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Das Kreislaufpotenzial eines langlebigen Baustoffs besser nutzen

Kalksandstein überzeugt durch Langlebigkeit und Recyclingpotenzial. KS-Original entwickelt Kreislaufprozesse, erste Projekte erfolgreich. Nachhaltigkeit im Bauwesen.

Von ABZ
Nachhaltig Bauen mit Kalksandstein von KS-Original
Sowohl die Fassade als auch Fensterrahmen und Tür hatten ihre einstige Farbigkeit verloren und waren stark verschmutzt. Heute erstrahlt das Gebäude an der vielbefahrenen Straßenkreuzung in Bad Kissingen in neuem Glanz. | Foto: Stefan Meyer

Bad Kissingen/Dortmund (ABZ). – Seit seiner Erfindung im Jahr 1880 wird Kalksandstein für seine natürlichen Eigenschaften und Langlebigkeit geschätzt. Diese Qualitäten gewinnen im Kontext ressourcenschonenden Bauens zunehmend an Bedeutung.

Vor etwa drei Jahren begannen mittelständische Hersteller des Markenverbunds KS-Original mit der Entwicklung neuer Prozesse für eine Kreislaufwirtschaft. Die KS-Bauweise zeichnet sich durch ihre Funktionstrennung aus. Die Außenwandkonstruktion ist in eine tragende, eine dämmende und eine Witterungsschicht unterteilt, was eine bedarfsgerechte Modifizierung der einzelnen Ebenen ermöglicht.

Kalksandstein-Mauerwerk als tragende Schicht besitzt nach Herstellerangaben eine Lebensdauer von mehr als 100 Jahren. Die ökologischen und bauphysikalischen Eigenschaften bleiben über den gesamten Gebäudelebenszyklus wartungsfrei erhalten, versichern die Verantwortlichen. Ein Beispiel dafür ist das ehemalige Gemeindezentrum in Bad Kissingen, das von Tragraum Ingenieure gemeinsam mit Schlicht Lamprecht Kern Architekten zum eigenen Bürostandort umgebaut wurde.

Möglichst viel Bausubstanz erhalten

Bei diesem Projekt sollte möglichst viel der denkmalgeschützten Bausubstanz erhalten bleiben, einschließlich des charakteristischen Kalksandstein-Sichtmauerwerks von Fassade und Innenwänden. Trotz eines grauen Schleiers auf den Oberflächen war die Konstruktion nach mehr als 60 Jahren Standzeit noch sehr gut erhalten.

Die Innenwände wurden mit dem Trockeneisstrahlverfahren gereinigt, für die Fassade kam eine Kombination aus heißem Wasserdampf im Hochdruckwasserstrahlverfahren und anschließendem Abschleifen zum Einsatz. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen erhielten die Außenwände eine abschließende Hydrophobierung.

Neben einer langen Lebensdauer ist die Schaffung von Kreislaufstrukturen ein wichtiger Faktor auf dem Weg zur Klimaneutralität. Mineralisches KS-Abbruchmaterial wird bereits seit Jahren weiterverwertet – etwa im Straßen-, Beton- und Deponiebau oder als Vegetationsbaustoff zur Dachbegrünung.

Schnittmaterial aus dem Werk und Baurestmassen von Baustellen können in die Produktion zurückgeführt werden, was zu einer abfallfreien Herstellung beiträgt. Das Nürnberger Unternehmen Zapf-Daigfuss produzierte vor mehr als zwei Jahren erste Kalksandsteine mit einem Recyclinganteil von rund 20 %.

Im Mai dieses Jahres schloss auch das Unternehmen Cirkel sein erstes Pilotprojekt ab. Das Recyclingmaterial stammte aus dem Rückbau der Zentralbibliothek auf dem Campus der Technischen Universität Dortmund.

Verschiedene Wandstärken im XL-Format

Produziert wurden Kalksandsteine im XL-Format in verschiedenen Wandstärken mit einem Recyclinganteil von 25 %. Wie herkömmliche Kalksandsteine bestehen die KS-Kreislaufsteine aus natürlichen Bestandteilen, sind frei von Schadstoffen und erfüllen mit der Druckfestigkeitsklasse 20 und der Rohdichteklasse 2.0 die bauphysikalischen Anforderungen.

Im Juli dieses Jahres sollen die neuen KS-Steine mit RC-Anteil bei der Errichtung eines mehrgeschossigen Wohnungsbaus mit 20 Wohneinheiten verbaut werden. Das Forschungsprojekt wird fortgesetzt, wobei das RC-Material auf seinen Recarbonatisierungsgrad untersucht wird. Dieser gibt Aufschluss über die Menge des in den Steinen gebundenen Kohlenstoffdioxids, was maßgeblichen Einfluss auf die CO2-Bilanz der neuen KS-Kreislaufsteine hat.

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