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Ehemalige Wäschefabrik neu interpretiert

Bollinger + Fehlig Architekten haben eine denkmalgeschützte Wäschefabrik aus den 1910er-Jahren im Berliner Wedding zu einem modernen Bürogebäude umgestaltet.

Von ABZ
Moderne Bürolandschaft
Statt Wäschefabrik moderne Bürolandschaft: Bollinger + Fehlig Architekten haben eine denkmalgeschützte Wäschefabrik aus den 1910er-Jahren im Berliner Wedding zu einem modernen Bürogebäude umgestaltet. Die historische Eisenbeton-Konstruktion wurde behutsam revitalisiert. Auf 18 110 m² entstanden flexible Arbeitsflächen in sechs Geschossen. Die Mietflächen können laut Architekten in bis zu 16 autarke Einheiten gegliedert werden. | Foto: Marcus Ebener

Berlin (ABZ). – Das Architekturbüro Bollinger + Fehlig Architekten (BFA) hat eine denkmalgeschützte Wäschefabrik aus den 1910er-Jahren im Berliner Stadtteil Wedding umfassend saniert und zu einem modernen Bürogebäude umgestaltet.

Der historische Industriebau mit seiner für die damalige Zeit innovativen Eisenbeton-Konstruktion wurde laut Beteiligten behutsam revitalisiert und um neue Elemente ergänzt.

Auf insgesamt 18 110 m² entstanden flexible Arbeitsflächen, die sich auf sechs Geschosse verteilen. Laut Angaben der Architekten können die Mietflächen in bis zu 16 autarke Einheiten gegliedert und für unterschiedliche Nutzungskonzepte angepasst werden.

"Durch die Revitalisierung der Wäschefabrik ist ein zeitgemäßes Bürohaus entstanden, das Vergangenheit und Zukunft, historische und neue Nutzung ablesbar und elegant miteinander verbindet", erläutert Jens Fehlig, geschäftsführender Gesellschafter von BFA. Die umfassende energetische Sanierung des Bestandsgebäudes und der Erhalt der Rohbausubstanz tragen nach Angaben des Architekturbüros zur CO2-Reduzierung des Gebäudes bei.

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die Umgestaltung des ehemals vollständig gepflasterten Innenhofs. In Zusammenarbeit mit dem Büro nolte gehrke partnerschaft von landschaftsarchitekten mbb wurde die brachliegende Fläche in einen intensiv begrünten Außenraum transformiert, der als Erholungsbereich und Aufenthaltsort dient.

Das denkmalgeschützte Gebäude an der Gerichtstraße zählt zu den frühen Pionierbauten in Eisenbeton-Skelettbauweise. Als industrielle Produktionsstätte errichtet, zeichne sich der Bestand durch einen reduzierten, materialsichtigen und funktionalen Charakter aus. Einzelne Gebäudeteile wurden im Krieg stark beschädigt. Die Architekten haben neben der Sanierung der historischen Substanz durch gezielte Bauteilergänzungen die ursprüngliche Kubatur wiederhergestellt, heißt es.

Sowohl in der Außen- als auch in der Innenraumgestaltung hat das Team von BFA das textile Erbe der ehemaligen Wäschefabrik aufgegriffen: Faltungen und V-Formen in Fassade und Struktur zitieren die Themen Stoff, Naht und Faden. "Um den bauzeitlichen Charakter des Bestandes wieder hervorzuheben, wurde auch die ursprüngliche Farbgebung des Gebäudes berücksichtigt. So haben wir beispielsweise die historischen Farben der Fassade und der Treppenhäuser wieder aufgegriffen und umgesetzt", erläutert Fehlig.

Ute Kaatz, Prokuristin und Projektleiterin bei BFA, erklärt: "Um den Bogen von der neuartigen historischen Konstruktionsweise zur heutigen Zeit zu schlagen, wurden in den ergänzten Bauteilen bewusst moderne und nachhaltige Holzkonstruktionen eingesetzt." Drei wesentliche Interventionen in Holz- oder Holzhybridbauweise, die in Zusammenarbeit mit Saradshow Fischedick Berlin Bauingenieure GmbH entwickelt wurden, prägen die neue Gebäudestruktur: das Atelier im Hof (ehemals eine eingeschossige Garage), die Aufstockung des Kopfbaus sowie eine Dachgeschossaufstockung im Innenhof.

Die technische Ausstattung des Gebäudes wurde laut Beteiligten so konzipiert, dass spätere Umnutzungen oder technische Ergänzungen ohne aufwendige Baumaßnahmen realisierbar sind. Dies hebt nach Aussage der Architekten den nachhaltigen Ansatz des Projekts hervor.

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