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Erweiterungsbau mit recycelbaren WPC-Dielen

Das Montessori-Zentrum Nürnberg erhielt 2023 einen nachhaltigen Neubau mit WPC-Dielen von Naturinform, KfW-55-Standard und Low-Tech-Energiekonzept.

Von ABZ
Montessori-Zentrum Nürnberg
Das Montessori-Zentrum wurde von Diezinger Architekten als winkelförmiger Baukörper an der nordwestlichen Grundstücksecke geplant. | Fotos: NaturinForm/Felix Meyer

Nürnberg (ABZ). – Für die Erweiterung des Montessori-Zentrums Nürnberg wurde 2023 ein nachhaltiger Neubau mit Sekundarschule und Kindergarten fertiggestellt. Das Architekturbüro Diezinger Architekten realisierte dabei ein Low-Tech-Energiekonzept mit ressourcenschonenden Materialien..

Auf 400 m² Loggien und Laubengängen kam die WPC-Diele der Bezeichnung Die Kernige von Naturinform zum Einsatz. Der neue Gebäudekomplex des Montessori Förderkreis Nürnberg e. V. erweitert den Campus am Wöhrder See um 5000 m² und bietet Platz für 550 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Kindergartenkinder. Nach fünf Jahren Planungs- und Bauzeit wurde das Gebäude pünktlich zum Schuljahresbeginn eröffnet.

Pädagogisches Konzept im Fokus

Der winkelförmige Baukörper wurde laut Angaben der Architekten an der nordwestlichen Grundstücksecke positioniert, um den begrünten Gartenbereich gegenüber der angrenzenden Bahnlinie abzuschirmen. "Das L-förmige Gebäude schirmt den Freibereich der Kinder vom Bahnhofslärm ab und vermittelt zwischen den bestehenden Gebäuden des Montessori-Campus", erklärt Architekt Andreas Weingut. Im Kindergarten gruppieren sich zwei pädagogische Cluster um jeweils eigene Eingänge, Bewegungsräume und Loggien mit direktem Gartenzugang. Die Sekundarschule verfügt über einen zentralen Marktplatz als Treffpunkt, der von vier Klassenräumen flankiert wird. Das Gebäude wurde nach Herstellerangaben als eines der ersten Schulgebäude in Bayern im KfW-55-Standard mit Low-Tech-Konzept realisiert. Eine Bauteilaktivierung sorgt in Verbindung mit Geothermie für die Temperierung. Die Lüftung erfolgt über manuell bedienbare Fenster und Schiebeläden. Eine PV-Anlage auf dem begrünten Dach soll den Strombedarf decken. Zur Straße und Bahn hin kommt Klinkermauerwerk zum Einsatz.

Zum Garten öffnet sich das Gebäude mit einer begrünten Lärchenholzfassade mit vertikalen Lamellen für Sonnenschutz und Sichtschutz. Die Loggien und Laubengänge dienen nicht nur als Verkehrsflächen, sondern auch als Aufenthaltsräume.

Entsprechend hoch waren laut Bauherrschaft die Anforderungen an den Bodenbelag: rutschhemmend, barfußfreundlich, pflegeleicht und langlebig. "Wir hatten in unseren Bestandsgebäuden Beläge aus Lärchen- und Accoyaholz im Einsatz, die sich bei Feuchtigkeit als zu rutschig erwiesen", erläutert Aaron von Frantzky, Vorstand des Montessori Förderkreis Nürnberg e. V. Die Wahl fiel auf die massive WPC-Terrassendiele des Typs Die Kernige in Braun von Naturinform.

Beidseitig verlegbar

Die Diele verfügt über eine Brettdicke von 21 mm und ist beidseitig verlegbar – wahlweise mit Holzmaserung oder feiner Riffelung. Im Montessori-Zentrum wurde sie mit der fein geriffelten Oberfläche verlegt, die nach Herstellerangaben die Rutschhemmung der Klasse R10 bietet. Schreinermeister Thomas Kraus aus Heiligenstadt verlegte insgesamt 400 m² der Diele verdeckt montiert. Die durchgefärbten Farbpigmente und die massive Ausführung sollen dafür sorgen, dass der Boden auch nach Jahren intensiver Nutzung ohne Lasieren oder Ölen auskommt.

Der Werkstoff besteht laut Unternehmensangaben aus PEFC-zertifizierten Holzfasern aus der holzverarbeitenden Industrie, denen im Produktionsprozess ein Polymer zugefügt wird. Die WPC-Diele ist vollständig recycelbar und erfüllt die europäische Norm für Spielzeugsicherheit EN 71-3. Naturinform nimmt nach eigener Aussage mit dem "Re-Form"-Recyclingsystem alle Dielen zurück und führt sie der Produktion zu 100 % wieder zu. "Die Loggien sind auch Fluchtwege – sie müssen das ganze Jahr über sicher begehbar sein", betont von Frantzky.

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