Zum Inhalt springen

Holz-Hybrid "The Stack" erhält nachhaltige Fassade

In München wird die Fassade von "The Stack" montiert, einem Holz-Hybrid-Bau mit Smart-Building-Technologie und einem Dachgarten. Fertigstellung ist 2026 geplant.

Von ABZ
Moderne Architektur prägt Münchens Stadtbild
Die Fassadenmodule integrieren mehrere Funktionen: Sie bieten Wärme- und Schallschutz – und sollen durch ihre Auskragungen auch Raum für eine intensive Begrünung zur Verfügung stellen. | Foto: Axa im Alts/Accumulata/Leonie Lorenz

München (ABZ). – An der Ecke Goethe-/Schwanthalerstraße in München Mitte nimmt das Bürogebäude "The Stack" weiter Form an. Kürzlich wurden die ersten Elemente der Außenfassade montiert.

Die charakteristische Fassade mit ihren vor- und zurückspringenden Alkoven wird in den kommenden Wochen das Straßenbild prägen und dem Gebäude seinen namensgebenden "gestapelten" Charakter verleihen. Der von Axa Im Alts in Partnerschaft mit dem Münchner Projektentwickler Accumulata realisierte Holz-Hybrid-Rohbau ist seit März dieses Jahres fertiggestellt.

"Durch den Einsatz von etwa 1800 Kubikmetern beziehungsweise circa 800 Tonnen Fichtenholz aus Österreich als nachwachsendem Rohstoff wird eine beeindruckende Nachhaltigkeitsbilanz erreicht", erläutert Markus Diegelmann, Geschäftsführer der Accumulata. "Durch das Holz reduzieren wir unter anderem die grauen Emissionen auf 325 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Quadratmeter über 50 Jahre und unterschreiten den DGNB-Referenzwert (Version 2018) um mehr als 30 Prozent."

Die Fertigstellung des Holzbaus und der Innenhoffassaden bilden nun das Rückgrat für die nächste Projektphase: die Vollendung der Gebäudehülle und den Innenausbau. Mit dem Anbringen der ersten Fassadenelemente an der Ecke zur Goethestraße beginnt die dritte und letzte Phase der Fassadenmontage. Insgesamt werden 369 maßgefertigte Fassadenelemente verbaut.

Die Montage erfordert höchste Präzision: Die vorgefertigten Elemente werden mit millimetergenauer Passform installiert. Die Fassadenmodule integrieren mehrere Funktionen: Sie bieten nicht nur Wärme- und Schallschutz, sondern werden durch ihre Auskragungen auch Raum für eine intensive Begrünung bieten.

"Die begrünten Elemente werden wie grüne Fingerabdrücke des Gebäudes wirken und verbessern das Mikroklima in der stark versiegelten Innenstadt", sagt Stefan Schillinger, Geschäftsführer bei Accumulata. Während die Fassade nun Gestalt annimmt, schreitet zeitgleich der Innenausbau voran. Große Teile der Versorgungsschächte für die technische Gebäudeausrüstung sind bereits installiert und der Ausbau in den Büroflächen nimmt Fahrt auf.

Ein besonderes Merkmal des Holzbaus bei "The Stack" ist der hohe Vorfertigungsgrad. "Das Beeindruckende im Holzbau ist die präzise, millimetergenaue Vorfertigung, inklusive aller erforderlichen Aussparungen für die technische Gebäudeausstattung", erklärt Diegelmann. "Zum Beispiel die kreisrunden Aussparungen in den Deckenbalken, durch die Lüftungsleitungen, Kabel sowie Heiz- und Kühlleitungen vom Flurbereich in die Bürozonen geführt werden. Im Ausbau kann dann schnell und passgenau installiert werden, ohne dass weitere Öffnungen geschaffen werden müssen."

Im Gebäude kommt laut Projektentwickler ein umfangreiches Smart-Building-Konzept zum Einsatz: Automatisierte Systeme regeln Licht, Temperatur und Luftqualität zonenweise. CO2-Sensoren und variable Lüftungssysteme passen die Luftqualität dynamisch an die Raumbelegung an. "The Stack" hat bereits die WiredScore-Platin-Zertifizierung für digitale Infrastruktur erhalten sowie Vorzertifizierungen nach DGNB-Platin, LEED-Platin und SmartScore-Platin, teilen die Projektverantwortlichen mit. Zudem wird das Gebäude im KfW-40-Energieeffizienzstandard errichtet.

Nach der geplanten Fertigstellung der Fassade im Spätsommer dieses Jahres beginnt die Gestaltung der Freianlagen. Dabei wird der 1200 m² große Dachgarten zu einem besonderen Highlight: "Wir haben es geschafft, das ganze Dach frei von Technik zu halten. Diese ist in den Untergeschossen untergebracht. So haben wir einen Dachgarten für die Mitarbeitenden der Mieterschaft geschaffen – mit Ausblick über München", so Diegelmann.

Eine Besonderheit ist die zweigeschossige Ausführung des Dachgartens, den sich künftige Nutzerinnen und Nutzer über zwei Sitztreppen erschließen. Insgesamt werden etwa 15.000 Pflanzen – darunter 35 Bäume, 212 Sträucher, mehr als 1100 Stauden und knapp 11.000 Bodendecker und Geophyten – das Gebäude umgeben. Die Übergabe an die ersten Mieter – darunter der Pharmakonzern Novartis und die Anwaltskanzlei Quinn Emanuel – soll Anfang 2026 erfolgen. Mit knapp 50 % der Büroflächen, die bereits vermietet sind, liegt das Projekt nach Angaben der Entwickler im Zeitplan.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Nachhaltige Gebäudetechnik

Alle anzeigen

Weitere von ABZ

Alle anzeigen