Berlin (ABZ). – Die bauliche Anpassung an den Klimawandel wird zur Schlüsselaufgabe – und zur Wachstumschance für die gesamte Bauwirtschaft. Das zeigt die neue Prognos-Studie "Klimaangepasste Gebäude – Zukunftssicherheit und Wachstumschance für die Bauwirtschaft", erklären der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB-Fachhandel).
"Klimaanpassung ist kein Nischenthema – sie wird zum zentralen Auftrag für das Bauen der Zukunft", sagt Lukas Sander, Projektleiter Prognos AG. Extremwetterereignisse wie Hitze, Starkregen oder Hochwasser verursachen demnach schon heute erhebliche Schäden an Gebäuden. Die Studie entstand im Auftrag beider Verbände und beziffert erstmals den Investitionsbedarf für bauliche Maßnahmen bis 2035 – im Neubau wie im Bestand. Je nach Klimaszenario seien 137 bis 237 Milliarden Euro Investitionsvolumen notwendig, wobei ggf. bis zu 63 Milliarden Euro allein auf den Hitzeschutz entfallen müssten. 7700 bis 15 300 Fachkräfte seien jährlich für die Umsetzung erforderlich.
"Das ist nicht nur bauliche Vorsorge – das ist ein Konjunkturprogramm für die Zukunft", so Sander. Zudem analysiert die Studie erstmals konkret den baulichen Handlungsbedarf bis 2035 – und das wirtschaftliche Potenzial, das darin liege. "Die Klimaanpassung im Gebäudebereich ist keine ab-strakte Zukunftsaufgabe mehr – sie ist konkrete Realität und tägliche Praxis in der Baustoffbranche", betont Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel.
"Der Baustoff-Fachhandel steht als Bindeglied zwischen Bauwirtschaft und Investoren wie Häuslebauern bereit, um die dafür nötigen Materialien, Systeme und das technische Know-how bereitzustellen. Damit wir diese Herausforderung entlang der Wertschöpfungskette Bau gemeinsam stemmen können, brauchen wir Planungssicherheit, Investitionen und eine politische Strategie, die auf Umsetzung ausgelegt ist."
Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, unterstreicht, dass der Prozess zur Klimaanpassung nur im Schulterschluss aller Beteiligten gelingen kann: "Klimaanpassung ist im Koalitionsvertrag klar als zentrales Ziel verankert – jetzt gehen wir erste konkrete Schritte, um Potenziale und Handlungsbedarf aufzuzeigen. Als Bauwirtschaft verstehen wir uns als Lösungspartner der Politik. Nur gemeinsam lassen sich die Herausforderungen der Klimaanpassung nachhaltig und wirkungsvoll meistern." Klimaanpassung sei mehr als ein reaktives Schutzkonzept – sie sei ein wirtschaftlicher Motor für die gesamte Bauwertschöpfungskette, eröffne neue Märkte und Beschäftigungschancen.
Entscheidend sei, alle mitzunehmen, damit der Prozess planbar, wirtschaftlich tragfähig und praxistauglich bleibe – und nicht zur Kostenfalle werde. "Wenn wir allein beim Neubau die Klimaanpassung frühzeitig mitdenken, lassen sich langfristig Kosten sparen", sagte Schubert-Raab.