Dennoch bieten sich punktuelle Chancen bei Revisionen, Stillständen und Modernisierungen – Bereiche, in denen Altrad mit standardisierten und gleichzeitig flexibel anpassbaren Gerüstlösungen tätig ist.
Im vergangenen Geschäftsjahr wurden Produktions- und Logistikprozesse gebündelt, interne Abläufe optimiert und der Fokus auf industrielle Kernkunden geschärft. Ziel war nicht kurzfristiges Wachstum, sondern nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit. Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit bleiben die Grundlage der Arbeit – auch in unsicheren Zeiten.
Ob die erhoffte Erholung eintritt, hängt von Energiepreisen, Zinsen und öffentlichen Investitionen ab.
Für den Gerüstbau bedeutet das keine schnelle Trendwende, aber eine realistische Chance auf Stabilisierung. Mit klaren Strukturen, erfahrenem Personal und angepassten Prozessen ist Altrad gut vorbereitet, diese Entwicklung Schritt für Schritt zu begleiten – mit ruhiger Entschlossenheit und Vertrauen in die industrielle Zukunft.