Osthofen (ABZ). –In Osthofen bei Worms entsteht aus einem ehemaligen Malzturm ein Wohngebäude mit 33 Einheiten. Der Rück- und Umbau des markanten Turms ist Teil der Neugestaltung der "Neuen Mitte" von Osthofen.
Der in den 1960er-Jahren errichtete Turm diente ursprünglich als Malzlager für eine Brauerei. In den 1970er-Jahren wurde das Gebäude erweitert und modernisiert. Damals entstand auch ein Café in der obersten Etage, das einen Blick bis zur Frankfurter Skyline bot.
Vor dem Neubau war ein teilweiser Rückbau erforderlich. Die innerstädtische Lage und die enge Bebauung erforderten eine detaillierte Vorplanung, um Schäden an benachbarten Gebäuden zu vermeiden. Die Lage auf einem Berg stellte zusätzliche Anforderungen an die Kranarbeiten.
Die Antal-Gruppe aus Frankfurt am Main führte die Rückbauarbeiten durch, die im April 2024 begannen. Das Familienunternehmen ist auf solche Aufträge spezialisiert. Für die Arbeiten wurde der Turm mit Fassadenbühnen eingehaust und ein Kran aufgestellt.
Der Turm besteht aus einem Nord- und einem Südturm. Während der Nordturm nur soweit zurückgebaut wurde, dass er um ein neues Stahlbetonskelett erweitert werden kann, wurde der Südturm weitgehend abgebrochen.
Der Teilrückbau erfolgte laut Unternehmen stufenweise. Zunächst wurde das zweigeschossige Café in den obersten Etagen abgetragen. Anschließend errichteten die Arbeiter mobile Klettermastbühnen im alten Treppenhaus mit rund 270 Stufen, um den Luftschacht zurückbauen zu können.
Für den Rückbau der Betonteile kam die Hilti-Wandsäge DST 20-CA zum Einsatz. Bei dickeren Pfeilern im Inneren verwendete Antal die Hilti-Seilsäge DSW 3018-E. Der Beton wurde bis zu einer Höhe von 32 m mittels Betonsägearbeiten abgetragen.
Die herausgeschnittenen Betonstücke wogen bis zu 10 t und wurden mit dem Kran nach unten transportiert. "Insgesamt haben wir rund 10.000 Tonnen Beton in Stücken von maximal zehn Tonnen aus dem Malzturm geschnitten und alle einzeln mit dem Kran nach unten befördert", sagt Daniel Deigert, Bereichsleiter für Abbruch, Erdbau und Schadstoffsanierung bei der Antal Gruppe. Der Rückbau dauerte inklusive Schadstoffsanierung rund sechs Monate. Laut Deigert war die enge Bebauung im Umfeld eine der größten Herausforderungen.
Die zerkleinerten Betonteile werden nach Angaben der Baufirma mit einem 30-Tonnen-Bagger weiter zerkleinert. Der Beton wird pulverisiert und nach aktueller Norm aufbereitet, damit das Material wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann, heißt es.
Die gröberen Gesteinskörnungen gehen als Rezyklat an die Betonindustrie zurück, der feine Betonstaub an die Zementindustrie. Die Eisenteile der alten Bewehrung werden eingeschmolzen und in der Stahlindustrie weiterverwendet. Das Recycling erfolgt komplett über die Antal-Gruppe.
"Nachhaltigkeit und Recycling spielen beim Rückbau des Malzturms eine wichtige Rolle und wir haben für den Auftraggeber ein Recyclingmaterial erzeugt", erläutert Deigert. Der Recyclingprozess zeige, dass beim Abbruch eine nahezu hundertprozentige Recyclingquote erreicht werden könne.