Bonn (ABZ). – Vor Kurzem informierten sich über 50 Architekten, Planer und Vertreter von Betonfertigteilwerken aus der Region bei der Firma BWE-Bau Fertigteilwerke GmbH über das große Potenzial von Fassaden aus Betonfertigteilen.
Die Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau (FDB) und das InformationsZentrum Beton (IZB) hatten zum dritten Mal zur Veranstaltungsreihe "Moderne Betonfassaden – nachhaltig, langlebig und multifunktional" eingeladen. Die maximale Teilnehmerzahl von 55 Personen war lange vor der Veranstaltung schon erreicht, das Seminar somit ausverkauft.
Die Anforderungen an Fassadenelemente sind in den letzten Jahren vielschichtiger geworden. Neben den üblichen Qualitätsmerkmalen wie Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Ästhetik sind zusätzliche Eigenschaften gefragt und notwendig. Insbesondere der Klimaschutz und die Ressourcenschonung stehen immer stärker im Fokus. Moderne Betonfertigteilfassaden stellen sich diesen Herausforderungen: materialeffiziente und innovative Konstruktionen, Reduzierung des CO2-Fußabdrucks, Dauerhaftigkeit des Materials, präzise Vorfertigung, kurze Bauzeiten und der Einsatz von Recyclingmaterial – diese Anforderungen kann die Betonfertigteilfassade erfüllen. In den fünf Vorträgen der Fachleute, aus FDB-Mitgliedsunternehmen, zum Fassaden-Seminar wurden diese Schwerpunkte aufgegriffen. Um direkt Fragen klären zu können, wurden die Vorträge von Pausen zur Kommunikation begleitet.
Sicht- und Architekturbeton
Nach der Begrüßung durch Thomas von Glahn, technischer Leiter von BWE, Florian Schrader, Produktionsleiter bei BWE und Elisabeth Hierlein, Geschäftsführerin der FDB, fand zuerst eine ausführliche Werksbesichtigung statt, in deren Anschluss die Eindrücke in einer ersten Kommunikationspause besprochen wurden.
Den Einstieg in den Vortragsteil des Fassadenseminars, der von Peter Schermuly (IZB) moderiert wurde, machte Wolfgang Ehrenberg von der Zech Bau Holding GmbH. Er gab den Zuhörern praktische Tipps und Basiswissen für das richtige Ausschreiben, die Herstellung und den Schutz von Sicht- und Architekturbeton an die Hand. Sven Wittköpper von nesseler bau GmbH beschrieb anschließend die "all inclusive Fassaden" der nesseler-System-Bürogebäude. Diese ermöglichen, dass Sandwichfassaden bereits mit werksseitig eingebauten Fenstern, Sonnenschutz und Installationen auf der Baustelle montiert werden können. Stefan Heeß von Dyckerhoff führte in seinem Vortrag aus, dass die Verwendung von nachhaltigen und CO2-reduzierten Betonen für Fassaden bestens geeignet ist. In der zweiten Pause zum Gedankenaustausch wurden die Inhalte und Ausführungen der drei Referate rege diskutiert.
100 Prozent Recyclingbeton
Besonderheiten in der Planung von Fassaden aus Architekturbeton stellte Ralf Motschenbacher von Ingenieurgruppe Knörnschild & Kollegen vor, danach beschrieb Laurenz Zuber von Zuber Beton GmbH in seinem Vortrag Betonsandwichfassaden mit nachhaltiger Mineralschaumdämmung und 100 Prozent Recyclingbeton. Das abschließende Referat zum Seminar hielt Jens Geffert von Hering Bau GmbH & Co. KG. Er erläuterte die Planungen für das Rathaus in Korbach und die U-Bahn-Station Reeperbahn in Hamburg. Zur Verwendung von Licht und Solarmodulen in der Betonfassade gab er Hinweise für die Planung und Praxistipps, zudem präsentierte er eine Sichtbetonfassade mit Photovoltaik (SOLARcon-Recyling Beton).
Eine begleitende Fachausstellung informierte über die Produkte der Zuliefererindustrie, die ihren Beitrag zur nachhaltigen und klimaschonenden Bauweise und insbesondere zu Betonfertigteilfassaden leisten. Für das Jahr 2024 ist eine Fortführung der Veranstaltungsreihe geplant und ein neuer Termin steht schon fest: am 21. November 2024 bei der Firma Laumer Bautechnik in Massing.