Karlsruhe (ABZ). – Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) plant einen Neubau, in dem alle Aktivitäten einer Test- und Entwicklungsplattform, der DIPAK, zusammengeführt werden. Dies gab die Forschungseinrichtung jetzt bekannt. Das Planungsbüro ATP architekten ingenieure entwickelte dafür ein Konzept, das sich durch Funktionalität und eine inspirierende Arbeitsumgebung auszeichnete und damit den Zuschlag im VgV-Verfahren erhielt.
In der "Direct Internal Recycling Development Platform Karlsruhe" (DIPAK) sollen Prozesse des gesamten inneren Brennstoffkreislaufs eines Fusionsreaktors simuliert bzw. nachempfunden werden. Nachhaltigkeit und eine inspirierende Arbeitsumgebung, die die komplexe Thematik der Fusionsforschung in ein ästhetisch ansprechendes Gebäude integriert, hießen die Anforderungen des Auslobers. In enger Zusammenarbeit mit ATP Zero, der Sonder- und Forschungsgesellschaft für innovative Gebäudetechnik, entwickelte ATP ein ökonomisch und ökologisch effizientes, optisch attraktives sowie dem Forschungszweck entsprechend funktional ausgerichtetes Gebäude.
Das architektonische Konzept sieht einen kompakten, zweigeschossigen Bau vor, in dem die unterschiedlichen Nutzungsbereiche des Gebäudes, wie Laboratorien, Werkstätten oder Technikräume, separiert angeordnet sind.
Herzstück ist die zirka 12 Meter hohe, eingeschossige Halle, in der forschungsbezogene Prozesse getestet werden. Sie ist durch großzügige Glaswände und bereichsübergreifende Sichtverbindungen permanent einsehbar und mit weiteren Funktionsbereichen auch räumlich direkt verbunden. Es entstehen kurze Wege und klare Orientierungen, die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden fördern. Administrative und sicherheitsbezogene Anforderungen der jeweiligen Nutzungen werden ebenfalls optimal bedient.
Die hohe technische, ökologische, ökonomische und soziale Qualität des Gebäudes ist die Basis für einen zukunftssicheren und nachhaltigen Betrieb. Das innovative TGA- und Energiekonzept umfasst auch eine Gebäudehülle mit hoher thermischer Qualität, erneuerbare Energien (Photovoltaikanlage), eine Mixed-Mode-Lüftung mit CO2-Messung sowie ein Energiemanagementsystem. Heizwärme soll vom Nahwärmenetz des KIT-Campus bezogen werden.
Regenwassernutzung, eine Dachbegrünung, die Verwendung von zertifiziertem Holz und Baumaterialien mit hohem Recyclinganteil, sowie leicht rückbaubare und wiederverwendbare Konstruktionen, sollen einen verantwortungsvollen, ressourcenschonenden Umgang im Sinne der Kreislaufwirtschaft andeuten.